Alzheimer: Das große Vergessen
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Das Risiko, an der Alzheimer-Krankheit zu erkanken, steigt mit dem Alter. Frauen sind in dreifacher Weise viel häufiger betroffen als Männer: Sie haben ein höheres Risiko, sie werden älter als Männer und meists sind sie es, die die Hauptlast der Pflege ihrer erkrankten Angehörigen tragen.
Die Diagnose Alzheimer-Krankheit ist ein schweres Schicksal - für die Erkrankten und ein fast noch schwereres für die Angehörigen. Denn während die Erkrankten immer mehr von ihrem Gedächtnis verlieren, müssen die Angehörigen bewusst miterleben, wie eine geliebte Person sich völlig verändert: Sie braucht immer intensivere Pflege, sie und ihre Angehörigen geraten mehr und mehr in Isolation, und nicht selten erwachsen auch finanzielle Probleme -all dies über viele Jahre. Obwohl sich die Therapiemöglichkeiten bei der Alzheimer-Demenz in den letzten Jahren erheblich verbessern konnten, ist die Krankheit selbst nach wie vor und trotz aller Forschungsbemühungen bislang unheilbar.
Was unter Alzheimer-Krankheit verstanden wird
Die genaue Bezeichnung der Erkrankung ist Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT). Sie ist eine Form der Geistesschwäche (Demenz), die anders als eine im hohen Alter häufige Demenz infolge von Arteriosklerose schon früh auftritt und schwer verläuft. Die Grenzen zwischen einer Alzheimer-Krankheit und einer Demenz durch andere Ursachen können ärztlich mit besonderen Testverfahren festgestellt werden. In der Regel beginnt bei der Alzheimer-Krankheit bereits im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt (in Ausnahmen auch später) die Großhirnrinde zu schrumpfen, und es zeigen sich die ersten, noch relativ unauffälligen Anzeichen: Gedächtnisstörungen (insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses), Abneigung gegen Neues, soziales Desinteresse. Das alles zunächst diskret, dann immer auffälliger.
Über die Jahre hinweg entwickelt sich die Demenz fortschreitend, bis das Gedächtnis die Betroffenen vollends verlässt und Orientierungsschwierigkeiten auftreten. Sie wissen nicht mehr, wer sie sind, wo sie sind und erkennen selbst ihre Angehörigen nicht. Körperlich werden sie immer schwächer bis hin zur Bettlägerigkeit. Die Todesursache ist meist ein starker Kräfteverfall und Auszehrung (Kachexie).
Dazwischen narren kurze Geistesblitze, sogenannte „Flashs" oder „Fenster" die Angehörigen (s. Kasten). Da erkennt der Kranke für einen Moment jemanden wieder, der Bruchteil einer Erinnerung bricht heraus - und die Angehörigen schöpfen wieder Hoffnung -, nur um Minuten später erneut mit der Tatsache konfrontiert zu werden, dass der Alzheimer-Kranke isoliert in einer völlig anderen Welt lebt.
Die Erkrankten können unterschiedliche Verhaltensmuster zeigen, die sich oft phasenweise abwechseln: Zu etwa 70 % Apathie (Teilnahmslosigkeit); das Gegenteil, nämlich Agitiertheit (Heftigkeit, Aufgeregtheit), zeigen 60 %; Angst, Reizbarkeit und Depressionen befallen etwa 50 %; völlig enthemmt kann ein Drittel reagieren; Wahnvorstellungen (auch Verfolgungswahn) werden bei 25 % und Halluzinationen bei 10 % der Kranken beobachtet. Hinzu kommt ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus - eine zusätzliche Belastung für die betreuenden Personen. Etwa die Hälfte aller Alzheimer-Kranken wandern ziellos herum, und hinter Ihrem Verhalten scheint kein Sinn zu stecken.
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