Gehirn: Vergessen ist lebensnotwendig
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Als Gedächtnis wird ganz allgemein die Fähigkeit verstanden, sich Wissen, Gedanken, Gefühle, Gerüche, Töne oder Bilder wieder ins Bewusstsein zu rufen. Die Wissenschaft bezeichnet das als so genanntes „deklaratives Gedächtnis“. Von diesem unterscheidet sie eine weitere Gedächtnisform, das „prozedurale Gedächtnis“. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, sich – unbewusst – an komplette Handlungsabläufe zu erinnern, wie beispielsweise Klavier zu spielen oder Fahrrad zu fahren. Wie wir in unserem täglichen Leben, muss auch das Gehirn Ordnung halten.
Ebenso wie man sich von so manchem, was einem zunächst aufhebenswert erschien, aus Platzgründen wieder trennt, muss auch das Gehirn ständig aussortieren. Man kann sich dies wie das Verteilen von Informationen in verschiedene Körbe vorstellen. In den ersten Korb, Sekundengedächtnis genannt, kommt zunächst einmal alles. Ist er voll, wird „ausgemistet“. Was dabei nicht dem Vergessen anheim fällt, wandert in den zweiten Korb, dem Kurzzeitgedächtnis. Dort lagern die Informationen einige Stunden bis mehrere Tage. Auch dieser Korb muss wieder umgeräumt werden, sobald seine Kapazität erschöpft ist. Vieles wird dabei gelöscht, also vergessen. Wirklich Wichtiges packt das Gehirn dann in den dritten Korb, dem Langzeitgedächtnis. Hier lagert es schließlich für Wochen, Monate oder auch ein ganzes Leben. Dies zeigt: Nicht nur das Aufbewahren, auch das Vergessen von Informationen ist lebenswichtig.