Neue Kurzzeittherapie gegen Ängste: Auf der „Zauberwiese“ sehen Betroffene blau statt schwarz

in Täglich Gesund
vom


Sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Ängsten, zwei Drittel davon sind Frauen. Angsterkrankungen nehmen immer mehr zu. Die Übergänge zwischen Alltagsstress, Sich-Sorgen-machen, spontaner Angst und krankhaften Störungen sind oft fließend. Jeder vierte Bundesbürger erkrankt einmal im Leben an Panikattacken aus heiterem Himmel, Phobien z. B. vor Plätzen, Fahrstühlen, U-Bahn-Fahrten, Menschenmengen und Spinnen oder einer generalisierten Angststörung, die schon bei ganz normalen Alltagsanforderungen zu Nervosität, Herzrasen und Schweißausbrüchen führen kann.


Auf der „Zauberwiese“ finden Angstpatienten Hilfe

Schuld daran ist ein Entgleisen des körpereigenen Alarmsystems: Normalerweise wird es nur aktiviert, wenn das Gehirn eine Gefahr registriert und so für die Ausschüttung von Stresshormonen sorgt. Bei Angststörungen wird der Körper jedoch in dauerhafte Alarmbereitschaft versetzt, und das, obwohl keine reale Gefahr besteht. Angstpatienten sind ständig auf der Flucht – und nicht selten werden sie depressiv oder versuchen, ihre Angst mit Tabletten, Alkohol oder sogar Drogen zu bekämpfen. Hilfe für Angstpatienten bietet jetzt eine ganz neue Form von Kurzzeittherapie, die bei der Behandlung von Ängsten gute Erfolge erzielt. Entwickelt hat sie der Hannoveraner Internist und Suchttherapeut Dr. Thomas Meyer, ein Praktiker, der seit 20 Jahren Suchtkranke und Menschen mit Angststörungen behandelt. Aus diesen Erfahrungen heraus entstand die „Zauberwiesentherapie“, mit der Dr. Thomas Meyer inzwischen bereits mehr als 2.000 Patienten helfen konnte. Eingeflossen sind dabei Elemente aus der Familientherapie von Virginia Satyr, der systemischen Therapie nach Paul Watzlawik und der Hypnosetherapie Milton Ericksons.

Schuld an Ängsten sind oft ein schlechtes Gewissen und Perfektionismus

Kern der Zauberwiesentherapie ist die Bekämpfung der beiden Kardinalprobleme, die vielen Angstpatienten schwer zu schaffen machen: das schlechte Gewissen einerseits und der daraus erwachsende Perfektionismus andererseits. „Das schlechte Gewissen entsteht immer dann, wenn die Seele eines Menschen nicht genügend ausgeprägt wird“, erklärt Dr. Thomas Meyer. „Es entsteht durch Liebes- und Kommunikationsmangel in der Kindheit des Patienten, durch Lieblosigkeit der Eltern. Die Urangst, verlassen zu werden, führt dazu, dass jemand sich ständig unter Druck setzt, perfekt sein zu müssen. Der Perfektionismus ist die seelische Droge des Selbstunsicheren.“

Eine Fantasiereise zur „Zauberwiese“ lehrt den liebevollen Umgang mit sich selbst

Genau hier setzt die Zauberwiesentherapie an. Mithilfe von Musik werden die Patienten in einen tranceähnlichen entspannten Zustand versetzt. Auf ihrer Fantasiereise erfahren sie dann hautnah, dass sie selbst, aber auch ihre „Angstmacher“, wie z. B. ihre Eltern oder ihr Chef, unschuldig an ihren Störungen sind. Das selbstzerstörerische und krank machende schlechte Gewissen, das vorwiegend selbst aus Angst besteht, und der Perfektionismus werden verringert, ihr Selbstvertrauen wird gestärkt. Die eigene Kraft, tolerant, liebevoll, ja sogar zärtlich mit sich selbst umzugehen, wird mobilisiert. „Der ganze Prozess der Zauberwiese ist ein Befreiungsakt der Seele, den sie selbst, mit ihren positiven Fähigkeiten, vollbringen kann“, sagt Dr. Thomas Meyer. „Und natürlich ein Zärtlichkeitstraining, ein regelrechter Liebeskurs für sich selbst!“

Die Erfolgsfaktoren der „Zauberwiesentherapie“

  • Die tiefe Entspannung im Trancezustand und die „Märchenwelt“ der Zauberwiese erleichtern den Zugang zum Unbewussten und unterstützen es dabei, neue Inhalte anzunehmen.
  • Die schmerzhafte Vergangenheit und die individuelle Biografie des Patienten werden nicht in allen Einzelheiten aufgearbeitet. Stattdessen richtet sich der Focus auf die Zukunft.
  • Für die Heilung werden die eigenen Ressourcen des Patienten mobilisiert. Vor allem seine Fähigkeit, andere zu verstehen und ihnen zu helfen, wird als positive Kraft für ihn selbst genutzt. Er wird zu seinem eigenen „Trainer“, der Therapeut bleibt im Hintergrund.
  • Durch die „zauberhafte“ Atmosphäre empfinden die Patienten die Bearbeitung ihrer Gefühle nicht als Therapie, sondern eher als Trost. Perfektionismus im Hinblick auf die Therapie wird gebremst.

So läuft eine Zauberwiesen- Therapie ab

„Du bist nicht schuld!“ Das ist die wesentliche Zauberformel auf der Zauberwiese. Dass ihr schlechtes Gewissen entlastet wird, ist für alle Patienten eine wahre Erlösung. Schnell verändert sich ihre Stimmung zum Positiven, oft schon während der ersten Therapiesitzung von 15 bis 20 Minuten. Zumindest stößt diese eine Entwicklung an. Daran arbeiten die Patienten dann Zuhause selbst weiter. Dafür bekommen sie eine Bandaufnahme der Sitzung. So können sie jederzeit auf „ihre“ Zauberwiese zurückkehren. In durchschnittlich zehn weiteren Therapiestunden werden dann bei Fantasiereisen auf die Zauberwiese ganz gezielt Fragen bearbeitet wie z. B.: Wovor hast du am meisten Angst? Wer hat dir in deinem Leben am meisten Angst eingejagt? Was möchtest du bei dir ändern? Die Bandaufnahmen davon bekommen die Patienten ebenfalls wieder mit nach Hause. So bekommen sie gleichzeitig eine Methode zur Selbsthilfe an die Hand, die sie jederzeit einsetzen können, wenn es ihnen wieder mal nicht gut geht.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben