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Diese versteckten Ursachen für Gedächtnisstörungen müssen Sie kennen

Haben Sie vergessen, wo Sie Ihre Brille abgelegt haben … wie der Ort heißt, in dem Ihre Kusine wohnt … wie der Film endete, den Sie letzte Woche gesehen haben?

Gedächtnislücken sind ärgerlich und wenn sie sich häufiger als früher bemerkbar machen, befürchten viele, an Alzheimer erkrankt zu sein. Sorgen Sie sich nicht: In 9 von 10 Fällen von Gedächtnisstörungen sind Depressionen der Auslöser.

Depressionen bewirken keine Beeinträchtigungen oder gar Schäden im Gehirn selbst, sondern verlangsamen lediglich die Abläufe in der Denkzentrale.

Das wiederum liegt an den Stoffen, die im Gehirn die Informationen zwischen den Nervenzellen transportieren (so genannte Neurotransmitter) und die bei einer Depression nicht ausreichend vorhanden sind.

Sie merken es beispielsweise daran, dass Sie sich zwar spontan nicht mehr an den Titel eines Buchs oder den Namen eines Bekannten erinnern können.

Doch wenn Sie ein bestimmtes Wort hören oder ein Foto sehen, fällt es Ihnen ganz plötzlich wieder ein.

Depressive Phasen können jeden in jedem Lebensabschnitt heimsuchen, und nur zu oft bleiben sie unerkannt und unbehandelt. Denn mit einer leichten oder mittleren Depression arrangieren sich die meisten.

Sie gehen weiterhin ihrer Arbeit nach und täuschen sich und andere, indem sie die Erkrankung verdrängen, obwohl für sie das Leben viel von seinem Glanz und seiner Freude verloren hat.

Einfacher Selbsttest

Ob Sie an Depressionen leiden, können Sie leicht selbst feststellen, indem Sie die folgenden Fragen ehrlich für sich beantworten:

  • Sind Sie oft traurig? Sie merken es daran, dass Sie Ihr Stimmungstief auch dann nicht wirklich überwinden können, wenn Sie einer Arbeit nachgehen oder wenn Sie unter Freunden oder in Urlaub sind.
  • Gibt es nichts oder kaum noch etwas, das Ihnen Freude macht? Können Sie sich über Geschenke, über Lob oder über andere Dinge, die Ihnen früher Spaß bereitet haben, jetzt nicht mehr freuen?
  • Sind Sie apathisch? Interessiert Sie das Leben um Sie herum nicht mehr, sind Ihnen Ihre Freunde, ihre Familie, Sex und Intimität gleichgültig oder bedeutungslos geworden?
  • Befällt Sie Hoffnungslosigkeit? Können Sie sich nicht mehr vorstellen, dass die Welt auch Positives für Sie bereithält und sich Dinge auch zum Besseren entwickeln können?

Wenn Sie auch nur eine dieser vier Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten Sie ärztlichen Rat in Anspruch nehmen. Denn oft entsteht daraus ein Teufelskreis: Depressive Menschen sind überzeugt oder fürchten zumindest, an Alzheimer erkrankt zu sein.

Dadurch verstärken sich ihre Depressionen, was wiederum die Gedächtnisprobleme schlimmer und schlimmer werden lässt.

Schwere Depressionen können Ihr Gedächtnis so stark beeinträchtigen, dass man dafür das Wort Pseudodemenz geprägt hat. Was ist der Unterschied zur Alzheimer-Erkrankung?

Ganz einfach: Wenn die Depression behandelt wird, kehrt das Gedächtnis zurück.

Mein Tipp: Wenn Sie die genannten Symptome bei sich feststellen, suchen Sie unbedingt Ihren Hausarzt auf. Er oder ein Spezialist werden feststellen, woran Sie leiden und wie Ihnen geholfen werden kann.

Zum Beispiel dadurch, dass die Ursachen der Depressionen mit psychotherapeutischen Maßnahmen geheilt werden, und mit der parallelen Einnahme von natürlichen Heilmitteln wie Johanniskraut- oder Ginkgo-Präparaten.

Erst wenn diese keine Wirkung zeigen, sollte Ihr Arzt Ihnen Antidepressiva verschreiben, Medikamente, die den abgesunkenen oder zu schnell abgebauten Neurotransmitter-Vorrat wieder auffüllen.

Konzentrationsübungen für zwischendurch

Eine gute Konzentration ist auch eine Frage der Übung. Freude an einer Sache bedeutet schon die Hälfte der Konzentration. Je spielerischer und sportlicher Sie an die Aufgabe „Konzentration steigern“ herangehen, desto leichter wird es Ihnen fallen.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Beispielen für Übungen, mit denen Sie Ihre Konzentration steigern können.

Übung 1 – Eine Zeitlang schweigen und gar nichts tun

Diese Übung können Sie immer wieder zwischendurch machen. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit zunächst für eine Minute, später auch länger, ausschließlich auf eine Sache – z. B. eine Kerze oder ein Bild. Schweigen Sie, tun und denken Sie möglichst nichts.

Diese Übung ähnelt bereits der Meditation. Sie können damit lernen, Ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und sich völlig auf eine Sache zu konzentrieren.

Übung 2 – Leise Radio hören

Drehen Sie einmal bewusst Ihr Radio oder auch Ihren Fernsehapparat leiser und leiser. Bemühen Sie sich dennoch, alles zu verstehen.

Übung 3 – Den anderen stören

Für diese Übung brauchen Sie einen Partner. Sie nehmen sich eine Aufgabe vor, z. B. einen Artikel zu lesen, und der andere muss alles versuchen, um Sie abzulenken. Er darf Krach machen, Sie ansprechen, mit störenden Geräuschen oder Gerüchen arbeiten, Sie aber nicht anfassen oder Ihnen die Arbeit unmöglich machen, z. B. indem er das Licht ausschaltet.

Probieren Sie zunächst, sich für volle 2 Minuten auf Ihre Aufgabe zu konzentrieren und tauschen Sie dann. Schreiben Sie auf, was Sie besonders gestört hat und trainieren Sie Ihre Konzentration genau in Hinblick auf ähnliche Störfaktoren.

Übung 4 – Buchstaben finden

Nehmen Sie sich einen Artikel aus einer Zeitschrift oder einer Zeitung. Suchen Sie nun auf Zeit z. B. alle „n“ aus dem Text oder alle „a“ und zählen Sie diese. Für den Anfang können Sie dafür einen Stift nehmen und die Buchstaben mit einem Punkt markieren.

Fortgeschrittene sollten es nur mit den Augen versuchen. Steigern Sie mit der Zeit sowohl die Zeit als auch die Anzahl der zu suchenden Buchstaben.

Übung 5 – Memory spielen

Spielen Sie öfter mal Memory. Besonders wenn Sie die Versionen für Fortgeschrittene, wie z. B. das Spiel „Mega-Memo“ spielen, müssen Sie sich schon ganz schön konzentrieren, um nicht zu verlieren. So kann Konzentrationstraining auch wirklich Spaß machen.

Was Sie sonst noch Gutes für Ihr Gedächtnis tun können

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung lässt Ihre Hirnzellen wieder optimal funktionieren. Mehr noch: Bewegung regt auch das Wachstum neuer Nervenzellen im Gehirn an. 3- oder 4-mal 30 Minuten rasches Gehen, Radfahren oder Schwimmen pro Woche reichen bereits, um einen positiven Effekt zu erzielen.
  • Denken Sie an Ihre Antioxidantien: Antioxidantien binden aggressive Sauerstoffmoleküle, so genannte Radikale. Günstig ist es, wenn Sie 5-mal am Tag Obst und Früchte zu sich nehmen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie zusätzlich 400 bis 1.000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin E täglich als „Gehirn-Schutz“ einnehmen können. Mein Tipp: Vitamin E sollten Sie nie überdosieren, da es sonst Nebenwirkungen wie starke Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen kann. Die beste Wirkung haben Präparate, die aus unterschiedlichen Vitamin-E-Formen gemischt sind. Sie erkennen sie an einem Pluszeichen hinter dem Präparat-Namen oder an der Bezeichnung „Mixed Tocopherols“ im Kleingedruckten. Auch die Einnahme von Lecithin-Präparaten kann helfen. Lecithin ist ein Baustoff der Nervenzellmembran und Energielieferant für die Nervenzellen. 200 Kapseln kosten rund 15 € (z. B. von asco).
  • Bleiben Sie fit im Kopf: Wenn Sie Ihren Einkaufszettel auswendig lernen, Kreuzworträtsel lösen oder noch mal eine Tanzschule besuchen, hält das Ihre Gehirnzellen und damit Ihre Gedächtnisleistung bestens fit.
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Alte Kommentare
  • Jens schrieb am 16.04.2014, 19:10 Uhr

    Sehr guter Artikel. Hier wurde alles auf den Punkt gebracht und er enthält dazu noch nützliche Tips.