Demenz: Vaskuläre Demenz
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Ihr Bruder hat schon eine lange Krankengeschichte – insbesondere Bluthochdruck und das Herz machen ihm zu schaffen. In letzter Zeit ist Ihnen aufgefallen, dass ihn sein Gedächtnis im Stich lässt. Es wirkt so, als würde er sich innerlich zurückziehen. Könnte das der Anfang der Alzheimer-Krankheit sein?
Obwohl die Häufigkeit der Alzheimer-Erkrankungen mit dem Alter zunimmt, ist diese Krankheit nicht immer die Ursache für den Gedächtnisverlust und die Abnahme der intellektuellen und sozialen Fähigkeiten. Es treten mit zunehmendem Alter auch andere Formen der Demenz auf. Häufig sind sie mit einem bestimmten Gesundheitszustand des Betroffenen gekoppelt.
Setzen sich die Hirnarterien zu, lässt das Gedächtnis nach
Demenz ist der fortschreitende Verlust des Gedächtnisses und anderer mentaler Fähigkeiten. Sie tritt häufiger auf, wenn das Alter der Menschen 70, 80 Jahre und mehr übersteigt. Schließlich kann sie dazu führen, dass die Betroffenen ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können. Die meisten Menschen kennen eine Form der Demenz – die Alzheimer-Krankheit. Der Begriff Demenz umfasst jedoch eine Reihe von Erkrankungen, die alle durch die Verschlechterung der mentalen Fähigkeiten gekennzeichnet sind.
Eine weit verbreitete Form der Demenz, die oft fälschlich für eine Alzheimer-Erkrankung gehalten wird, ist die vaskuläre Demenz. Sie tritt auf, wenn sich die kleinen Blutgefäße im Gehirn verengen oder zusetzen, was die betroffenen Hirnregionen schädigen kann. Die vaskuläre Demenz macht 10 bis 20% aller Demenz-Erkrankungen aus. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt oberhalb eines Alters von 65 Jahren zu. Sie wird normalerweise durch mehrere Schlaganfälle in entscheidenden Hirnregionen verursacht. Man nennt die vaskuläre Demenz daher auch Multiinfarkt-Demenz.
Diese Schlaganfälle haben meist nicht die typischen Schlaganfallsymptome. Dabei muss es beispielsweise nicht zum Herunterhängen einer Gesichtshälfte, zu Sprachstörungen oder zu Schwächen in Armen oder Beinen kommen.
Ihr Risiko für eine vaskuläre Demenz ist dann erhöht, wenn Sie bereits bestimmte gesundheitliche Probleme haben, die sich auf die Blutgefäße im Gehirn auswirken. Das kann ein vorangegangener Schlaganfall, Bluthochdruck oder Diabetes sein. Das Risiko für diese Demenzform ist zudem mit der Arteriosklerose eng verknüpft, bei der sich im Inneren der Arterien fettartige Ablagerungen (Plaques) bilden. Arteriosklerose ist der Grund für viele gefäßbedingte Probleme, unter anderem auch für Herzinfarkte, Durchblutungsstörungen im Gehirn und periphere Durchblutungsstörungen.
Die Diagnose der vaskulären Demenz stützt sich auf Ihre Krankenvorgeschichte, Ihre Symptome und auf bildgebende Diagnoseverfahren wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT).
Wahrscheinlich wird Ihr Arzt zunächst andere Ursachen der Demenz ausschließen. Die Alzheimer-Erkrankung entwickelt sich bezeichnenderweise allmählich und schreitet stetig fort. Eine vaskuläre Demenz könnte dann vorliegen, wenn der Patient bereits einen oder mehrere Schlaganfälle hatte, die Symptome sehr abrupt auftreten und die Erkrankung schubweise fortschreitet: Phasen, in denen der Zustand stabil ist, werden unterbrochen von einer plötzlichen Verschlechterung nach jedem neuen Schlaganfall.