ADS: Unwichtige Reize können nicht aussortiert werden
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Frauen mit ADS haben einen erheblichen Leidensdruck, denn sie kriegen und kriegen einfach nichts hin. Ihr Leben ist ein einziges Chaos, über das sie nicht die geringste Kontrolle haben. Ihre Stimmung schwankt zwischen aufbrausend, euphorisch und depressiv. Der Neurologieprofessor Russell Barkley von der Universität Massachusetts definiert ADS als Störung der Fähigkeit innezuhalten und nachzudenken, bevor man handelt. Äußere und innere Reize können nicht unterdrückt werden; daraus folgt die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren. Dazu müssen wir Wichtiges von Unwichtigem trennen können. Unser Gehirn muss sortieren: unwichtige Reize ausschalten, wichtige Reize aufnehmen. Kann es das nicht, entsteht im Hirn ein ähnlicher Effekt wie bei Schwerhörigen. Alle Reize wollen mit gleicher Aufmerksamkeit wahrgenommen werden, ganz gleich ob sie benötigt werden oder nicht – das gibt beispielsweise im Ohr ein Geräuschdurcheinander, aber nichts wird wirklich gehört.
Unser Arbeitsspeicher im Gehirn vergleicht die Ergebnisse seiner Erkenntnisse mit denen früherer Erfahrungen, um daraus „vernünftiges“ und zielgerichtetes Handeln abzuleiten. ADS-Frauen sind dagegen kaum in der Lage, aus Erfahrungen zu lernen und ihr Verhalten zu kontrollieren. Sie zeichnen sich durch ein „reizoffenes Wahrnehmungssystem“ und den Hang zu überschießender Erregung aus.