Gedächtnistraining: Neurobics
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Nicht nur Ihre Muskeln können Sie gezielt trainieren, auch Ihr Gehirn ist für Bewegung dankbar. Mit Neurobics-Übungen bringen Sie Ihre kleinen grauen Zellen auf „Vorderfrau“!
Das Gehirn ist unser kompliziertester Körperteil. So hochspezialisiert und leistungsstark, dass es auch der Wissenschaft noch immer Rätsel aufgibt. Doch die jüngsten Erkenntnisse sind ein Meilenstein: Selbst im hohen Alter können sich neue Nervenzellen entwickeln und dafür sorgen, dass wir unser ganzes Leben lang lernfähig bleiben. Der amerikanische Neurologe Lawrence Katz: „Wir können unser Gehirn wie Muskeln trainieren.“
Jeder neue Reiz, jede Sinneswahrnehmung verdichtet das Netz der Nervenbahnen, hält unser Gehirn flexibel und lernbereit. Der Neurologe hat aus seinen Erkenntnissen das Übungsprogramm „Neurobics“ entwickelt. Es bietet Wege aus dem Alltagstrott und ist verblüffend einfach. Probieren Sie es einfach mal aus – zum Beispiel im Beruf:
- Nehmen Sie nicht immer den gleichen Weg zur Arbeit, gehen Sie immer mal wieder andere Wege, benutzen Sie andere Mittel, mal das Auto, mal das Fahrrad, mal die Füße. Versuchen Sie dabei Geräusche und Gerüche bewusst wahrzunehmen und sich so eine Art innerer Landkarte davon zu erstellen. Ihr Gehirn muss sich dabei ganz flexibel auf neue Eindrücke und mögliche Gefahren einstellen. Das macht ihm Beine.
- Ordnen Sie Ihren Schreibtisch ab und zu völlig neu. Stellen Sie – so gut es geht – alle Dinge auf einen anderen Platz: das Telefon, den Computer oder die Nachschlagewerke. Ihr Gehirn muss sich so eine neue Geographie erstellen.
- Verändern Sie ab und zu Ihre Arbeitsabläufe. Lesen Sie die Post zu einem anderen Zeitpunkt, trinken Sie Ihren Kaffee oder Tee zu einer anderen Stunde, wechseln Sie Ihre Kantinenzeiten, verlegen Sie Termine auf andere Zeiten. Das erhöht die Aufmerksamkeit Ihres Gehirns.
- Verändern Sie ab und an die Farben in Ihrem Büro. Schon winzige Farbveränderungen geben Ihrem Gehirn ein anderes Gefühl.
- Laden Sie sich Besuch ins Büro ein, Ihren Mann, Ihre Kinder, Ihre Freundin. Gehen Sie gemeinsam bewusst durch alle Räume. Sie werden Gewohntes mit anderen Augen sehen.
- Hängen Sie hin und wieder Bilder an ihrer Wand umgekehrt auf oder stellen Sie die Bilder Ihrer Liebsten auf den Kopf. Denn das Gehirn verarbeitet visuelle Informationen mit beiden Hälften. Der eine Teil versucht, das Objekt zu erkennen, der andere nimmt die räumlichen Verhältnisse wahr. Wenn Bilder auf dem Kopf stehen, muss das Gehirn beide Hälften anstrengen.
- Legen Sie in eine Schale oder in einen kleinen Karton die unterschiedlichsten Dinge, die Sie dann beim Telefonieren „blind“ zu ertasten versuchen.