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Grundlagenwissen zum Thema ADHS

Platzen Sie öfter in Gespräche hinein? Sind Sie ständig in Bewegung und nicht in der Lage, sich zu entspannen? Jeder hat gelegentlich mit diesen Problemen zu tun. Menschen, die jedoch ihr Leben lang davon betroffen sind, stuft man als ADHS-Patienten ein.

Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) tritt bei 3 bis 5 Prozent der Kinder auf.

Bis vor kurzem waren die Wissenschaftler der Ansicht, dass die durch das Hyperaktivitätssyndrom verursachten Beschwerden im Laufe des Heranwachsens verschwinden.

Neuere Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass zwei Drittel aller Kinder mit ADHS als Erwachsene weiterhin unter den Beschwerden leiden.

Ursache unbekannt

ADHS bezeichnet ein Syndrom, das hauptsächlich drei Beschwerden verursacht:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • impulsives Verhalten
  • und überschüssige Energie (Hyperaktivität)

Es tritt oft in Zusammenhang mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Störungen bzw. mit emotionalen Problemen auf. Dazu zählen etwa geringe Frustrationstoleranz, schwaches Selbstwertgefühl und soziale Anpassungsstörungen.

Einige Patienten mit diesem Syndrom sind vorrangig unkonzentriert, also still, verträumt und geistig abwesend. Bei anderen herrschen Hyperaktivität und impulsives Verhalten vor.

Wieder andere zeigen Merkmale beider Verhaltensstörungen.

Obwohl die Ursache für ADHS unbekannt ist, weisen die Erkenntnisse auf eine Funktionsstörung in den Gehirnbereichen hinter der Stirn hin. Dort sitzt das Steuerzentrum für das Verhalten.

Bei Patienten mit diesem Leiden kann eine mangelhafte Stoffwechselaktivität vorhanden sein oder ein Mangel an bestimmten chemischen Substanzen im Gehirn (Neurotransmittern) vorliegen.

Experten stimmen darin überein, dass das Hyperaktivitätssyndrom im Allgemeinen erblich bedingt ist. 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen mit ADHS haben Kinder mit diesem Syndrom. Dieses Leiden wird zwei- bis dreimal häufiger bei Männern als bei Frauen diagnostiziert.

ADHS-Symptome bei Erwachsenen

Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff „Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom“ hören? Wahrscheinlich an Kinder. Diese Gruppe von Störungen – besser bekannt als ADHS – beeinflusst das Leben von etwa 3 bis 6 Prozent aller Schulkinder in Deutschland.

Doch ADHS betrifft auch Erwachsene. Über die Hälfte der Kinder mit ADHS müssen damit rechnen, als Erwachsene mit ADHS leben zu müssen.

Laut dem Deutschen Ärzteblatt sind das etwa 1,3 bis 4,7 Prozent aller Erwachsenen. ADHS im Erwachsenenalter ist seit 1995 bekannt und seit 2003 in Deutschland als Krankheit anerkannt. Leider gibt es eine Reihe von Erwachsenen, bei denen man diese Störung niemals feststellte.

Diese Erwachsenen laufen Gefahr, Ärger im Berufsleben und in ihren privaten Beziehungen zu bekommen.

Das Erkennen und Behandeln der ADHS verbessert den Alltag der Betroffenen unter Umständen dramatisch.

Das Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom gilt im Allgemeinen als dauerhaft und begleitet Betroffene in der Regel ein Leben lang. Dies sind versteckte Hinweise bei Erwachsenen:

  • Schulische Abschlüsse oder berufliche Leistungen, die hinter den Erwartungen zurückstehen
  • Ungleichmäßige berufliche Leistungen, die zu häufigen Kündigungen führen
  • Schwierigkeiten mit der Bewältigung täglicher Aufgaben, zum Beispiel rechtzeitiges Bezahlen von Rechnungen oder andere Tätigkeiten im Haushalt
  • Beziehungsschwierigkeiten, die mit Vergesslichkeit, Reizbarkeit oder dem Nicht-Ausführen kleiner Aufgaben zusammenhängen

Worauf Sie achten sollten

ADHS beginnt typischerweise in der Kindheit. Wenn es bis in das Erwachsenendasein andauert, fallen die Symptome meist weniger auf. Bei Erwachsenen zeigt sich ADHS in den meisten Fällen durch eines von zwei Symptomen, manchmal beide:

  1. Unaufmerksamkeit: Sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, stellt für Betroffene eine große Herausforderung dar. Die Organisation der täglichen Arbeit (sogar zu Hause), das Befolgen von Instruktionen oder der Abschluss eines Projektes fällt diesen Menschen viel schwieriger als Nichtbetroffenen.
  2. Übermäßiges Aktivitätsniveau und schwierig zu kontrollierende Impulse: Erwachsene mit ADHS sind wahrscheinlich nicht so aktiv wie betroffene Kinder. Stattdessen leiden viele erwachsene ADHS-Betroffene unter Gefühlen wie Ruhelosigkeit und Anspannung. Ebenso herrscht eventuell das Gefühl vor, dass man immer in Bewegung bleiben und mit zu vielen Pflichten umgehen muss. Manchmal tendieren die Betroffenen zu unüberlegten Handlungen und sagen oder tun etwas, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Impulsivität äußert sich als Ungeduld oder Stimmungsschwankung, in cholerischen Anfällen oder in Beziehungsproblemen.

Sorgfältige Untersuchung der Beschwerden

ADHS bezeichnet keine Krankheit, die man urplötzlich bekommt. Sie liegt bereits seit der Kindheit latent vor.

Viele Erwachsene äußern erstmals den Verdacht, dass ihre Beschwerden von einem Hyperaktivitätssyndrom herrühren, wenn man diese Erkrankung bei ihren eigenen Kindern oder Enkelkindern diagnostiziert.

Um andere Erklärungen für unklare Beschwerden auszuschließen, sollte ein Neurologe oder Psychiater, der dieses Syndrom regelmäßig diagnostiziert und behandelt, eine sorgfältige Untersuchung vornehmen.

Diese besteht in der Regel aus Gesprächen und einer ausführlichen medizinischen und verhaltensmäßigen Anamnese.

Man zieht den schulischen und beruflichen Werdegang möglicherweise als Hinweis für bestimmtes Verhalten in der Vergangenheit heran.

Einige Experten setzen Tests ein, die die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit objektiv messen. Diagnostiziert man ein Hyperaktivitätssyndrom, kommen üblicherweise zur Therapie Antidepressiva oder stimulierende Medikamente zum Einsatz.

Diese steigern die Aufmerksamkeit und die Stimmung. Psychologische Beratung und Zeitmanagement helfen den Erwachsenen, mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Bei vielen Erwachsenen mit ADHS tritt Alkoholismus oder der Missbrauch anderer Drogen aus. Wenn der Patient die Auswirkungen dieser Störung versteht und den Umgang damit lernt, reduziert er unter Umständen die Abhängigkeit.

Fazit: Viele Fragen hinsichtlich ADHS bleiben unbeantwortet.

Es sind intensivere Forschungen erforderlich, um die Reichweite dieser Erkrankung beim Erwachsenen abzuschätzen und ursächliche Behandlungsmethoden dafür zu entwickeln.

Machen Sie den Check: Leiden Sie unter ADHS?

Das sind typische Verhaltensweisen von ADHS-Betoffenen:

  • Ihre Aufmerksamkeit verflüchtigt sich schnell, das Interesse wechselt oft in Sekundenschnelle.
  • Sie handeln ohne nachzudenken.
  • Sie können nicht zuhören.
  • Es fällt Ihnen schwer, sich an Abmachungen zu halten
  • Sie können nicht abwarten.
  • Sie sind entweder extrem zappelig oder verträumt und schauen häufig Löcher in die Luft.
  • Sie sind unheimlich begeisterungsfähig, halten aber nicht lange durch.
  • Alltägliches und was sie nicht interessiert vergessen sie schnell.
  • Sie verlieren häufig etwas.
  • Sie finden häufig Dinge an den unmöglichsten Stellen wieder – Sektglas im Kühlschrank, Strumpfhose im Handschuhfach, Handy im Kühlschrank.
  • Sie lassen alles da liegen, wo Sie sich das letzte Mal damit beschäftigt haben.
  • Sie ermüden oft schlagartig.
  • Sie können nicht richtig genießen, weil Sie sich nicht konzentrieren können.
  • Sie machen sich oft unnötige Sorgen und können nicht richtig abschalten.
  • Sie sind schnell ausgepowert und gestresst.
  • Sie können sich schlecht in andere Menschen hinein versetzen.
  • Sie haben wenig Überblick, einen Hang zum Chaos und können sich nicht gut organisieren.
  • Sie können nicht im Voraus planen.
  • Sie sind schnell reizbar, es tut Ihnen aber auch schnell wieder leid.
  • Sie haben ständig zu wenig Zeit für sich und die Familie, Sie verlieren sich häufig in unwichtigen Arbeiten.
  • Sie sind sehr eigensinnig, möchten stets ihren Willen durchsetzen.
  • Sie können endlos über Kleinigkeitgen diskutieren.
  • Sie sind kaum in der Lage, selbständig zu arbeiten, denn ihnen fehlt die Strategie und Sie schieben alles auf die lange Bank.
  • Wenn Sie reden und arbeiten, verlieren Sie schnell „den roten Faden“.
  • Sie merken nicht, wie es Ihren Mitmenschen geht.
  • Sie sind schnell gereizt, können cholerisch werden oder leicht deprimiert. Allerdings wechseln diese Stimmungen auch ganz schnell wieder.
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