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Was können Sie von einem Heilpraktiker erwarten?

Viele Menschen fühlen sich in den Händen einer Heilpraktikerin oder eines Heilpraktikers heute wohler als bei einem ausschließlich schulmedizinisch orientierten Arzt. Die meisten von ihnen suchen eine ganzheitliche Behandlung, möglichst frei von Nebenwirkungen, andere sind frustriert, weil die herkömmliche Medizin ihnen nicht helfen konnte. Manche sind auch einfach am Ende ihres Lateins angekommen – nicht selten weil sie wegen einer schwerwiegenden Erkrankung als „austherapiert“ gelten.

Schätzungsweise 15.500 Heilpraktiker sind derzeit im Einsatz der Gesundheit tätig. Etliche von ihnen sind hoch qualifiziert. Der Beruf des Heilpraktikers ist in Deutschland etwas ganz Besonderes. Der Grund dafür liegt in der Geschichte unseres Landes: Bis 1939 durfte jeder ohne Ausbildung den Beruf des Heilers ausüben, der sich dazu berufen fühlte. Danach wollte man dem Einhalt gebieten und nur noch qualifiziert ausgebildete Ärzte zulassen. Doch um die anderen Heilbehandler nicht „im Regen stehen“ zu lassen, schuf man das Heilpraktikergesetz. Danach müssen sich diese ebenfalls einer Prüfung unterziehen und ein Mindestwissen in Bezug auf Anatomie und körperliche Vorgänge nachweisen.

Heute sieht die Definition so aus: Heilpraktiker sind Erwachsene, die Menschen behandeln dürfen, ohne dafür eine medizinische Ausbildung absolviert haben zu müssen. Ihre Ausbildung ist gesetzlich nicht geregelt. Einzige Voraussetzung für den Beruf als Heilpraktiker ist das Bestehen einer Überprüfung beim Gesundheitsamt. Dabei wird festgestellt, ob der zukünftige Heilpraktiker über genügend Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, dass er die gesetzliche Lage kennt und er „keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellt.

Wo und wie sich der Betreffende diese Kenntnisse beschafft, bleibt ihm selbst überlassen. Es gibt Heilpraktikerschulen, an deren Ende eine Prüfung abgelegt werden muss. Manche gehen von 5.000 Stunden Unterricht aus, andere von 200. Der angehende Heilpraktiker kann sich das nötige Wissen aber auch im Fernstudium, in Wochenend- oder Abendkursen sowie als Autodidakt erwerben. Rund die Hälfte der Heilpraktiker hat bereits vorher im Gesundheitsbereich gearbeitet. Was der Amtsarzt abfragt, liegt in seinem Ermessen. Dennoch hat sich inzwischen ein relativ hoher Bildungsstandard eingebürgert, so dass auch etliche Anwärter bei der Überprüfung ihres Wissens durchfallen. Diese kann jedoch beliebig oft wiederholt werden.

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