Neue Erkenntnisse zur Ursache von chronisch entzündlichen Darmleiden
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 14. September 2011, 00:00 Uhr
GNL5356
die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa begleiten Betroffene ein Leben lang und gelten als unheilbar. Experten nahmen bisher an, dass es sich bei der chronischen Entzündung des Darms um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der ein überaktives Immunsystem den Darm angreift. Doch nun ändert sich diese Sichtweise: Neue Studien zeigen, dass ein Versagen der angeborenen Abwehr gegen Darmbakterien der Auslöser für die Krankheiten ist. Die chronische Entzündung ist folglich als Reaktion und Antwort auf diese Abwehrschwäche zu verstehen. Was das für Betroffene bedeutet und welche Konsequenzen sich für Forschung und Behandlungsansätze ergeben, wollen Darmexperten anlässlich des Crohn & Colitis-Tages 2011, am jetzigen Donnerstag, den 15. September 2011, der Öffentlichkeit näher bringen. Ziel ist, eine breite Öffentlichkeit über die chronischen Krankheiten und deren Bedeutung für Betroffene zu sensibilisieren. Neben einer verbesserten Versorgung setzen sich das Kompetenznetz Darmerkrankungen und die Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa Vereinigung e. V. (DCCV) für einen intensiveren Austausch von ÄrztInnen und Betroffenen ein.
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa werden häufig bei jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren zum ersten Mal festgestellt. Symptome wie Übelkeit, krampfartige Bauchschmerzen, Durchfälle und Schwäche treten in Schüben auf, deren Form, Stärke und Verlauf individuell verschieden sind. Die bislang nicht heilbaren Erkrankungen schmälern die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erheblich. Betroffene sind auf Experten angewiesen, die sich mit den Krankheitsbildern und Verläufen auskennen und die individuelle Therapie gut einstellen können. Behandlungsansätze zielen zumeist mit so genannten Immunsuppressiva auf eine Unterdrückung des überaktiven Immunsystems ab und lösen zum Teil starke Nebenwirkungen bei Betroffenen aus. Für Ärztinnen und Ärzte sind Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung essentiell, die neue Ansätze zur Optimierung von Behandlungen ermöglichen. Diese Erkenntnisse liefern jetzt verschiedene Forscherinnen und Forscher, und sie werfen damit ein neues Licht auf die Ursachen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
Zu wenig - nicht zu viel Abwehr: Ein Versagen der angeborenen Abwehr: Privatdozent Dr. Jan Wehkamp vom Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie am Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart, und Mitglied im Kompetenznetz Darmerkrankungen, ist einer der Forscher, der stark zu einem Paradigmenwechsel in der Ursachenforschung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beiträgt. „Bisher gingen die meisten Experten davon aus, dass bei der chronisch entzündlichen Darmerkrankung ein übereifriges Immunsystem das gesunde Gewebe als Feind betrachtet und bekämpft, was ein typischer Mechanismus einer chronischen Entzündung ist. Diese Sichtweise ändert sich gerade grundlegend: Bereits vor mehr als 10 Jahren wurde gezeigt, dass sich die Entzündungsreaktion nicht primär gegen den eigenen Körper sondern gegen „normale" Darmbakterien richtet. Ohne Anwesenheit dieser Bakterien schwächt die Entzündung im Darm ab. Weitere Studien zeigten, dass sich besonders bei Morbus Crohn Bakterien auf der Schleimhaut direkt festsetzen, die bei Gesunden nicht zu finden sind", erläutert Jan Wehkamp.
„Wir konnten diese Beobachtungen zunächst nicht mit unserem Wissen über die Krankheiten in kausale Verbindung bringen, aber neuere Studien beweisen jetzt, dass es sich um eine Schwäche der Darmabwehr gegen Bakterien handelt. Durch diese Abwehrschwäche direkt an der Darmoberfläche dringen Bakterien in die Schleimhaut ein. Nur als Folge davon, nicht als Ursache dafür, tritt die Entzündung auf: Die Entzündungszellen reagieren konsequenterweise auf das Eindringen der Bakterien und greifen die Mikroorganismen an, weil das Immunsystem diese zu Recht als „fremd" erkennt. Folge und zugleich Auslöser der klinischen Symptome ist dann eine chronische Entzündung - als Antwort auf die Abwehrschwäche mit dem Ziel, den keimfreien Zustand des gesunden Gewebes zu erreichen."
„Die jüngsten Erkenntnisse der Grundlagenforschung könnten zu grundsätzlich neuen Ansätzen in der Therapie führen. Voraussetzung dafür ist die Entwicklung von Substanzen, mit denen das angeborene Immunsystem und die Darmbarriere gestärkt und unterstützt werden. Hier gibt es erste positive Ansätze mit Wirkstoffgruppen, die zunächst jedoch in Studien überprüft und getestet werden müssen.", erläutert Jan Wehkamp. Natürlich bedeuten diese Erkenntnisse nicht, dass alle anderen, gerade aktuellen Therapien falsch sind. Gerade in einer akuten Phase bleibt es sehr wahrscheinlich weiterhin sinnvoll und notwendig die Immunreaktion des Körpers zu unterdrücken. „Ideal wäre es jedoch, das Immunsystem gegen Mikroorganismen gerade in entzündungsfreien Phasen so stärken zu können, dass die Unterdrückung der Immunantwort nur noch in seltenen Fällen notwendig sein wird", so der Wissenschaftler.
Bleiben Sie natürlich gesund!
Ihre Sylvia Schneider
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Viktor Komarek (14.09. 2011 03:12 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, vielleicht interessiert es Sie und einige Betroffene, dass auch ich einmal mit colitis ulcerosa geschlagen war. Nach 15 Jahren Behandlung war sie vollkommen verschwunden und ist in den 14 jahren danach nie wieder aufgetreten. Diagnose und Behandlung will ich gerne weiter geben. Mit freundlichen Grüßen Komarek
Antworten - Kommentar von Johann Niedermayer (14.09. 2011 08:02 Uhr):
Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass Krankheiten verursachende Bakterien saures Milieu bevorzugten, nützliche dagegen nicht. Offensichtlich bestimmt auch in diesem Fall der pH-Wert des Organismus, ob jemand krank ist oder gesund. Übersäuerung scheint eine universelle Krankheitsursache zu sein. Dem Nobelpreisträger Dr. Otto Warburg wird die Behauptung zugeschrieben, dass Krebs nur im sauren Milieu gedeihen könne. Aber was macht die moderne Medizin bei Krebs? Ich glaube nicht, dass ein Organismus nach einer Chemo weniger sauer ist.
Antworten- Antwort von Bernd Zielinski (14.09. 2011 21:29 Uhr):
Ich stimme Ihnen voll zu. Zu empfehlen sind die Bücher "Aloe, Kaiserin der Heilplanzen"; "Krebs wo ist dein Sieg?" und "Mit Aloe heilen, Die Wende für viele Leiden". Sie können nicht aufhören mit dem Lesen der Bücher, solange Sie die Bücher oder das einzelne Buch nicht bis zum Ende gelesen haben. Alles fängt mit dem Kopf an. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Viel Erfolg. Bernd Zielinski
- Antwort von Bernd Zielinski (14.09. 2011 21:29 Uhr):
- Kommentar von Virginia Girouard (14.09. 2011 11:54 Uhr):
. Ich habe die „neue Erkenntnis“ schon vor über zehn Jahren nachgelesen und Du ja dann auch irgendwann. Hat alles was mit der Ernährung zu tun, dann kommt es gar nicht erst dazu. Und die Stärkung des Immunsystems im Dam (80%) über Brottrunk vom Reformhaus max. 3 € oder lebende Bakterien aus der Apotheke max. 15 €. Aber daran lässt sich ja nicht so viel verdienen wie mit den Medikamenten, ein Leben lang, aus dem Pharma-Kartell. Ebenso verhält es sich mit dem Verfalldatum, der Rubel soll immer weiter rollen.
Antworten- Antwort von Bernd Zielinski (14.09. 2011 21:20 Uhr):
Solange die Pharma-Industrie den Ärzten sagt, was sie zu machen haben, wird es kaum wirkliche Fortschritte in der Bekämpfung von Krankheiten geben. Was nicht heißen soll, daß die Pharma-Industrie nichts kann außer an ihren Profit zu denken. Es gibt super Erkenntnisse, Fortschritte und Erfolge. Leider will sie der Schulmedizin nicht wirklich helfen, da die Maximierung des Profits im Vordergrund steht. Dabei gibt es natürliche Heilkräfte wie z.B. Colostrum oder Aloe Vera als ein beredes Beispiel zur Vorbeugung von Krankheiten. Solange sich die Schulmedizin diesen Tatsachen nicht öffnet kann oder will (!) hat die Pharma-Industrie leichtes Spiel. Über die Anwendung von Colostrum gibt es eine brandneue Broschüre. Nachfragen über meine E-Mail Adresse erwünscht. Verlieren Sie nicht den Mut, es gibt Lösungen aber alles fängt im Kopf an. Viele Grüße Bernd Z.
- Antwort von Bernd Zielinski (14.09. 2011 21:20 Uhr):
- Kommentar von Pleithner (14.09. 2011 15:01 Uhr):
Mein Schwager war an Colitis ulcerosa erkrankt. Mehrere Jahre folgten schlimme Schübe und mehrere nicht ungefährliche Immuntherapien. Man wollte ihm ein Stück Darm entfernen. Dann erzählte ihm eine Bekannte, sie habe ihre Krankheit mit frischen Heidelbeeren erfolgreich bekämpft. Er wohnt im Schwarzwald und die Heidelbeeren gibt es da reichlich. Er begann mit der Therapie und im Winter kaufte er gefrorene Heidelbeeren. Nach einem Jahr war er vollständig gesund. Er bat seinen behandelnden Professor er möge das doch bekanntmachen. Der wollte dies nicht tun, da es nicht wissenschaftlich sei. Er hat es immer wieder weitergegeben, doch es kostet das Gesundheitssystem zu wenig. So geben wir es immer weiter und freuen uns, wenn wir es so weitertragen können.
Antworten - Kommentar von Ausserbichler Herbert (15.09. 2011 08:29 Uhr):
Sehr geehrte Frau Schneider, ich hatte vor 37 Jahren mit einem Alter von 32 Jahren (jetzt bin ich 69) schon Darmkrebs. Zuerst diagnostizierte man Morbus Crohn. Man stellte dann aber fest, dass es Darmkrebs war. Man operierte mich insgesamt 7 mal. Dann wollte man mir einen Seitenausgang verpassen und mit der Chemitheraphie beginnen. Beides habe ich abgelehnt, weil ich zwischenzeitlich von einem Freund folgende natürliche Heilmittel bekam und zwar den großen Schwedenbitter mit 19 Kräutern in einem Kornschnaps angesetzt und davon gab ich morgens und abends ein Stamperl in die Kräutertees - Kalmuswurzel, Schafgarbe und Malve. Die Tees wechselte ich ständig. Daraufhin wurde ich vollkommen gesund. Sobald ich im Darm irgend etwas spüre, mache ich wieder so eine Kur. Das hat mir und auch anderen Menschen noch immer geholfen. Das ist auf jeden Fall empfehlenswert. Beste Grüße sendet Herbert Ausserbichler
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- Kommentar von javila (16.09. 2011 21:14 Uhr):
untenstehende Kommentare kann ich befürworten. Es geht darum, das Immunsystem zu stärken, und dafür ist eine gute Darmflora enorm wichtig zusammen mit Vitamin D (80% unserer Bevölkerung haben sehr schlechte Vit-D-Werte), eine basische vollwertige antioxidantienreiche Nahrung ist natürlich auch wichtig. Ärzte sind jedoch zu guten Zulieferern der Pharmaindustrie ausgebildet, und die macht keine Profite am preisgünstigen Vitamin D und an gesunden Menschen.
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