Alzheimer: Neuer Risikofaktor entdeckt
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Alzheimer
GNL5356
Sie haben Ihre Brille verlegt. Oder Sie können sich nicht mehr daran erinnern, ob Sie die Haustür zugesperrt haben, bevor Sie zu Bett gegangen sind. Handelt es sich hier nur um einfache Vergeßlichkeit, oder sind dies bereits Anzeichen der Alzheimer-Krankheit?
Ein gewisser Gedächtnisverlust ist ein natürlicher Bestandteil des normalen Alterungsprozesses. Bei den meisten Menschen schreitet die Entwicklung nicht bis zur Alzheimer-Krankheit fort, die mit einem allmählichen Gedächtnisverlust sowie einem langsamen Verfall der Persönlichkeit und des Urteilsvermögens einhergeht. Ist es möglich, im voraus zu bestimmen, wer Alzheimer entwickeln wird?
Um dies herauszufinden, haben Forscher der Mayo Clinic 66 ältere Menschen mit leichtem Gedächtnisverlust im Alter zwischen 79 und 85 Jahren untersucht. Die Forscher nahmen Blutproben, um festzustellen, wer unter den Versuchspersonen einen spezifischen Genotyp eines cholesterintragenden Proteins Apoliprotein E (APOE) besitzt. Es handel sich dabei um das Allel e4 (APOE). Das Vorkommen dieser Isoform des APOE steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimer-Krankheit.
60% der Personen, bei denen das APOE 4-Allel nachgewiesen wurde, entwickelten innerhalb von viereinhalb Jahren die Alzheimer-Krankheit. Unter den Personen, die das Protein nicht aufwiesen, wurden 24% dement. Die Ergebnisse, die in der Ausgabe des Journal of the American Medical Association vom 26. April 1995 veröffentlicht wurden, deuten daraufhin, daß das APOE 4 ein bedeutender Risikofaktor für die fortschreitende Entwicklung der Alzheimer-Krankheit bei Patienten mit leichtem Gedächtnisverlust ist.
Durch den Test auf APOE 4 kann das Risiko bestimmt werden, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln. Die Krankheit selbst kann damit jedoch nicht diagnostiziert werden, wie Dr. Ronald C. Petersen bemerkt, ein Neurologe der Mayo Clinic und einer der Autoren der Studie. Es werden weitere Forschungen nötig sein, um festzustellen, inwiefern APOE 4 das Risiko für das Auftreten und den Verlauf der Alzheimer-Krankheit beeinflußt.
Selbst dann ist ein Test auf APOE 4 von begrenztem Wert, bis die Forscher in der Lage sind, entsprechende Therapien für Erwachsene mit hohem Risiko zu entwickeln.