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Gehirn: Neuronale Netze

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Gehirn

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So lernt Ihr Gehirn

Die Welt ist voller Reize und Signale, die jede Sekunde auf uns einwirken. Würde der Mensch auf alle Eindrücke reagieren, wäre das Gehirn in kürzester Zeit vollkommen überfordert. Deshalb muss das Gehirn aus dieser Flut von Informationen die für uns wichtigen herausfiltern. Man schätzt, dass von 10 Millionen Eindrücken, die unsere Sinnesorgane empfangen, im Durchschnitt nur ein einziger in das Bewusstsein gelangt. Das scheint zunächst wenig, summiert sich allerdings im Durchschnitt immerhin auf 16 verschiedene Informationen pro Sekunde. Sie alle müssen nach ihrer Aufnahme ins Bewusstsein einzeln erkannt, eingeordnet, mit schon vorhandenen Informationen verglichen und eventuell abgespeichert werden.

Dieses Verarbeiten von Informationen geschieht durch die Kommunikation von Millionen von Nervenzellen untereinander. Dazu sind die Nervenzellen unseres Gehirns zu funktionellen Einheiten verknüpft, den so genannten neuronalen Netzen. Sobald wir etwas Neues lernen, werden Vernetzungen zwischen Nervenzellen neu geknüpft oder verstärkt.


Das ist die biologische Grundlage des Lernens. Der Zerfall oder die Schwächung dieser Brücken bedeutet Vergessen. Ob Auf- oder Abbau die Oberhand haben, hängt ganz wesentlich von den Anregungen ab, die ein Gehirn erhält.

Am Herstellen neuer und stärkerer Nervenkontakte arbeitet das Gehirn umso intensiver, je mehr Eindrücke es erhält. Empfängt es nur wenige solcher Impulse, wird dieser Vorgang träge: Neue Verbindungen bilden sich nur langsam und nach vielem Üben. Außerdem können sie bei Nichtgebrauch wieder verschwinden. Das hat zur Folge, dass Hirnleistung und Gedächtnis nachlassen.

Nervenzellen reagieren höchst empfindlich auf Sauerstoffmangel. Sind also, wie zum Beispiel bei einem Schlaganfall, bestimmte Teile des Gehirns nicht mehr richtig durchblutet, werden die Nervenzellen in diesen Gehirnbereichen geschädigt. Folge: Die Kontakte der neuronalen Netze sind zerstört oder unterbrochen. Funktionen, die von den betroffenen neuronalen Netzen ausgeführt wurden, fallen damit aus. Auf diese Weise kann es zu verschiedenen Symptomen kommen wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen. Es ist jedoch möglich, dass andere Nervenzellen ihre Funktion übernehmen und sich neue Netze bilden. Nach einem Schlaganfall kann man dies beispielsweise durch möglichst frühzeitiges Training der ausgefallenen Funktionen erreichen.

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