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Fakten und Infos zum Thema ADS

Eine Kinderkrankheit wird erwachsen: ADS wird inzwischen als medizinisches Störungsbild bei zappeligen und unaufmerksamen Kindern akzeptiert. Wenig bekannt ist selbst in Fachkreisen hingegen, dass auch Erwachsene darunter leiden.

„Ich gerate unglaublich schnell in Hektik. Schon morgens, wenn ich aufstehe, muss ich mich dazu zwingen, Ordnung zu halten. Wo ich bin, herrscht das Chaos.

Auf dem Weg von der Küche ins Bad gerate ich bereits auf Abwege. Dann sehe ich hier etwas, was ich tun kann. Kaum beginne ich damit, sehe ich aber schon wieder anderes, was ich kurz noch tun könnte, und ehe ich mich versehe, sind zwei, drei Stunden um, und ich habe wieder nichts geschafft.

Am Ende bin ich immer zu spät. Dann kann ich mich beim Lesen oder beim Arbeiten überhaupt nicht konzentrieren. Manchmal starre ich nur in der Gegend herum.

Dann wieder habe ich das Gefühl, in meinem Kopf laufen mehrere Filme gleichzeitig ab, und ich kann sie nicht sortieren. Ich kann nichts wegwerfen und habe wahre Chaosberge um mich herum versammelt.

Ich verliere viel und habe auch immer Angst davor. Wenn ich etwas nicht finde, suche ich den ganzen Tag danach.“

Markenzeichen Rastlosigkeit

Was die 43-jährige Sabine S. beschreibt ist nicht der Steckbrief eines besonders chaotischen Menschens. Sie leidet unter ADS – einer Stoffwechselstörung im Gehirn. All ihre Symptome sind Zeichen einer Aufmerksamkeitsstörung.

Das Leiden ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt geworden:

  • HKS für hyperkinetische Störung
  • ADS für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität
  • ADD für das englische „Attention Deficit Order“
  • ADHS für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

ADS ist heute am meisten gebräuchlich. In der letzten Zeit hat diese Störung wissenschaftliche Anerkennung als Kinderkrankheit erlangt. Bekannt wird erst jetzt, dass auch Erwachsene davon betroffen sind.

Die träumerische Variante des Leidens ist vor allem bei Frauen zu finden.

Häufig bringen Frauen die Störung aus der Kindheit mit

Die Krankheit geht mit einer ausgeprägten Rastlosigkeit einher. ADS-Kindern hat sie deshalb auch den Namen Zappelphilipp eingetragen. Die Zappelkinder sind fast ausschließlich Jungen. Vier Prozent aller Kinder werden mit der Anlage für ADS geboren, schätzen Wissenschaftler.

Geschwister eines ADS-kranken Kindes leiden bis zu siebenmal häufiger an der Störung als andere Kinder. Ist ein Elternteil betroffen, beträgt das Risiko für den Nachwuchs 50 Prozent.

Während früher viele ADS-Kinder unauffällig blieben und in der Familie aufgefangen wurden, fallen sie heute stärker auf, weil die Welt immer komplexer wird und Kinder viel stärkeren Umweltreizen ausgesetzt sind.

Das bewältigen sie dann noch weniger. ADS ist die heute am häufigsten diagnostizierte Störung im Kindes- und Jugendalter.

Immer öfter haben es Psychologen aber auch mit erwachsenen Patientinnen zu tun, bei denen die Steuerung der inneren Impulse gestört ist. Die Experten gehen mittlerweile davon aus, dass ADS ein lebenslanges Handicap bleibt.

Denn 60 bis 70 Prozent nehmen diese Störung aus der Kindheit mit ins Erwachsenenalter, und da kommen ganz beträchtliche Fallzahlen zusammen.

Die Schätzungen, wie viele Erwachsene von ADS betroffen sind, pendeln zwischen 2 bis 20 Prozent.

Doch die Experten tun sich auch nicht leicht zu entscheiden, wo eine „gewöhnliche“ Unaufmerksamkeit aufhört und die Aufmerksamkeits-Defizit-Störung anfängt. Über die Ursachen ist bislang wenig bekannt.

Eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Fest steht jedoch, dass unsere hektische und hochtechnisierte Umwelt mit ihren ständigen Veränderungen das Leiden verschlimmert.

Beidhändigkeit kann Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen verursachen

Schreiben mit rechts, schneiden mit links – immerhin ein Prozent aller Kinder sind mit beiden Händen gleich geschickt.

Allerdings ist dies nicht wirklich ein Vorteil: die Ambidextrie, wie diese Beidhändigkeit genannt wird, kann zu Lern- und Aufmerksamkeitsdefizitstörungen führen.

Das hat eine Langzeitbeobachtung an fast 8.000 nordfinnischen Kindern ergeben, die seit ihrer Geburt im Jahr 1986 von forschern untersucht werden. Bei 87 dieser Kinder wussten die Eltern damals nicht, ob sie Rechts- oder Linkshänder waren.

Diese Kinder hatten in der Grundschule doppelt so häufig Lern- und Sprachprobleme wie Kinder, deren Händigkeit eindeutig festgelegt war.

Grund kann eine fehlende Dominanz einer der beiden Gehirnhälften sein, so die Foscher.

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