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Werden Sie zum Gedächtniskünstler – Mit diesen Tipps verbessern Sie Ihre Merkfähigkeit

„Wie hieß er nur gleich?“ Diese Frage stellt sich manch einer, wenn er sein Gegenüber schon einige Male gesehen hat, der Name ihm aber nicht einfällt. Können auch Sie sich die Geheimzahl Ihrer EC-Karte nur schwer merken?

Spätestens beim Bezahlen oder am Geldautomaten kommen Sie ins Grübeln und stellen fest, dass die Zahl aus dem Gedächtnis verschwunden ist.

Dabei gibt es ganz einfache Tricks, mit denen Sie Ihre Merkfähigkeit verbessern können – ich stelle Ihnen hier meine sieben Tipps vor. So haben Sie in Zukunft wichtige Begriffe und Zahlen gleich parat. …

Gedächtnis© Markus Bormann - Fotolia

Vergessen gehört zu unserem Leben. Es ist sogar dringend notwendig. Denn würden Sie sich alles merken, was Sie lesen, hören und erleben, dann hätten Sie so viele Informationen in Ihrem Gehirn gespeichert, dass es völlig überlastet wäre.

Sie hätten keinerlei Zugriff mehr auf die Informationen, die wirklich wichtig wären. Aus diesem Grund merkt sich Ihr Gehirn nur Dinge, die scheinbar notwendig für Sie sind.

Interesse verstärkt Ihr Erinnerungsvermögen

Wenn Namen ständig aus dem Gedächtnis verschwinden oder Ihnen bestimmte Wörter in einer anderen Sprache nicht mehr einfallen, dann ist das erst einmal kein Grund zur Sorge.

Das weist nicht darauf hin, dass Ihr Gedächtnis nicht mehr richtig funktioniert. Sie werden dies merken, wenn Sie neue Informationen zu einem Gebiet erfahren, das Sie wirklich interessiert.

Diese Infos werden Sie garantiert behalten – von einer mangelnden Funktion Ihres Gedächtnisses kann also nicht die Rede sein.

Vielmehr hat es damit zu tun, welchen Stellenwert Sie den neuen Informationen beimessen – und welche Aufmerksamkeit Sie ihnen widmen. Sie sollten den Dingen, die Sie sich merken wollen oder müssen, also Interesse entgegenbringen. Aber wie geht das?

Mit diesen Tipps bleibt viel in Ihrem Gedächtnis hängen

  1. Schaffen Sie Interesse. Wahrscheinlich haben Sie es schon selbst bemerkt: Wenn Sie eine Sache interessiert, können Sie sich viele Details merken. Haben Sie dagegen die Einstellung, dass Sie sich etwas merken müssen, obwohl Ihnen das Thema eigentlich gleichgültig ist, tun Sie sich schwer, selbst die einfachsten Grundlagen zu behalten. Wichtig ist daher, dass Sie sich vor Augen führen, warum das Thema für Sie interessant sein könnte. Müssen Sie sich zum Beispiel in ein neues Computerprogramm einarbeiten? Können Sie sich die Befehle nicht merken, weil Sie im Grunde kein Interesse an PC-Arbeit haben? Führen Sie sich vor Augen, wie das Programm Ihre Arbeit erleichtert. Machen Sie sich klar, dass Sie, wenn Sie das Programm beherrschen, Ihre Arbeit schneller beenden können und so mehr Zeit für andere Dinge haben. So gewinnen Sie Freude an der Arbeit, sind aufmerksamer und können sich automatisch mehr merken.
  2. Bleiben Sie aufmerksam. Viele Menschen stehen heute unter Stress. Das Telefon klingelt ständig, hinzu kommen E-Mails, die beantwortet werden müssen, oder Kollegen, die immer wieder nach irgend­etwas fragen. Ihr Gehirn ist in diesen Situationen zu beschäftigt, um sich Dinge dauerhaft einprägen zu können. Vielmehr merkt es sich Informationen nur kurz, sie werden aber langfristig nicht abgespeichert. Wenn Sie sich etwas dauerhaft merken wollen, sollten Sie daher alle Störer abschalten. Sorgen Sie für Ruhe, und fokussieren Sie Ihre Gedanken ganz auf das, was Sie sich einprägen wollen. Zur Not schalten Sie den Anrufbeantworter ein und hängen ein „Bitte nicht stören“-Schild an die Tür, um Unterbrechungen von außerhalb zu vermeiden. So kann sich Ihr Gehirn ganz auf die gestellte Aufgabe konzentrieren.
  3. Fragen Sie nach. Häufig haben Sie Schwierigkeiten, sich etwas zu merken, weil Sie Dinge (akustisch oder dem Sinn nach) nicht verstanden haben. Was Sie so falsch verstehen, kommt auch falsch in Ihrem Gedächtnis an. Fragen Sie daher lieber noch einmal nach, ob das, was Sie sich merken wollen, auch tatsächlich so gemeint war. Stellt sich Ihnen jemand vor und Sie wollen oder müssen sich den Namen merken, können Sie sich weitere Informationen verschaffen und so Ihr Gehirn unterstützen. Fragen Sie zum Beispiel bei einem Namen, der fremd klingt, nach der Herkunft. Sie können sich auch eine Eselsbrücke bauen, zum Beispiel mit einem Reimwort. Durch solche vertiefenden Informationen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass Ihnen der Name auch wirklich im Gedächtnis bleibt.
  4. Denken Sie an die verflixte ­Sieben. Eine Situation, die viele Menschen kennen: Sie sind in einer fremden Stadt und fragen nach dem Weg. Ihr Gegenüber gibt Ihnen eine ausführliche Wegbeschreibung, Sie wiederholen sie und sind sich nun auch sicher, Ihr Ziel tatsächlich zu erreichen. Sie gehen los – und dann wissen Sie irgendwann nicht mehr weiter und müssen erneut fragen. Der Grund dafür: Unser Gehirn hat keine unendliche Merkfähigkeit. Sie speichern in Ihrem Kurzzeitgedächtnis sieben Informationen ohne Probleme. Sind Sie trainiert, können es auch neun bis zehn sein. Danach aber ist Schluss. Alles, was darüber hinaus geht, vergessen Sie sofort wieder. Versuchen Sie daher, sich nicht zu viel auf einmal einzuprägen. Unterteilen Sie lieber das, was Sie sich merken müssen, in kleine Abschnitte. So können Sie sicher sein, deutlich mehr zu behalten.
  5. Wiederholen Sie, denn Lernen lebt von Wiederholungen. Sie sorgen dafür, dass Sie sich Informationen auch längerfristig einprägen. Auch hierbei spielt die Zahl sieben eine große Rolle: Es hat sich gezeigt, dass sich Dinge besonders dann gut einprägen, wenn Sie sie im Siebener-Rhythmus wiederholen. Allerdings sollten Sie die Informationen nicht einfach siebenmal durchlesen. Vielmehr sollten Sie zwischen den Wiederholungen Pausen machen, die immer länger werden. Lesen Sie sich also die Informationen durch, und machen Sie fünf Minuten Pause. Dann lesen Sie sie erneut und machen zehn Minuten Pause etc.
  6. Suchen Sie gedankliche Verbindungen. Merken bedeutet im Grunde, dass Informationen in Ihrem Gehirn so abgelegt werden, dass sie leicht wieder abgerufen werden können. Sie können Ihrem Gehirn dabei helfen, einen richtigen Speicherort zu finden. Suchen Sie nach Ihnen bereits bekannten Dingen, mit denen Sie die neuen Informationen verknüpfen können. Lernen Sie eine neue Sprache? Dann können Sie nach Übereinstimmungen mit Ihnen in einer anderen Sprache bereits bekannten Wörtern suchen. So erleichtern Sie Ihrem Gehirn die Speicherarbeit.
  7. Lernen Sie mit allen Sinnen. Je mehr Informationen Sie mit neuen Themen verbinden, umso eher können Sie sie sich merken. Versuchen Sie daher, den Dingen, die Sie sich merken wollen, Ihnen bereits bekannte Lieder, Töne, Bilder oder Farben zuzuordnen. So behalten Sie etwa die Geheimzahl 0714 besser, wenn Sie beispielsweise daran denken, dass Sie im Juli zwei Wochen, also 14 Tage, in Urlaub fahren.

Wenn Sie diese sieben Tipps im Alltag beherzigen, wird es Ihnen viel einfacher fallen, sich neue Dinge zu merken – ganz gleich, ob es sich um Namen, fremde Wörter oder Zahlenfolgen handelt.

Steigern Sie Ihre Leistung durch Konzentration

Amerikanische Forscher haben untersucht, was effektiver ist: Multitasking oder Aufgaben Schritt für Schritt abzuarbeiten. Versuchspersonen mussten Aufgaben nach beiden Schemata lösen.

Dabei wurde die Leistung pro Zeiteinheit gemessen. Das Ergebnis: Wenn die Testpersonen erst eine Aufgabe in Angriff nahmen und lösten und dann die zweite begannen, waren sie besser und schneller, als wenn sie beide im Multitaskingverfahren lösten.

Lernen also auch Sie, sich wieder auf einzelne Tätigkeiten zu konzentrieren.

Sie werden auf diese Weise nicht nur leistungsfähiger, sondern auch schneller und gewinnen dadurch wertvolle Lebenszeit zurück.

Übungen für Ihre Konzentration

Für jede Höchstleistung brauchen Sie Konzentration. Egal, ob es sich um Privatleben, Beruf, Sport oder Hobby handelt.

Sicherlich, solange etwas für Sie neu und spannend ist, gelingt es Ihnen ganz gut, sich zu konzentrieren und mit Begeisterung bei der Sache zu bleiben.

Was aber, wenn Ihre Aufgaben den Reiz des Neuen verlieren und Alltag geworden sind? Können Sie sich dann noch motivieren und ausreichend konzentrieren? Mit meinen Übungen können Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit trainieren.

1. Hören Sie wieder aufmerksam zu. Kaufen Sie sich eine Hörspiel-CD oder -Kassette. Legen Sie sie ein, machen Sie es sich bequem, schließen Sie Ihre Augen und hören Sie einfach nur zu. Nicht während Sie bügeln oder Auto fahren, sondern einfach nur so. Sie werden merken, wie schwer es Ihnen zu Beginn fallen wird, sich nur auf das Erzählte zu konzentrieren, ohne dass Ihre Gedanken abschweifen. Es ist nicht einfach, nur zuzuhören. Aber mit jeder CD wird es Ihnen wieder leichter fallen.

2. Schreiben Sie einen Aufsatz. Das mag für Sie nach Schule klingen, ist aber eine ideale Konzentrationsaufgabe. Nehmen Sie sich mindestens eine Stunden Zeit und schalten Sie alles aus, was Sie stören könnte: Türklingel, Radio, TV, Handy und Telefon. Wichtig ist auch, dass Sie per Hand schreiben, nicht mit Maschine oder PC. Suchen Sie sich ein Thema aus, das Sie im Moment beschäftigt. Mögliche Themen sind etwa, was für Sie Erfolg bedeutet oder wofür Sie verantwortlich sind.

3. Bremsen Sie sich. Diese Übung ist geeignet für Menschen, die unter Zeitdruck dazu neigen, hektisch und fahrig zu handeln. Sie sollten dann bewusst die Langsamkeit entdecken. Merken Sie, dass Sie wieder fahrig und hektisch werden, sagen Sie laut „Stopp! 201;. Und dann senken Sie das Tempo Ihrer Bewegungen. Gehen Sie ganz langsam, setzen Sie bewusst einen Fuß vor den anderen. Greifen Sie nach jedem Gegenstand, als handele es sich um ein rohes Ei. Nach ein bis zwei Minuten werden Sie merken, wie Sie wieder aufmerksamer an die Sache gehen und konzentriert weiterarbeiten können.

4. Disziplinieren Sie Ihren Geist durch Ihren Körper. Ausdauersportarten wie Joggen, Walken oder Radfahren trainieren neben Ihrer körperlichen auch Ihre geistige Ausdauer. Durch das regelmäßige Training, das einer immer wiederkehrenden Aufgabe entspricht, üben Sie sich in Durchhaltefähigkeit. Sie werden weniger sprunghaft, geben nicht so schnell auf.

Fangen Sie langsam an, vielleicht mit zehn Minuten. Wenn Sie nach sechs bis neun Monaten eine Stunde am Stück laufen können, haben Sie auch Ihr Durchhaltevermögen um das Sechsfache gesteigert.

5. Betreiben Sie Denksport. Im Moment erleben Denksportübungen einen neuen Boom. Gerade Sudokus oder Kakuros, die beliebten Zahlenrätsel, schulen Ihre Konzentration – denn schon kleine Unaufmerksamkeiten führen zu falschen Lösungen. Solche Rätsel gibt es als Hefte und Bücher, aber auch als Spiele für den Computer.

Was ist hinter den Bergen?

Wir haben eine kleine Geschichte für Sie zusammengestellt. Dabei wird eine Umgebung sehr genau beschrieben. Lesen Sie den Text aufmerksam durch. Im Anschluss beantworten Sie dann bitte die Fragen unten zu diesem Text.

Am besten decken Sie die Fragen während des Lesens schon einmal ab. Aber nicht schummeln! Zu Ihrer eigenen Übung sollten Sie während der Beantwortung der Fragen nicht in den Text schauen.

Text:

Direkt hinter dem Haus mit der roten Haustür steigen die Berge bis zu einer Höhe von 1.000 Metern auf. Pinien, Fichten und auch Eichen wachsen dort so dicht, dass die Zahl der Wildschweine und des Rotwilds außergewöhnlich hoch ist. Eine große Blumenwiese mit wildem Thymian, Lavendel, Kamille und Mohn erstreckt sich davor, auf der die Bienen und Schmetterlinge von einer Pflanze zur anderen fliegen.

Fragen:

  • Wie hoch waren die Berge hinter dem Haus?
  • Welche Tiere wurden genannt?
  • Welche Bäume wurden genannt?
  • Welche Kräuter wurden genannt?
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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