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Spagyrik: weit mehr als die kleine Schwester der Homöopathie

Auf den ersten Blick wirkt sie wie die kleine Schwester der Homöopathie – doch tatsächlich ist die Spagyrik eine ganz eigenständige Heilweise, deren Wurzeln bis ins antike Griechenland zurückreichen. Ihre große Zeit erlebte sie im Mittelalter, als der berühmte Paracelsus zahllose neue spagyrische Mittel entwickelte und dem Heilverfahren auch seinen heutigen Namen gab.

Seit einigen Jahren erfreut sich dieses Verfahren, das die Selbstheilungskräfte wieder ins Lot bringt, wachsender Beliebtheit, v. a. zur Behandlung von Stoffwechselstörungen und rheumatischen Erkrankungen. Auch bei rheumatischen Schmerzen und Verdauungsbeschwerden bewirken die heilsamen Tropfen oft erstaunliche Erfolge. Anlass für uns, Ihnen die spagyrischen Essenzen genauer vorzustellen.

Spagyrik: aufwändige Herstellung der Arzneien

Das Wort „Spagyrik“ entstammt dem griechischen „spao“ (für „trennen“) und „ageiro“ (für „vereinigen“). Gemeint ist die Trennung der eingesetzten Stoffe in ihre Urelemente und die Schaffung einer neuen Verbindung nach den 3 Grundprinzipien

  • Trennung (seperatio)
  • Reinigung (purificatio)
  • Wiedervereinigung (kohabatio)

Der spagyrischen Idee lag die Annahme zugrunde, es ließe sich durch ein ganz spezielles Herstellungsverfahren – ähnlich wie bei der Homöopathie – die Heilkraft des Ausgangsstoffes erhöhen. Ausgangsstoffe sind Pflanzen, Mineralstoffe oder Metalle.

Die Trennungsverfahren, Lösungs- und Reinigungsprozeduren der spagyrischen Arzneimittelherstellung sind der Natur abgeschaut. Die Spagyrik ahmt diese Prozesse im Kleinen nach und beschleunigt sie. Ziel dieser aufwendigen Verfahren ist es, die Wirksamkeit der ihr innewohnenden Lebenskraft einer Pflanze oder eines Minerals zu vervielfältigen. Dies geschieht unter anderem durch wiederholte Destillation.

Spagyrische Arzneien stehen für die Urform des Lebens

Die Ausgangssubstanz wird zunächst in diverse Bestandteile geteilt und das Wertvolle vom Nutzlosen getrennt. Durch eine Neukomposition werden die verbliebenen Bestandteile wieder vereint.

Dadurch soll die molekulare Energie gesteigert werden, die Wirkkraft dynamisiert und gleichzeitig ein hoher Reinheitsgrad erreicht. Denn die „Giftstoffe„ sind  eliminiert worden. Am Ende sind die eigentlichen Wirkkräfte nicht mehr nachweisbar und können nur an ihren Heilwirkungen erkannt werden.

Es heilt dann nicht mehr der Wirkstoff selbst, sondern die Information, die er hinterlassen hat. Die Alchemisten sahen sie als die reine, von der Materie unberührte Urform des Lebens.

Die pflanzlichen Rohstoffe entsprechen höchsten Ansprüchen und die Herstellungsweise ist immer noch ganz eng an die Rezepturen des Paracelsus angelehnt.

So wird die „reifende“ Arznei bei Sonnenaufgang in einer entsprechenden Rhythmik bewegt und in einer bestimmten Drehrichtung dynamisiert, Abends bei Mondaufgang wird sie in entgegengesetzter Drehrichtung in einem dem Mond analogen Rhythmus aufgerührt.

Daraus entstehen ein Extrakt, eine Essenz oder eine Tinktur mit hoher Heilkraft auf stofflicher Basis.

Der Grundgedanke der Spagyrik ist es, die drei philosophischen Prinzipien der Alchemie in der Herstellung der Arzneimittel zu übertragen. Sie werden symbolisch Sal, Merkur und Sulfur genannt. Beim Menschen stehen sie für

  • Sal = Physis
  • Merkur = Lebenskraft
  • Sulfur = Bauplan

Das heißt nach unserem Verständnis nichts anderes, als das sowohl Körper als auch Geist und Seele mit einbezogen werden.

Die Kraft der Planeten unterstützt die heilende Wirkung

Die Zuordnung der einzelnen Heilpflanzen zu bestimmten Planeten und Metallen stammt aus der Alchimie des frühen Mittelalters. So wird z. B. das Johanniskraut der Sonne und dem Gold zugeordnet.

Dabei symbolisieren die Planeten und die Metalle die Beschwerden des Patienten und die Wirkung des Heilmittels selbst. Beim Johanniskraut stehen Sonne und Gold für die gelben Blüten und die (aufhellende) Wirkung der Essenz auf Seele und Herz.

Zuordnung der Heilpflanzen zu Planeten, Metallen und Organen:

  • Johanniskraut: Sonne/Gold, Geist, Seele, Herz
  • Traubensilberkerze: Mond/Silber, Nebenniere
  • Eberraute: Merkur/Quecksilber, Magen, Galle, Darm
  • Goldrute: Venus/Kupfer, Nieren
  • Brennnessel: Mars/Eisen, Haut und Schleimhaut
  • Rosskastanie: Jupiter/Zinn, Gefäße
  • Christrose: Saturn/Blei, Immunsystem

Die einzelnen Zusammenhänge, die auch in der anthroposophischen Medizin eine große Rolle spielen, sind so kompliziert, dass Sie die Auswahl der Heilmittel einem versiertem Therapeuten (Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilkunde) überlassen sollten.

Traditionelle Anwendungsgebiete der spagyrischen Arzneien

  • Augenentzündungen
  • Kopfschmerzen
  • Ohrschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Allergien
  • Schuppenflechte
  • Akne
  • Psoriasis
  • Neurodermitis
  • rheumatiode Arthritis
  • Menstruationsbeschwerden
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Durchblutungsstörungen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Erkältung
  • Bronchitis

Spagyrische Rezepte für Alltagswehwehchen

Tee gegen starkes Schwitzen

Sie brauchen:
20 g Salbeiblätter
50 ml Wasser
1 Fläschen Matrigen II
1 Fläschen Aquavit
1 Fläschen Cerebretik

Die angegebene Menge Salbeiblätter und Wasser reicht für eine Tasse Tee. Bereiten Sie daraus morgens und abends jeweils eine Tasse frisch zu. Ihren Morgentee reichern Sie mit zehn Tropfen Matrigen-II-Tinktur und 15 Tropfen Aquavit-Tinktur an. In den Abendtee geben Sie zehn Tropfen Matrigen II und zehn bis 15 Tropfen Cerebretik.

Stimmungsaufhellender Tee

Sie brauchen:
20 g Holunderblüten
50 g Johanniskraut
30 g Königskerzenblüten
30 g Kornblumen
20 g Echtes Labkraut
50 g Honigklee
200 ml Wasser
1 Fläschen Aquavit

Vermischen Sie die Teekräuter gut miteinander.  Zwei Teelöffel dieser Mischung mit dem siedenden Wasser übergießen und den Tee fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Von diesem Tee trinken Sie zweimal täglich eine große Tasse, in die Sie zuvor zehn Tropfen Aquavit geben. Diesen Tee können Sie kurmäßig für sechs Wochen anwenden.

So entgiften Sie Ihren Körper

Die Spagyrik bietet Ihnen u.a. auch Therapien zur Entschlackung und Entgiftung Ihres Körpers, mit denen Sie zusätzlich Ihren Stoffwechsel unterstützen können. Die wohl bekannteste Therapie dieser Art ist die Entgiftungskur der Firma Phönix. Durch die Anwendung der Phönix Tropfen sollen Giftstoffe sanft aus dem Gewebe gelöst und schonend aus dem Körper ausgeschieden werden.

Grundsätzlich wird folgende Dosierung empfohlen, diese sollte jedoch mit dem jeweiligen behandelnen Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden.

Einnahmeschema:

  • 1. bis 3. Tag: 3-mal je 30 Tropfen Phönix Silybum spag. täglich zur Anregung von Leber und Darm
  • 4. bis 6. Tag: 3-mal je 30 Tropfen Phönix Solidago spag. täglich zur Anregung der Nieren
  • 7. bis 9. Tag: 3-mal je 30 Tropfen Phönix Urtica-Arsenicum spag. täglich zur Lösung von Toxinen aus dem Gewebe

Am 10. Tag beginnen Sie wieder von vorne und wiederholen den Einnahmezyklus insgesamt 5-mal (45 Tage). Zusätzlich nehmen Sie 3-mal täglich je 30 Tropfen Phönix Thuja-Lachesis spag. zusammen mit dem jeweiligen Tagesmittel zur Anregung Ihres Lymphflusses.

Die Kosten für diese Entgiftungskur betragen ca. 60 €, wenn Sie 100-ml-Flaschen kaufen. Unser Tipp: Geben Sie Ihre gesamte Tagesdosis morgens in 1,5 Liter stilles Wasser bzw. Früchtetee und trinken Sie die Menge im Tagesverlauf aus. Verwenden Sie keine Löffel oder Flaschen aus Metall, da Metall die heilenden Schwingungen der spagyrischen Mittel stören kann.

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