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Fibromyalgie: Diese 4 Alternativ-Therapien helfen am besten gegen Ihre Schmerzen

„Ihre Krankheit ist nur psychosomatisch bedingt“ – diesen Satz von ihrem Arzt mussten sich Patienten, die an

Ärtzin_mit_Patientin© Picture-Factory
Fibromyalgie leiden, noch vor knapp zehn Jahren häufig anhören.

Heute wissen wir, dass Fibromyalgie keine eingebildete Krankheit ist und die Schmerzen bei vielen Betroffenen immer wieder unerträglich sein können.

Dennoch gibt es bis heute keine Heilmethode – nur eine Standardbehandlung, die nicht bei jedem Erkrankten wirkt.

Doch es gibt alternative Therapieformen, mit denen Sie die Schmerzen lindern können. Die besten vier stelle ich Ihnen in diesem Beitrag vor. …

Der Begriff „Migräne des Körpers“ ist eine sehr gute Beschreibung für Fibromyalgie: Es handelt sich um Schmerzen, die sich nicht auf eine Körperstelle festlegen lassen.

Vielmehr ziehen sie durch den gesamten Körper. Hinzu kommen weitere Krankheitssymptome wie Müdigkeit, verbunden mit Schlafstörungen, aber auch geschwollene Körperstellen, Verdauungsstörungen oder Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule.

Das sind die möglichen Ursachen der Fibromyalgie- Schmerzen

Die genauen Ursachen, die zu einer Fibromyalgie führen, sind bis heute unbekannt. Allerdings vermuten Wissenschaftler, dass bestimmte Faktoren die Entstehung einer Fibromyalgie fördern können. Hierzu gehören:

Genetische Belastungen

Wenn in Ihrer Familie bereits Fibromyalgiefälle aufgetreten sind, erhöht das Ihr Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

Allerdings ist noch nicht erforscht, was genau vererbt wird: Sind es Störungen innerhalb des Körpers bei Schmerz­weiterleitung und Schmerzempfinden, oder ist es eine gestörte Produktion von bestimmten Botenstoffen?

Hormonelle Veränderungen

Bei vielen Erkrankten lässt sich ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Melatonin und Serotonin nachweisen. Zudem ist auch die Ausschüttung weiterer Hormone im Gehirn gestört.

Eine Folge dieses gestörten Hormonstoffwechsels ist, dass die Nebennieren nicht mehr richtig arbeiten können: Der Körper steht dauerhaft unter Stress.

Gestörter Schlaf

Viele Erkrankte leiden schon vor Ausbruch der Krankheit unter Schlafstörungen, durch die es ihnen nicht möglich ist, in die Tiefschlafphasen zu gelangen. So kann der Körper sich nicht erholen: Es kommt zu einer ständigen Stressbelastung.

Gestörter Muskelstoffwechsel

Forscher konnten nachweisen, dass bei Fibromyalgie-Patienten die Funktion der Muskeln verändert ist. An manchen Stellen sollen sie sich zusammenziehen, sie entspannen sich aber stattdessen.

Zudem werden sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt – auch das führt zu Schmerzen.

Dauerschmerzen

Sie werden durch Vorerkrankungen verursacht, zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle oder Unfallverletzungen. Diese dauerhaften Schmerzen beeinflussen das Schmerzgedächtnis des Körpers so stark, dass es verändert wird.

Auch wenn die eigentlichen Schmerzen ausgeheilt sind, ist das Schmerzgedächtnis der Meinung, die Beschwerden seien noch vorhanden.

Stress

Depressionen, aber auch Ängste, die durch Stress und den Druck, nicht gut genug zu sein, ausgelöst werden, wirken sich negativ auf Ihren Körper aus.

Sie können zu den Fibromyalgieschmerzen führen – und letztendlich zu einem Teufelskreis: Denn diese Schmerzen führen erneut zu Stress, der Ihre Depressionen und Ängste noch verschlimmert, was sich wiederum negativ auf Ihre Schmerzen auswirkt.

Verändertes Schmerzempfinden

Schmerzen empfinden alle Menschen unterschiedlich – und auch bei Ihnen ist das Schmerzempfinden von Ihrer Tagesform abhängig. Haben Sie gut geschlafen und sind Sie ausgeruht und entspannt, nehmen Sie Schmerzen weniger stark wahr als an Tagen, an denen Sie übermüdet sind und unter Stress stehen.

Grund dafür ist das Zusammenspiel von Hormonen und „P“, einer Schmerzsubstanz. Diese Substanz beeinflusst die Schmerzwahrnehmung. Bei Patienten mit Fibromyalgie liegt sie deutlich erhöht vor, zudem ist der Serotoninspiegel deutlich verringert.

Medikamente können Fibromyalgie nicht heilen

Bisher gibt es keine Möglichkeiten, Fibromyalgie zu heilen. Auch wenn die Erkrankung dem Rheuma ähnlich ist, helfen die meisten Medikamente, die bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt werden, nicht.

Eine Therapie besteht häufig darin, die Beschwerden mit einfachen Schmerzmitteln zu lindern.

Wenn diese nicht wirken, werden stärkere Schmerzmittel wie Novalgin, Tramal oder andere Präparate eingesetzt, aber auch Antidepressiva werden verschrieben. Diese sollen den zu niedrigen Serotoninspiegel erhöhen und so die Schmerzen lindern.

Leider haben all diese Präparate Nebenwirkungen. Die gängigen Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure, können bei Daueranwendung Kopfschmerzen und starke Magenbeschwerden verursachen.

Antidepressiva wiederum haben häufig Sehstörungen, aber auch Kreislaufbeschwerden zur Folge.

Diese Thera­pieformen lindern Ihre Fibromyalgie-Beschwerden

Sie sollten daher versuchen, Ihre Fibromyalgie-Beschwerden durch alternative Methoden zu lindern. Es gibt Therapieformen, die sich bei dieser Erkrankung als sehr hilfreich erwiesen haben. Hierzu gehören:

  1. Physikalische Therapien. In diese Gruppe gehören zum einen die Wärmebehandlungen wie Bäder oder Bestrahlungen. Sie sorgen für nachlassende Muskelspannung und verbesserte Durchblutung der Muskulatur. Zudem verringert Wärme die Weiterleitung von Schmerzen. Auch sorgen Wärmeanwendungen, wie zum Beispiel die Sauna, für ein Wohlgefühl: Sie können entspannen – Stress fällt von Ihnen ab.

    Zum anderen gehören Kälteanwendungen zu den physikalischen Therapien, unter anderem kalte Güsse oder ein Aufenthalt in einer Kältekammer. Kälte reduziert ebenfalls die Schmerzweiterleitung, verringert jedoch auch die Schmerzempfindlichkeit Ihres Körpers.

    Wärme- und Kälteanwendungen können Sie zu Hause selbst durchführen, zum Beispiel durch ein warmes Bad oder einen Kühlakku, den Sie sich auf die schmerzenden Stellen legen. Schlagen Sie diesen zusätzlich in ein Küchentuch ein, damit Sie Ihre Haut durch die Kälte nicht verletzen. Aufenthalte in einer Kältekammer werden meist in speziellen Kliniken angeboten. Ihr Arzt kann Ihnen bei der Suche nach einer solchen Einrichtung weiterhelfen.

  2. Krankengymnastik. Sie werden von einem Krankengymnasten dazu angeleitet, sich wieder zu bewegen – und zwar so, dass Sie möglichst wenig Schmerzen haben. So trainieren Sie Ihre Muskeln – denn viele Erkrankte scheuen aufgrund der Schmerzen Bewegung. Starke Muskeln tragen aber dazu bei, dass die Schmerzen gelindert werden, weil die Gelenke weniger belastet werden. Krankengymnastik kann Ihnen Ihr Arzt verschreiben; die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
  3. Entspannungsmethoden.Fibromyalgiepatienten stehen häufig unter Daueranspannung. Grund dafür sind die ständigen Schmerzen und die Ängste vor dem nächsten schmerzhaften Anfall. Entspannungstechniken helfen Ihnen, diesen Stress abzubauen und so Ihren Körper zu beruhigen. Es gibt viele Entspannungstechniken, die hierzu beitragen, beispielsweise Yoga, Meditation oder autogenes Training – Sie als Betroffener müssen herausfinden, mit welcher Technik Sie am bes­ten zurechtkommen. Denn nicht jeder Mensch kann mit den gleichen Methoden entspannen.

    Im FID Verlag sind Entspannungs-CDs erschienen, auf denen Ihnen die verschiedenen Entspannungstechniken erläutert werden. Sie können die vier CDs zu den Themen „Yoga“, „Progressive Muskelentspannung“, „Autogenes Training“ und „Lebendiger Atem“ einzeln zum Preis von 14,95 oder als Vierer-Paket zum Preis von 49,99 € unter der Telefonnummer 0228/9 55 04 20 bestellen.

  4. Psychotherapie. Fibromyalgie ist häufig mit Angst verbunden: Angst vor plötzlichen Schmerzen, vor der Stärke der Schmerzen, vor der Zukunft. Eine Psychotherapie kann Ihnen helfen, mit diesen Ängsten umzugehen. Ihr Arzt kann Ihnen einen Therapeuten empfehlen. Fragen Sie vorher bei Ihrer Krankenkasse nach, ob die Kos­ten für eine solche Therapie übernommen werden.

Übrigens: Bei Fibromyalgie raten manche Ärzte zu einer neuartigen Operation. Hier sollen Verhärtungen an bestimmten Schmerzpunkten entfernt und so die Schmerzen gelindert werden.

Allerdings ist der Erfolg dieser Methode bis heute nicht nachgewiesen und die Behandlung nicht als offizielle Therapie anerkannt. Ich rate Ihnen, auf eine Operation mit solch fragwürdigem Erfolg zu verzichten.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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