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Grundlagenwissen zum Thema Thalasso-Therapie

Seit der Eröffnung des ersten Thalasso-Zentrums entstanden europaweit über 1.200 Spezialeinrichtungen für Kuren mit therapeutischen Meeresprodukten. Doch warum gleich in die Ferne reisen? Die heilenden Schlick- und Algenzubereitungen können Sie genauso gut zu Hause anwenden. Die Meerestherapie sollte genau auf Ihre Beschwerden zugeschnitten sein: So helfen bei Atemwegserkrankungen Inhalationen am besten, während bei Hautleiden eher Bäder angezeigt sind.

Die Heilkraft des Meerwassers

Die Wiege der Thalasso-Therapie steht in Frankreich: Im Jahr 1867 prägte der Arzt Dr. Francés la Bonnadière de Arcachon diesen Begriff, den er aus den griechischen Wörtern „thalassa“ (Meer) und „therapeia“ (Pflege) zusammensetzte. 30 Jahre später bewies der französische Biologe René Quinton, dass der menschliche Organismus aus Meerwasser hergestellte Produkte besser aufnimmt als solche aus Süßwasser.

Der Grund: Die mineralische Zusammensetzung von Meerwasser und die des menschlichen Blutserums ähneln sich. 1952 führten die Professoren Guelfy und Tompas an der Universität Rennes diesen Beweis für die Wirksamkeit von äußerlichen Algenauflagen. Sie stellten fest, dass die Haut die Wirkstoffe am besten aufnimmt, wenn der Patient zuvor in Meerwasser badete.

Heilsame Produkte aus dem Meer

  • Meersalz
  • Meerwasser
  • Meerschlick bzw. Meerschlamm
  • Algen

Übrigens kannten bereits die alten Griechen die heilsamen Kräfte des Meeres. So sagte der berühmte Philosoph Platon: „Das Meer wäscht den Menschen von allen Krankheiten rein.“ Das ist natürlich übertrieben. Doch die Liste der Beschwerden, die eine Thalasso-Therapie bessert, ist erstaunlich lang. Sie reicht von Asthma bis hin zu den krank machenden Folgen einer Übersäuerung.

Der bis zu einem Meter lange Seetang (Laminaria), eine Makroalge, gilt als wichtiger Bestandteil des Thalasso-Algenschlamms. Sein hoher Gehalt an Jod und Alginsäure, die beide den Stoffwechsel anregen, macht Algenbäder und -packungen zu einem wertvollen Heilmittel.

Entgiftung mit einer Meerwasser-Trinkkur

Meerwasser enthält neben Natrium zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Schwefel, Magnesium und Chlorid sowie die lebenswichtigen Spurenelemente Kupfer, Zink, Mangan und Jod. Darüber hinaus liegt sein Sauerstoffgehalt bei 30 bis 35 Prozent (Luft: 20 Prozent).

Die Wirkung von Meerwasser auf den Organismus

  • Es reinigt und entgiftet den gesamten Stoffwechsel.
  • Es regt die Verdauung an.
  • Es wirkt antibakteriell.
  • Es löst festsitzenden Schleim in den Atemwegen.
  • Es verbessert die Durchblutung.
  • Es stärkt Haare und Nägel.
  • Es strafft die Haut.

Meerwasser zum Trinken (maximal 100 ml pro Tag über einen Zeitraum von vier Wochen) und zur Vernebelung erhalten Sie in der Apotheke sowie im Direktversand bei den Herstellern (z. B. Biomaris Meerestiefwasser, 1 Liter 3 €).

Wenn Sie das Wasser vernebeln wollen, um heilsame Meeresluft einzuatmen, brauchen Sie einen speziellen Vernebler. Diesen erhalten Sie ebenfalls in Apotheken und Sanitätshäusern. Ein solcher Aufwand lohnt sich bei chronischen Atemwegs- und Lungenleiden wie beispielsweise Asthma und chronischer Bronchitis. Gegen festsitzenden Schnupfen und chronische Nebenhöhlenentzündungen reichen einfachere Maßnahmen wie Meersalz-Dampfbäder und Meersalz-Nasenspray, z. B. Abtei Meersalz Nasenspray Sensitiv (20 ml 3,99 €) oder Siozwo® Nasenspray mit Meersalz (20 ml 5,11 €).

Meersalz – die konzentrierte Kraft des Meeres für Ihre Haut

Die bekannteste Anwendungsform von Meersalz sind Voll- und Fußbäder. Sie wirken desinfizierend, entzündungshemmend und befreien die Haut sowie das darunter liegende Bindegewebe von Säuren und „Schlacken“. Darüber hinaus stärken sie Ihr „Nervenkostüm“.

Bei welchen Beschwerden bewährten sich Meersalzbäder?

  • trockene Hautekzeme
  • Rheuma und Gicht
  • Arthrose
  • Muskelverspannungen
  • verlangsamter Stoffwechsel, z. B. Darmträgheit
  • körperliche und seelische Erschöpfung
  • nervöse Schlafstörungen

Kombinieren Sie Meersalzbäder mit fertigen Algenzusätzen aus der roten Meeresalge oder aus Seetang, die Sie in der Drogerie erhalten. Eine neuere Erfindung ist das Meersalz-„Peeling“ mit speziellen Pasten zum Abreiben des Körpers. Preiswerter ist die Methode von Dr. Bonnadière: Dazu nehmen Sie eine Handvoll mittelfein gemahlenes Meersalz und reiben damit Ihren Körper ab. Das Meersalz-Peeling entfernt abgestorbene Hautpartikel und fördert die Hautdurchblutung. Ihre Haut sieht glatt und rosig aus.

Für die weitere Pflege bieten Ihnen Apotheken, Reformhäuser und Versandhandel eine breite Palette von Produkten auf Meersalzbasis. Bekannte Anbieter sind Ahava, AlgaVita, Biomaris, Claire Fischer, Daniel Jouvance, La mer, Sanatur, Thalasso Plus, Thalgo und Vichy.

Algenschlamm für die intensivste Wirkung

Die wirksamste und körperlich anstrengendste Form der Thalasso-Therapie sind die Ganzkörper-Packungen. Dazu dienen fertige Pasten aus Meeresschlick bzw. Meeresalgen, die Sie in Drogerien, Apotheken und im Versandhandel erhalten. Der Schlick vom Meeresboden enthält besonders viel Schwefel. Aus dem Grund eignen sich Schlickpackungen besonders gegen entzündliche Hauterkrankungen, Hautpilze und zur Anregung des gesamten Stoffwechsels, besonders der Verdauung, sowie gegen alle bei den Meerwasserbädern genannten Beschwerden.

Algenschlamm besteht in der Regel auch aus Meeresschlick, dem Extrakte aus Meeresalgen zugesetzt sind. Daher enthält Algenschlamm zusätzlich Aminosäuren (Eiweißbausteine), Kohlenhydrate und antioxidative Vitamine gegen freie Radikale. Algenschlamm setzt man bei denselben Beschwerden wie Meeresschlick ein. Da die Zusammensetzung der Algenschlämme stark variiert, sollten Sie die Inhaltsangabe auf der Packung genau lesen und darauf achten, dass der Hersteller einen unschädlichen Jodgehalt garantiert. Algen speichern durchaus große und bei äußerlicher Anwendung gefährliche Jodmengen. Falls Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, dürfen Sie Algen nicht anwenden.

Schlickpackungen lindern Gelenkschmerzen

Eine Sonderform der Schlickpackungen ist dielokale Auflage von fertigen Packungen, die sich meist mehrfach verwenden lassen. Achten Sie darauf, dass diese Packungen in Leinen eingeschlagen sind. Sie erhalten verschiedene Größen in der Apotheke und im Versandhandel. Durch die Leinen gelangen die heilsamen Wirkstoffe an Ihre Haut. Legen Sie den Schlick als Kalt- oder Warmpackung beispielsweise auf schmerzende Gelenke oder Muskelpartien bzw. trockene Ekzeme auf. Diese lokalen Anwendungen eignen sich besonders, wenn Sie erst einmal ausprobieren wollen, ob die Thalasso-Therapie etwas für Sie ist.

Die Erfahrung zeigt: Wer einmal seine Liebe zur Meerestherapie entdeckte, schwört darauf. Der einzige Wermutstropen dabei: Die Produkte müssen Sie selbst bezahlen, denn die Krankenkassen kommen für Bade- und Wasseranwendungen grundsätzlich nicht auf.

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