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Ihr Geruchssinn schützt Sie vor Gefahren

Ebenso wie die Tiere nehmen auch wir Menschen ständig Gerüche durch unseren Geruchssinn wahr. Diese oft unbewusst aufgenommenen Geruchseindrücke beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. Riechen Menschen beispielsweise Angstschweiß, empfinden sie selbst Furcht und verhalten sich vorsichtiger.

Geruchssinn schützt vor Gefahren

So schützt Sie Ihr Geruchssinn vor Gefahren. Dies geschieht übrigens auch, wenn Sie schlafen. Das berichteten Neuroradiologen der Universität München anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie in Köln. Die Forscher gewannen in ihrer Studie zunächst Angstschweiß, nachdem sie ihre Versuchsteilnehmer in einem Hochseilgarten eine halbe Stunde lang Angst einflößenden Situationen ausgesetzt hatten. Diese Substanz wurde anschließend anderen Menschen „unter die Nase gehalten“.

Mithilfe einer besonderen Form der Magnetresonanztomografie (MRT) untersuchten sie, welche Gehirnreaktion durch die Gerüche aktiviert wurden. Durch das Riechen des Angstschweißes wurden nicht nur die für Gerüche zuständigen Regionen aktiviert, sondern auch Areale für emotionale Veränderungen sowie für das Gedächtnis.

Körpereigene Natur lässt uns vorsichtig agieren

Die Versuchsteilnehmer wurden selbst ängstlicher, ohne dass ihnen dies bewusst war. „Zudem verhielten sie sich in bestimmten Situationen vorsichtiger“, erklärte Forschungsleiter Dr. Martin Wiesmann. So kommunizieren die Menschen miteinander ebenso wie die Tiere über ihren Körpergeruch.

Der Körpergeruch eines Menschen wird von einer Menge Faktoren beeinflusst: Etwa wann dieser sich zum letzten Mal geduscht, wie sehr er geschwitzt oder ob er beispielsweise Knoblauch gegessen hat. Er wird bestimmt durch das Alter, das Geschlecht und die genetische Ausstattung eines Menschen. „Je näher Menschen verwandt sind, desto ähnlicher ist ihr Geruch. Den exakt gleichen Körpergeruch haben jedoch vermutlich nur eineiige Zwillinge“, so Wiesmann.

Verständigung mittels Gerüchen evolutionär bedingt

„Die Verständigung über Gerüche erhöht die Fortpflanzungs- und Überlebenschancen wesentlich. Das wird etwa sichtbar, wenn sich Tiere auf der Suche nach einem Paarungspartner am Geruch orientieren“, so Wiesmann. Ähnlich würden etwa Zebras, deren Herde von einem Löwen verfolgt wird, nur in Außenregionen der Herde den Angreifer sehen. Per Geruchskommunikation werde jedoch die gesamte Herde in Angst versetzt und beginne zu flüchten. „Wie stark solche Effekte bei Menschen ausgeprägt sind, wissen wir nicht. Aber es scheint so, dass der Geruchssinn unser Leben viel stärker beeinflusst, als wir bisher angenommen haben“, vermutet der Münchner Neuroradiologe.

Das sei doch eine Binsenweisheit, meint die beste aller Ehefrauen. Das wisse schließlich jeder, der einmal verliebt gewesen ist. Da löse beispielsweise ein vom Geliebten getragener Pullover in seiner Abwesenheit dieschönsten Erinnerungen aus. Auch nach Jahren erinnere man sich bei bestimmten Gerüchen an frühere Lieben, das sei wisseschaftlich nachgewiesen. Bekannt sei auch, dass Frauen, die mit der Pille verhüten, ihren Körperduft derart verändern, dass sie andere Typen von Männern ansprechen als mit ihrem normalen Körpergeruch. So entstünden Paare, die nicht unbedingt zusammenpassen.

Nachlassender Geruchssinn und seine Ursachen

Möglicherweise stellen Sie mit der Zeit fest, dass Ihr Geruchssinn immer mehr nachlässt. Entscheidend ist dabei, warum dies geschieht. Schuld daran können zum Beispiel eine chronische Nasenschleimhautentzündung oder Nasenpolypen sein. Was letztendlich die Ursache ist, muss ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt herausfinden.

Helfen können Ihnen Nasenspülungen. Diese können Sie einfach selbst durchführen. Das Salz, das Sie benötigen, und die „Nasenspülkanne“ erhalten Sie in der Drogerie oder Apotheke. Ganz selten können aber auch Nerven- oder Gedächtniserkrankungen Auslöser für einen nachlassenden Geruchssinn sein. Dies kann allerdings nur ein Neurologe feststellen.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Monika Clémençon schrieb am 27.10.2009, 21:40 Uhr

    Guten Abend Herr Erb Sie schreiben, dass die Pille den Körpergeruch verändert und eine Frau dadurch falsche Signale aussendet. Gilt dies auch für Hormonpflaster und Pessar? Besten Dank für Ihre Antwort, mit freundlichen Grüssen Monika Clémençon