Gedächtnistraining: Schulen Sie Ihr Gehirn
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„Festgemauert in der Erden, steht die Form, aus Lehm gebrannt“ – Mussten Sie Schillers Glocke in der Schule auch auswendig lernen? Heute werden Schüler kaum noch damit gequält, Gedichte und Texte auswendig zu lernen. „Kluge“ Menschen haben das bei der Erstellung der Lehrpläne abgeschafft, da es den Kindern ja so schwerfällt. Dabei müssen Sie ein Leben lang in der Lage sein, auswendig zu lernen, wenn Sie geistig fit bleiben wollen. Und mit meiner Methode ist es auch gar nicht so schwer.
Auch heute, in einer Zeit, in der Computer unseren Alltag bestimmen, müssen Sie in der Lage sein, bestimmte Dinge „einfach so“ zu wissen. Sei es die PIN-Nummer für die ECKarte, die Funktion der Kamera oder eine Tastenkombination Ihres Telefons – diese Dinge müssen Sie auswendig lernen, um sie dann im Alltag anwenden zu können. Sie haben keine Zeit, so etwas ständig nachzuschlagen. Das Problem: Es liegt uns Menschen nicht unbedingt, solche Fakten zu behalten. Das ist auch kein Wunder: Das Gehirn des Menschen ist kein Zahlen- und Datenfresser. Aufgrund seiner Evolution ist es dafür gemacht, darüber nachzudenken, wie der Mensch überleben und sich Nahrung beschaffen kann – aber nicht dafür, sich endlose Textzeilen und Zahlenkolonnen zu merken.
Nur die Wiederholung regt Ihr Gehirn an
Gerade weil Ihr Gehirn eigentlich gar kein Freund des Auswendiglernens ist, sollten Sie diese Fähigkeit immer wieder schulen. Dabei reicht es aber nicht, dass Sie sich eine Textzeile einmal kurz ansehen. Die Kunst liegt in der richtigen Wiederholung, im Training Ihres Gehirns. Das haben Neurologen, also Gehirnforscher, mittlerweile herausgefunden.
Ihr Gehirn hat eine ganz besondere Art, zu arbeiten. Wenn Sie sich etwas merken wollen, dann versuchen die entsprechenden Nervenzellen, sich miteinander zu verbinden. Sie strecken und dehnen sich aus, um gegenseitig in Kontakt zu treten. Dieser Effekt hält aber nur einige Minuten lang an. Danach ziehen sich die Nervenzellen wieder zusammen. Wollen Sie etwas dauerhaft im Gedächtnis behalten, müssen Sie Ihre Nerven auch ständig anregen. So bildet sich nach und nach eine stabile Verbindung zwischen diesen Nervenzellen: Sie behalten das Gelernte im Gedächtnis.
Das Zauberwort heißt also Wiederholung - und zwar zur richtigen Zeit. Vielleicht kennen Sie es aus eigener Erfahrung oder von Ihren Kindern: Da hat man drei Stunden lang Vokabeln gelernt - und beim Test doch versagt. Kein Wunder. Egal, ob Sie zehn Minuten oder drei Stunden am Stück lernen, Ihr Gehirn hakt das als einmaliges Lernen ab. Erst wenn Sie wiederholen, wird der Stoff als wichtig erkannt - daher sind zehn Minuten an vier Tagen auch sinnvoller als vierzig Minuten zu lernen an einem Tag.
Beginnen Sie Ihren Lernprozess richtig
Wie gehen Sie aber vor, wenn Sie etwas lernen wollen oder müssen? Zunächst befassen Sie sich mit dem Text. Das können Sie an dem Tag tun, bevor Sie anfangen zu lernen, oder aber eine Stunde vorher. Lesen Sie den Text zweimal langsam durch, damit Sie sich mit ihm vertraut machen. Danach klappen Sie ihn zu und versuchen, sich an die wichtigsten Stichpunkte zu erinnern. So legen Sie die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Denn Ihr Gehirn wird sich lieber mit einem Text befassen, wenn er schon vertraut ist. Sie haben dann mehr Lust, ihn zu lernen.