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Gedächtnistraining:

Kleiner Test gefällig? Nehmen Sie sich zehn Begriffe vor und versuchen Sie, sich diese innerhalb einer Minute einzuprägen. Gehen Sie dann fünf bis zehn Minuten ihrer normalen Beschäftigung nach und versuchen Sie anschließend, die Liste vollständig aufzuschreiben. Hier die Liste:

  • Tannenzapfen
  • Kassetttenlaufwerk
  • Türzarge
  • Schokoladenpudding
  • Farbfoto
  • Klebetube
  • Namensschild
  • Sekundenzeiger
  • Stuhlbein
  • Katzenkratzbaum

Und, hat es geklappt? Im Zweifelsfall recht gut, denn schließlich waren Sie auch hochmotiviert und haben sich richtig Mühe gegeben. Was man im Alltag oftmals nicht tut. Und was hätte nun ein Gedächtniskünstler mit dieser Liste anderes gemacht als Sie, dass er sie so viel besser, schneller und leichter ins Gedächtnis hätte einspeichern können? Hier können verschiedene Wege zum Ziel führen. Beispielsweise hätte er, während er die Begriffe las, eine Geschichte um diese herum konstruieren können. Denn eine Geschichte merkt man sich wesentlich besser als nackte Begriffe. Zu anstrengend? Dann versuchen Sie doch mal, sich vorzustellen, wie Sie jeden einzelnen der genannten Gegenstände kaputtmachen.

Am besten, Sie nehmen dabei jeweils den zuerst Gelernten und demolieren damit den nächsten. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Möchten Sie es auf die eine oder andere Art noch einmal probieren mit dem Listenlernen? Dann hier noch eine Liste:

  • Teetasse
  • Nagellackentferner
  • Flachbildschirm
  • Fenstergriff
  • Korkenzieher
  • Knoblauchreibe
  • Pappschachtel
  • Kugelschreiber
  • Blinddarm
  • Telefonhörer

Das Prinzip der Gedächtnis-Kunst ist nichts anderes als korrekte Gehirn-Anwendung. Sie besteht darin, dass Sie neben der aufmerksamen Beschäftigung mit dem zu Lernenden den Lernstoff in das Gedächtnis einknüpfen. Handelt es sich um solche Listen wie die obige, istes wichtig, dass Sie sie auch untereinander verknüpfen, damit ein Gegenstand der Liste zum nächsten führt, und Sie sie somit hintereinander herunterrattern können.

Nutzen Sie Ihre rechte Gehirnhälfte

Ebenso wichtig ist es, neben unserer meist gut ausgebildeten linken Gehirnhälfte, die für das logische, sprachliche Denken verantwortlich ist, auch unsere meist verkümmerte rechte Gehirnhälfte zu benutzen, die für bildhaftes Erkennen, für Gerüche, optische Eindrückeund die Phantasie zuständig ist. Hierdurch wird der Eindruck des zunächst nackten, abstrakten Begriffes verstärkt ins Gedächtnis eingespeichert. Sie haben den Tannenzapfen in der ersten Liste oben vergessen? Haben Sie nur das Wort „Tannenzapfen“ fokussiert oder hatten sie ihn wirklich geistig vor Augen? Haben Sie gespürt, wie er in der Hand piekst? Sich ans Zapfensammeln im Kindesalter erinnert? Wenn Sie das getan hätten, hätten Sie ihn vielleicht nicht so leicht geistig fallen gelassen.

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