Gedächtnistraining: So merken Sie sich Namen
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Das haben Sie sicher schon erlebt: Sie treffen jemanden, begrüßen ihn – und dann: „Guten Tag, Herr äh …“ Weg ist der Name, wie fortgeblasen aus Ihrem Gedächtnis. Meist merken Sie diesen Verlust nicht schnell genug, um das „Herr“ oder „Frau“ bei der Begrüßung einfach wegzulassen. Aber es gibt eine Strategie, mit der Sie sich nicht mehr solchen Peinlichkeiten aussetzen müssen.
Im Moment ist die Werbung für ein Gedächtnisstärkungs-Mittel auf allen Kanälen zu sehen. Genau die peinliche Szene mit dem entfallenen Namen, die wir doch alle kennen, soll uns dazu animieren, kleine Tabletten zu schlucken. Diese sollen dann ruckzuck Ihre Gedächtnisleistung verbessern.
Aber seien wir doch mal ehrlich. Es liegt meist nicht daran, dass Sie vergesslich sind und daher mit dem einen oder anderen Medikamentenwirkstoff die Durchblutung Ihres Gehirns und damit seine Leistung verbessern können. Vielmehr gibt es tatsächlich Menschen, die sich 10-stellige Telefonnummern sofort merken können – aber bei Namen hilflos sind, wenn sie ihr Gegenüber auch nur einige Tage lang nicht gesehen haben.
Warum Ihr Gedächtnis Lücken zeigt
Wie aber kommt es dazu, dass Sie plötzlich einen Namen vergessen haben? Das kann ja sehr schnell gehen. Gerade wussten Sie ihn noch und jetzt, wo Sie denjenigen sehen, haben Sie den Namen vergessen.
Schuld daran ist Ihr Gehirn selbst. Sie wollen natürlich Ihr Gegenüber freundlich anreden. Besonders wenn Sie in einer ähnlichen Situation schon einmal Namen vergessen haben, setzen Sie sich jetzt unter Stress.
In Ihrem Gehirn werden dann Stresshormone, zum Beispiel Cortisol, ausgeschüttet. Diese blockieren die Nervenzellen und verhindern so eine Reizweiterleitung. Die Folge: Sie können den entsprechenden Namen nicht aus Ihren „Gehirnschubladen“ herauskramen.
Die Visitenkarte – Ihre hilfreiche Gedächtnisstütze
Es gibt viele Möglichkeiten, sich einen Namen einzuprägen. Die Schlechteste ist sicherlich, sich nach dem Vorstellen herumzudrehen und den Namen wie ein Papagei 5 Minuten lang leise vor sich hin zu sprechen. Dabei schaltet Ihr Gehirn ab. Besser ist es, wenn Sie die Person fragen, ob sie eine Visitenkarte hat. Sie werden sich wundern, wie viele Privatmenschen solche Kärtchen besitzen – allein schon wegen der eigenen Handynummer, die ebenfalls häufig Erinnerungsprobleme bereitet.
Haben Sie ein Kärtchen erhalten stecken Sie es nicht weg mit dem Gedanken „Nun hab ich den Namen fest“. Schauen Sie vielmehr drauf und bedanken Sie sich bei Ihrem Gesprächspartner mit Namen: „Vielen Dank, Herr Meier!“ Häufig liefert Ihnen eine Karte auch weitere Informationen, an die Sie anknüpfen können. Vielleicht haben Sie in der Nähe seiner Straße einmal gewohnt, in seinem Heimatort Urlaub gemacht? Erwähnen Sie dies – und sprechen Sie Ihr Gegenüber wieder mit Namen an. Haben Sie dann Ihr kleines Gespräch beendet, notieren Sie sich diese Gemeinsamkeiten auf der Rückseite der Karte, vielleicht noch mit ein oder zwei prägnanten Eigenschaften der Person.
Sie werden sehen: Wenn Sie später noch einmal die Karte hervorholen, entsteht vor Ihnen automatisch das Gesicht von Herrn Meier, mit dem Sie sich über Ihren Urlaubsort unterhalten haben.