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Fibromyalgie: Symptome, Diagnose und Behandlung

Fibromyalgie oder Faser-Muskel-Schmerz ist eine chronische, nicht heilbare Schmerzerkrankung, die nicht entzündlich ist. Fibromyalgie wird manchmal als Sonderform des Weichteilrheumatismus betrachtet, zumeist aber als eigenständige Krankheit gesehen. Die chronischen Schmerzen der rätselhaften Erkrankung wandern durch den ganzen Körper, wie eine Art „Ganzkörper-Migräne“. Nach Arthrose und verschiedenen Wirbelsäulenleiden ist sie die dritthäufigste Erkrankung des Bewegungsapparats.

Die ersten Symptome der Fibromyalgie sind Entzündungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die oft von Müdigkeit begleitet werden. Da die Ursachen der Fibromyalgie noch nicht erforscht wurden, beschränkt sich eine Behandlung normalerweise auf Schmerzmanagement, welches auch nichtsteroide Entzündungshemmer (NSAIDs), Antidepressiva, Sport, Massagen und Ernährungsumstellungen umfasst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Fibromyalgie: Die Suche nach den Tender Points
  2. Schmerzmittel sind keine Dauertherapie
  3. Alternative Behandlungsverfahren
  4. FMS unter Kontrolle: Die 5-Säulen-Therapie

Fibromyalgie© Adobe Stock – Henrie

Fibromyalgie: Die Suche nach den Tender Points

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) führt zu chronischen Schmerzen, zu Erschöpfungszuständen und verringert bei vielen Menschen die Lebensqualität deutlich. Hinzu kommt, dass Schmerzmittel häufig kaum helfen. Die ärztliche Diagnostik orientiert sich in der Regel an der geschilderten Schmerzsymptomatik im Bereich des gesamten Bewegungsapparates. Sie sucht nach bestimmten typischen Schmerzdruckpunkten (Tender Points). Eine Fibromyalgie gilt als gesichert, wenn neben den allgemeinen Schmerzen mindestens 11 von 18 vorgegebenen Tender Points auf Druck schmerzhaft reagieren. Mit Hilfe eines Druckdolorimeters (Messgerät zur Einschätzung der Druckschmerzhaftigkeit) lässt sich dieser erhöhte Druckschmerz auch objektiv nachweisen.

Da alle Symptome einer Fibromyalgie ebenso wie die Tender Points auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, müssen vor der endgültigen Diagnose bestimmte Leiden (z. B. Rheuma, Infektionen, Muskelentzündungen, Tumoren) ausgeschlossen werden. Dazu untersucht Ihr Arzt auch das Blut und den Urin. Denn bei Fibromyalgie sind im Gegensatz zu den Krankheiten, die es abzugrenzen gilt, die meisten Blut- und Urinwerte im Normalbereich. Gegebenenfalls können auch Röntgenaufnahmen und neurologische Spezialuntersuchungen notwendig werden.

Typische Symptome

Das FMS ist ein chronisches Schmerzsyndrom, dessen Ursache nicht bekannt ist: keine Entzündung, keine Abnutzungserscheinungen, keine typischen Funktionsverluste. Zahlreiche unspezifische Symptome sind Teile eines großen Mosaiks. Zu den charakteristischen Beschwerden zählen:

  • quälende, ständige wechselnde Schmerzen des Bewegungsapparats, und zwar an Muskulatur und Sehnenansätzen (Rücken, Nacken, Brustkorb, Kopf und Gelenke von Armen und Beinen)
  • ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verdauungsprobleme
  • trockene Schleimhäute
  • Geräusch-, Licht- und Kälteempfindlichkeit
  • Depressivität
  • diverse vegetative Störungen

Die Schmerzen können sich bei körperlicher Anstrengung verstärken („Übertrainingssyndrom“); sie verschwinden aber nicht automatisch bei körperlicher Inaktivität. Die Fibromyalgie verläuft eher schleichend mit anfangs unspezifischen Beschwerden. In der Regel dauert es etwa acht Jahre, bis das Krankheitsbild der Fibromyalgie voll entwickelt ist.

Schwierige Diagnose bei Fibromyalgie

Ähnlich wie beim Burnout-Syndrom zählen manche Ärzte bis zu 100 verschiedene Symptome – von leichten Beschwerden bis hin zu kaum erträglichen Schmerzen und Arbeitsunfähigkeit. Auffallend: Frauen erkranken etwa achtmal häufiger als Männer.

Bei der Diagnose einer Fibromyalgie können weder Röntgenbilder noch Laborwerte Aufschluss geben, denn Gelenke und Organe verändern sich durch die Krankheit nicht. Nach Ausschluss anderer Krankheiten verlässt man sich häufig auf die Schmerzempfindlichkeit sogenannter „Tender Points“, die oft nahe der Gelenke an den Sehnenansatzpunkten liegen und auf Druck schmerzhaft reagieren. Ursache und Entstehung der Fibromyalgie sind nach wie vor nicht befriedigend geklärt. Es werden psychische, genetische, neurophysiologische, hormonelle und sonstige Ursachen vermutet. Auch ist man sich nicht einig, ob eine Fibromyalgie die körperliche Manifestation einer psychischen Erkrankung ist oder aber eine physische Erkrankung, die in der Folge zu psychischen Problemen führt.

Gestörte Schmerzwahrnehmung könnte schuld sein

Eine gestörte bzw. veränderte Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung scheint das FMS auszulösen und seine Entwicklung zu bestimmen. Die genauen Ursachen sind ungeklärt. Neben einer erblichen Veranlagung oder Prägung im familiären Umfeld können aber traumatische Erlebnisse (z. B. in der Kindheit, ein Unfall) und schwerwiegende Konfliktsituationen (z. B. in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz, Tod eines geliebten Menschen) die Krankheit auslösen. Die Persönlichkeitsstruktur („Kontrolltypen“, Perfektionisten) kann das FMS begünstigen.

Schmerzmittel sind keine Dauertherapie

Wenn die Schmerzen besonders stark sind, lassen sich Analgetika (schmerzlindernde Medikamente) oft nicht umgehen. Acetylsalicylsäure (Aspirin) bzw. Weidenrinde (Achtung bei zahnärztlichen Eingriffen: herabgesetzte Blutgerinnung) oder Paracetamol können die Beschwerden kurzzeitig erträglicher machen, sollten aber nicht unkontrolliert über längere Zeit eingenommen werden. Auch niedrig dosierte Antidepressiva (z. B. Amitriptylin oder Doxepin, nur mit ärztlicher Verordnung) verschaffen vielen Fibromyalgikern Linderung. Das müssten Sie für sich selbst ausprobieren.

Bald Behandlung mit reinem Sauerstoff möglich

Forscher der TAU’s Sagol School of Neuroscience Tel Aviv haben eine Behandlung mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) untersucht. Dabei befindet sich der Patient in einer Druckkammer und atmet reinen Sauerstoff ein. Dies steigert die Sauerstoffkonzentration in Gehirn und Blut, was wiederum Entzündungsvorgänge reduzieren und die Regeneration des Gehirns beschleunigen kann. Die Wissenschaftler hatten 60 Frauen zwischen 21 und 67 Jahren für eine Studie rekrutiert. Bei allen war vor mindestens zwei Jahren Fibromyalgie diagnostiziert worden und alle hatten Schmerzen am gesamten Körper. Außerdem reagierten mit Druckschmerzen an 11 von 18 speziellen Körperpunkten.

48 Studienteilnehmerinnen erhielten zwei Monate lang an fünf Tagen pro Woche 90 Minuten reinen Sauerstoff. Die Forscher ermittelten, welche Gehirnregionen in welchem Maße aktiv waren, zudem mussten die Frauen vor und nach der Studie Fragebögen zu Lebensqualität und psychischer Belastung ausfüllen. Es zeigte sich, dass bei 70 Prozent der Teilnehmerinnen sämtliche Symptome der Erkrankung verschwanden und dadurch auch Lebensqualität und Wohlbefinden extrem gesteigert wurden. Auch verdreifachte sich die Schmerzgrenze an den Druckpunkten. Die Forscher gehen davon aus, dass sich mithilfe der Sauerstofftherapie die gestörte Schmerzweiterleitung im Gehirn behandeln lässt; dies ist die eigentliche Ursache der Fibromyalgie. Die Behandlung soll noch weiter optimiert werden, dennoch halten die Wissenschaftler sie jetzt schon für sinnvoll.

Die besten Therapien kommen ohne Medikamente aus

Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom bewerten nach dem deutschen FMS-Verbraucherbericht alle nicht-medikamentösen Maßnahmen hinsichtlich Nutzen und Schaden besser als alle medikamentösen Therapien. Der Bericht belege „die Bedeutung von nicht-medikamentösen Behandlungsstrategien in der Langzeittherapie des FMS.“ Dies erläutern die Autoren um Privatdozent Dr. Winfried Häuser vom Klinikum Saarbrücken im Ärztemagazin „Der Schmerz“. Häuser und seine Mitarbeiter werteten 1.661 Fragebögen aus. Die Deutsche Rheuma-Liga und die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung verteilten diese an ihre Mitglieder und an FMS-Patienten von neun Einrichtungen verschiedener Fachrichtungen.

95 Prozent der Patienten waren Frauen, das Durchschnittsalter betrug 54 Jahre. Etwa ein Fünftel der Befragten litt nach eigenen Angaben zusätzlich an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Je etwa 54 Prozent erfüllten laut Häuser Kriterien einer möglichen Depression oder Angststörung. Man fragte die Patienten unter anderem danach, wie sie persönlich den Nutzen und Schaden angewendeter Therapien erlebten. Den persönlich erlebten Nutzen und Schaden schätzten sie auf einer Skala von 0 (kein Nutzen/Schaden) bis 10 (maximaler Nutzen/Schaden) ein.

Bewertung von Behandlungsmethoden

Nach Angaben der Autoren bewerteten die Patienten Selbstmanagementstrategien (Ablenkung, Bewegung und Ausruhen), physikalische Verfahren (Wärmetherapie und Thermalbäder), psychologische Verfahren (Schulungsprogramme und Psychotherapie) sowie stationäre multimodale Therapien bezüglich Nutzen und Schaden besser als alle medikamentösen Therapieoptionen. Ausschließlich bei Schlafmitteln sahen sie einen größeren Nutzen als Schaden.

Bei starken Opioiden, Schmerzpflastern, Antiepileptika und Neurolepetika (Medikamente gegen Psychosen) gaben die Befragten einen größeren Schaden als Nutzen an. Bei den übrigen Medikamenten hielten sich die Einschätzungen die Waage. Nach Angaben der Autoren unterstützte die Deutschen Rheuma-Liga die Durchführung finanziell. Die Liga sei nicht an der Auswertung der Daten und Erstellung des Manuskripts beteiligt gewesen. Die Studienteilnehmer erhielten keine Aufwandsentschädigung oder vorfrankierten Umschläge für den Versand der Fragebögen. Die Sachkosten trugen die teilnehmenden Einrichtungen selbst.

Alternative Behandlungsverfahren

Forscher aus Sevilla fanden nun heraus, dass Nadeln bei Fibromyalgie zu empfehlen sind: Die Akupunktur zeigt erstaunliche Wirkung bei den Patienten. Die Wissenschaftler hatten über 150 Patienten drei Monate lang einer Akupunkturbehandlung unterzogen. Die eine Hälfte wurde tatsächlich behandelt, bei den anderen wurden die Nadeln nur scheinbar gesetzt.

Es zeigte sich, dass nach der Behandlungsdauer die wahrgenommenen Schmerzen bei denen, die die tatsächliche Akupunkturbehandlung erhielten, um über 40 Prozent geringer waren. Bei den Patienten, die eine Scheinakupunktur bekommen hatten, waren sie um 27 Prozent geringer. Und dieser Erfolg hielt bei allen auch ein Jahr nach Behandlung noch an. Die Nadelbehandlung erwies sich sogar als wirksamer als eine Behandlung mit verschiedenen Medikamenten, zum Beispiel dem Antikonvulsivum Pregabalin oder Mitteln mit dem Wirkstoff Duloxetin. Besonders deutlich waren die Unterschiede bei Schmerzen, Müdigkeit und Beklemmungen. Die deutlichsten Verbesserungen gab es direkt einen Monat nach der Therapie; nach sieben Monaten waren sie verschwunden und die Symptome waren wieder so stark wie vor der Therapie.

Akupunkturbehandlung© kreativwerden – Fotolia

Akupressur sowie Wärme- und Kältetherapie

Ergänzend kommen zur Schmerzbekämpfung Infrarotwärme und Akupressur hinzu. Da die Fibromyalgie sich auf so verschiedenartige Weise zeigen kann, lassen sich schlecht generelle Akupressurpunkte empfehlen. Am besten fragen Sie nach einer in Ihrem Fall erfolgreichen Akupunkturbehandlung den Therapeuten, welche Punkte Sie anschließend mit Akupressur behandeln sollen (nicht zu verwechseln mit den Tender Points). Im Prinzip handelt es sich ja um die selben Punkte wie bei der Akupunktur, nur müssen es Ihre Punkte sein und obendrein für Sie leicht zugänglich und auffindbar.

Als absolutes Kontrastprogramm zur Wärmetherapie mit Infrarotlicht sind erstaunliche Erfolge bei Fibromyalgie mit Ganzkörperkältetherapie verzeichnet worden. Sie stammt aus Japan, wo vorzugsweise Rheumapatienten damit behandelt werden. Sie wird in Kliniken jetzt auch ambulant angeboten. Aus den Kältekammern mit trockener Luft von -80° Celsius sind nach wenigen Minuten Aufenthalt schon die schlimmsten Schmerzen verschwunden. Die extreme Kälte wird wegen der Trockenheit kaum empfunden, sie beeinflusst aber die schmerzübertragenden Nervenleitbahnen und vermutlich auch den Serotoninspiegel. Nach mehrfacher Behandlung soll der Erfolg länger anhalten. Die Krankenkassen übernehmen allerdings die Kosten meistens nicht.

Ernährungsumstellung kann helfen

Da viele Fibromyalgiker an Allergien und Unverträglichkeiten leiden, ist eine Ernährungsumstellung ein wichtiger Baustein im Umgang mit der Krankheit. Zu empfehlen ist eine Suchdiät, bei der Sie mit allergenarmen Lebensmitteln (z. B. Kartoffeln) beginnen und sie nach und nach durch weitere ergänzen: durch Milch, glutenreiche Kohlenhydrate (Weizen), Hühnereiweiß, Nüsse, tropische Früchte, Süßigkeiten. So finden Sie heraus, was Sie gut vertragen und was nicht. Am besten machen Sie eine solche Suchdiät in einer Selbsthilfegruppe, in der Ihnen einen erfahrenen Diätassistenten zur Seite steht.

Der Kaffeekonsum sollte eingeschränkt werden, da das Koffein die Blutgefäße zunächst verengt (bevor es sie erweitert) und damit die Durchblutung der Muskulatur noch weiter verschlechtert. Nikotin wirkt ebenfalls gefäßverengend. Wichtig hingegen sind für das Muskel-Gelenk-Zusammenspiel Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium) sowie essentielle Fettsäuren aus naturbelassenen Fetten (Nüsse, Sonnenblumenkerne, Oliven).

FMS unter Kontrolle: Die 5-Säulen-Therapie

Es gibt zahlreiche wirksame Möglichkeiten, wie Sie die Schmerzspirale durchbrechen können. Besonders eine Kombination der folgenden Bausteine ist sehr effektiv.

1. Sanftes Bewegungstraining

Sie fühlen sich überlastet, steif, schlapp und alles schmerzt? Dann meiden Sie sicher jegliche sportliche Aktivität. Nach einer längeren Leidenszeit bildet sich bei 80 Prozent der FMS-Patienten durch diese Schonhaltung die gesamte Muskulatur zurück. Selbst der Herzmuskel baut ab. Hinzu kommt unter Umständen noch Übergewicht durch die mangelnde Bewegung – ein wahrer Teufelskreis.

Ein ruhiges Ausdauertraining dreimal pro Woche, ergänzt durch ein leichtes Krafttraining (z. B. mit eigenem Körpergewicht oder Theraband zu Hause oder an Geräten im Fitnessstudio) verbessert Ihre Körperwahrnehmung sowie Ihre Schlafqualität, erhöht Ihre Schmerzschwelle und baut Spannungen ab.

Trainieren Sie wohldosiert

Fangen Sie mit täglichen Spaziergängen im Wohlfühlbereich an. Setzen Sie sich dabei nur leicht erreichbare Ziele wie etwa zehn Minuten ruhiges Gehen, wenn möglich jeden Tag. Steigern Sie das Ziel wochenweise geringfügig um wenige Minuten, bis Sie nach einiger Zeit eine halbe Stunde oder mehr erreichen. Die frische Luft und die UV-Strahlung stärken zudem Ihre Psyche. Fühlen Sie sich jedoch überlastet, sollten Sie rechtzeitig pausieren und die Intensität herunterfahren. Es empfiehlt sich, ein Bewegungstagebuch zu führen. Darin können Sie Ihre Aktivitäten inklusive der positiven und negativen Auswirkungen eintragen. So finden Sie schnell heraus, was Sie sich zutrauen können.

Sind Sie nach einiger Zeit schon etwas beweglicher, wählen Sie aus diesen FMS-geeigneten Sportarten (z. B. dreimal 30 Minuten pro Woche):

Lassen Sie sich „Funktionstraining“ verschreiben

Beim Funktionstraining werden spezielle Übungen praktiziert, die Ihre schmerzenden Muskeln und Gelenke beweglicher machen sollen. Es findet als Warmwasser- oder Trockengymnastik statt und wird durch Physiotherapeuten geleitet. Funktionstraining kann bei FMS für 24 Monate und länger verschrieben werden. Sie benötigen dafür eine ärztliche Verordnung, die von der Krankenkasse bzw. vom Rentenversicherungsträger genehmigt werden muss.

2. Meditative Bewegungstechniken als wichtiger Baustein

Vor allem Tai Chi, Qi Gong und Yoga fördern durch den harmonischen Bewegungsablauf und das systematische Einbeziehen der Atmung Ihre Körperwahrnehmung. Dass Qi Gong schmerzlindernd wirkt, zeigte jüngst eine Zusammenfassung verschiedener Studien. Testen Sie selbst, was für Sie das Beste ist. Empfehlenswert zum Start ist eine professionell angeleitete Trainingsgruppe.

3. Stärker die Psyche mitbehandeln

Schätzungen zufolge gehen 80 Prozent der FMS-Fälle auf eine Angststörung, eine Depression oder eine posttraumatische Belastungsstörung zurück. Nicht überraschend also: Schmerzlindernde Effekte hat eine kognitive Verhaltenstherapie, so bescheinigt eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration. Mit Hilfe einer Psycho- bzw. Verhaltenstherapie lernen Sie, Lebensgewohnheiten und -planung selbstbestimmt zu ändern und so Stressauslöser besser zu bewältigen. Ist es eher eine Angststörung oder ein Trauma (z. B. nach einem Unfall oder einem schmerzlichen Ereignis), das Ihnen Kummer bereitet? Helfen Sie Ihrem Therapeuten bei der Ursachenforschung.

4. Wärme tut gut, Massagen bringen meist wenig

Ist Ihre Beweglichkeit schon stark eingeschränkt? Dann sollten Sie Ihre Mobilität mit Hilfe von Krankengymnastik (Physiotherapie) fördern. Auch physikalische Maßnahmen können Ihre Schmerzen und die Steifigkeit verringern:

  • Moorbäder
  • Saunaanwendungen
  • Wasseranwendungen in Meer- oder Thermalwasser (auch ein einfaches Wannenbad)
  • Wärmebehandlungen, z. B. in einer Infrarotkabine (häufig als Angebot einer Saunalandschaft) oder zu Hause mit einer Rotlichtlampe

Von passiven mechanischen Maßnahmen wie Massagen, Lymphdrainagen, Spritzen in die Tender Points, Reizstrom etc. wird abgeraten, da die Erfolgsrate eher gering ist. Auch Besuche in einer Kältekammer sind meist nur kurzfristig wirksam. Bringen Sie Ihren Körper und Ihren Geist besser „sanft in Bewegung“.

5. Medikamente: Nur wenn unbedingt notwendig

Vor der Gabe von Schmerzmitteln wird ausdrücklich gewarnt, da sie nur selten oder eingeschränkt wirksam sind und auf Dauer die Nebeneffekte oft stärker sind als die Wirkung. Bei schweren Verläufen kann eine schmerzlindernde Therapie unausweichlich sein.

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