MenüMenü

Spagyrik: Mehr als die kleine Schwester der Homöopathie

Die Spagyrik ist eine besondere Form der Aufbereitung von pflanzlichen, mineralischen und metallischen Stoffen. Ziel ist die größtmögliche Aktivierung der Heilkräfte. Der Weg ist die plutonische Wandlung des materiellen Stoffes in sein geistiges, höheres Prinzip. Dazu wird die Pflanze durch ein aufwendiges Verfahren in ihre Grundbestandteile getrennt und nach der Verarbeitung wieder verbunden. Die Heilmethode geht auf den Arzt und Alchemisten Paracelsus (1493– 1541) zurück. Er wollte durch die Trennung des Guten vom Bösen, des Geistigen vom Materiellen die höchste Heilwirkung der Pflanzen erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Spagyrik: Was ist das überhaupt?
  2. Aufwändige Herstellung der Arzneien
  3. Die Kraft der Planeten unterstützt die heilende Wirkung
  4. Traditionelle Anwendungsgebiete
  5. So entgiften Sie Ihren Körper

Spagyrik© unpict – Fotolia

Spagyrik: Was ist das überhaupt?

Auf den ersten Blick wirkt sie wie die kleine Schwester der Homöopathie, doch tatsächlich ist die Spagyrik eine eigenständige Heilweise, deren Wurzeln bis ins antike Griechenland zurückreichen. Ihre große Zeit erlebte sie im Mittelalter, als der berühmte Paracelsus zahllose neue spagyrische Mittel entwickelte und dem Heilverfahren auch seinen heutigen Namen gab.

Seit einigen Jahren erfreut sich dieses Verfahren, das die Selbstheilungskräfte wieder ins Lot bringt, wachsender Beliebtheit; vor allem zur Behandlung von Stoffwechselstörungen und rheumatischen Erkrankungen. Auch bei rheumatischen Schmerzen und Verdauungsbeschwerden bewirken die heilsamen Tropfen oft erstaunliche Erfolge.

Alchemie heißt Arbeit an sich selbst und ständige Wandlung

Im Labor des Alchemisten spiegelt der Wandlungsprozess der Substanz die eigene innere Entwicklung wider. So wie Pflanze, Mineral und Metall tausend Tode sterben, bis ihre Quintessenz aus ihnen „auferstehen“ kann, so muss der Alchemist parallel sein Selbstbild immer wieder hinter sich lassen, um zur nächsten Entwicklungsstufe weitergehen zu können. Sonst kann das Werk, wie es in der Alchemie heißt, nicht gelingen.

Das kleine Werk ist die Pflanzenalchemie. Das große Werk bezeichnet die Wandlung von Blei in Gold, heilkundlich betrachtet die Herstellung eines Allheilmittels (Arkana). In der Alchemie und ihrer Heilkunst, der Spagyrik wird Harmonie von Körper, Seele und Geist angestrebt. Das materielle Prinzip (Körper) wird Sal (d. h. Salz) genannt, das seelische Sulfur (Schwefel), das geistige Mercurius (Quecksilber). Auf die Pflanze übertragen entsprechen als heilkräftige Wirkstoffe die Mineralien dem Sal- (Körper), die ätherischen Öle dem Sulfur- (Seele) und der Rest der Pflanze dem Mercurius-Prinzip (Geist).

Aufwändige Herstellung der Arzneien

Das Wort „Spagyrik“ entstammt dem griechischen „spao“ (für „trennen“) und „ageiro“ (für „vereinigen“). Gemeint ist die Trennung der eingesetzten Stoffe in ihre Urelemente und die Schaffung einer neuen Verbindung nach den drei Grundprinzipien

  • Trennung (seperatio)
  • Reinigung (purificatio)
  • Wiedervereinigung (kohabatio)

Der spagyrischen Idee lag die Annahme zugrunde, es ließe sich durch ein spezielles Herstellungsverfahren (ähnlich wie bei der Homöopathie) die Heilkraft des Ausgangsstoffes erhöhen. Ausgangsstoffe sind Pflanzen, Mineralstoffe oder Metalle. Die Trennungsverfahren, Lösungs- und Reinigungsprozeduren der spagyrischen Arzneimittelherstellung sind der Natur abgeschaut. Die Spagyrik ahmt diese Prozesse im Kleinen nach und beschleunigt sie. Ziel dieser aufwendigen Verfahren ist es, die Wirksamkeit der ihr innewohnenden Lebenskraft einer Pflanze oder eines Minerals zu vervielfältigen. Dies geschieht unter anderem durch wiederholte Destillation.

Die Herstellung spagyrischer Mittel

Die Heilpflanzen werden zerkleinert und mithilfe von Hefe vergoren. Die entstandene Masse wird zum Sieden gebracht und destilliert. Die flüchtigen Substanzen (Mercurius = Geist) entweichen und werden durch Abkühlung in einem Gefäß wieder verflüssigt (Destillat). Der verbliebene Pflanzensaft (Sulfur = Seele) und die Pflanzenbestandteile (Sal = Körper) werden erhitzt und verascht. Die Asche mit ihren wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen wird dem Destillat zugefügt.

Die drei Bestandteile Körper, Seele und Geist der Pflanze sind nach dem Wandlungsprozess wieder vereinigt. Ihre heilenden Aspekte wurden aus den pflanzlichen Ausgangsstoffen herausgelöst, einem Wandlungsprozess unterzogen und dann zu einem spagyrischen Heilmittel wieder zusammengesetzt.

Spagyrische Arzneien stehen für die Urform des Lebens

Die Ausgangssubstanz wird zunächst in diverse Bestandteile geteilt und das Wertvolle vom Nutzlosen getrennt. Durch eine Neukomposition werden die verbliebenen Bestandteile wieder vereint. Dadurch soll die molekulare Energie gesteigert, die Wirkkraft dynamisiert und gleichzeitig ein hoher Reinheitsgrad erreicht werden. Denn die „Giftstoffe“ sind eliminiert worden. Am Ende sind die eigentlichen Wirkkräfte nicht mehr nachweisbar und können nur an ihren Heilwirkungen erkannt werden. Es heilt dann nicht mehr der Wirkstoff selbst, sondern die Information, die er hinterlassen hat.

Die Alchemisten sahen sie als die reine, von der Materie unberührte Urform des Lebens. Die pflanzlichen Rohstoffe entsprechen höchsten Ansprüchen und die Herstellungsweise ist immer noch eng an die Rezepturen des Paracelsus angelehnt. So wird die „reifende“ Arznei bei Sonnenaufgang in einer entsprechenden Rhythmik bewegt und in einer bestimmten Drehrichtung dynamisiert, abends bei Mondaufgang wird sie in entgegengesetzter Drehrichtung in einem dem Mond analogen Rhythmus aufgerührt. Daraus entstehen ein Extrakt, eine Essenz oder eine Tinktur mit hoher Heilkraft auf stofflicher Basis.

Das Besondere der Spagyrik

Die spagyrische Heilessenz verfügt über eine hochkarätige Wirkkraft. Sie ist weitaus stärker als bei den Pflanzen, die nicht in dieser intensiven Weise aufbereitet wurden. Durch das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele der Pflanze wird auch die innere Balance beim Menschen wiederhergestellt.

Spagyrische Arzneien aktivieren Ihre Selbstheilungskräfte auf allen Ebenen. Die Mittel setzen bei der Ursache der Erkrankungen oder Beschwerden an: in Ihrem Körper, Ihrem Denken und Fühlen. Sie sind deutlich mehr als ein Mittel gegen etwas. Sie mobilisieren Ihre eigenen Kräfte, um Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen.

Die Kraft der Planeten unterstützt die heilende Wirkung

Die Zuordnung der einzelnen Heilpflanzen zu bestimmten Planeten und Metallen stammt aus der Alchimie des frühen Mittelalters. So wird zum Beispiel das Johanniskraut der Sonne und dem Gold zugeordnet. Dabei symbolisieren die Planeten und die Metalle die Beschwerden des Patienten und die Wirkung des Heilmittels selbst. Beim Johanniskraut stehen Sonne und Gold für die gelben Blüten und die (aufhellende) Wirkung der Essenz auf Seele und Herz.

Zuordnung der Heilpflanzen zu Planeten, Metallen und Organen

  • Johanniskraut: Sonne/Gold, Geist, Seele, Herz
  • Traubensilberkerze: Mond/Silber, Nebenniere
  • Eberraute: Merkur/Quecksilber, Magen, Galle, Darm
  • Goldrute: Venus/Kupfer, Nieren
  • Brennnessel: Mars/Eisen, Haut und Schleimhaut
  • Rosskastanie: Jupiter/Zinn, Gefäße
  • Christrose: Saturn/Blei, Immunsystem

Die Planeten Uranus, Neptun und Pluto waren zur Blütezeit der Alchemie noch nicht entdeckt. Wenn Sie bestimmte Planeten, sprich Persönlichkeitsanteile, und Ihre Organe stärken wollen, können Sie die jeweiligen spagyrischen Heilmittel als Unterstützung einnehmen. Die einzelnen Zusammenhänge, die auch in der anthroposophischen Medizin eine große Rolle spielen, sind so kompliziert, dass Sie die Auswahl der Heilmittel einem versiertem Therapeuten (Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilkunde) überlassen sollten.

Traditionelle Anwendungsgebiete

In der Spagyrik gibt es ähnlich wie in der Homöopathie Einzelmittel und Kombinationspräparate. Sie sind für bestimmte Organe oder Krankheitsbilder zusammengestellt worden. Kombinationsmittel enthalten Pflanzen, Mineralien, Metalle oder ihre Salze. Neben der Organpflege und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte stellen Ausleitung und Entgiftung eine wesentliche Indikation für spagyrische Heilmittel dar.

So werden Spagyrika dosiert

Bei akuten Zuständen nehmen Sie alle 30 bis 60 Minuten zehn Tropfen oder Globuli bis zu achtmal täglich ein. Belassen Sie sie eine Minute im Mund vorm Schlucken. Sie nehmen Sie solange ein, bis die Symptome verschwunden sind. Bei chronischen Erkrankungen genügen ein- bis zweimal täglich fünf Tropfen oder Globuli sechs Wochen lang. Darauf machen Sie vier Wochen Pause. Den Zyklus wiederholen Sie zweimal. Falls weiterer Bedarf besteht, die Kur nach zwei Monaten wiederholen. Spagyrische Arzneien erhalten Sie rezeptfrei in jeder Apotheke. Die Kosten liegen bei 10 bis 15 Euro.

Tee gegen starkes Schwitzen

  • 20 g Salbeiblätter
  • 50 ml Wasser
  • 1 Fläschen Matrigen II
  • 1 Fläschen Aquavit
  • 1 Fläschen Cerebretik

Die angegebene Menge Salbeiblätter und Wasser reicht für eine Tasse Tee. Bereiten Sie daraus morgens und abends jeweils eine Tasse frisch zu. Ihren Morgentee reichern Sie mit zehn Tropfen Matrigen-II-Tinktur und 15 Tropfen Aquavit-Tinktur an. In den Abendtee geben Sie zehn Tropfen Matrigen II und zehn bis 15 Tropfen Cerebretik.

Stimmungsaufhellender Tee

  • 20 g Holunderblüten
  • 50 g Johanniskraut
  • 30 g Königskerzenblüten
  • 30 g Kornblumen
  • 20 g Echtes Labkraut
  • 50 g Honigklee
  • 200 ml Wasser
  • 1 Fläschen Aquavit

Vermischen Sie die Teekräuter gut miteinander. Zwei Teelöffel dieser Mischung mit dem siedenden Wasser übergießen und den Tee fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Von diesem Tee trinken Sie zweimal täglich eine große Tasse, in die Sie zuvor zehn Tropfen Aquavit geben. Diesen Tee können Sie kurmäßig für sechs Wochen anwenden.

So entgiften Sie Ihren Körper

Die Spagyrik bietet Ihnen unter anderem auch Therapien zur Entschlackung und Entgiftung Ihres Körpers, mit denen Sie zusätzlich Ihren Stoffwechsel unterstützen können. Die wohl bekannteste Therapie dieser Art ist die Entgiftungskur der Firma Phönix. Durch die Anwendung der Phönix-Tropfen sollen Giftstoffe sanft aus dem Gewebe gelöst und schonend aus dem Körper ausgeschieden werden. Grundsätzlich wird folgende Dosierung empfohlen, diese sollte jedoch mit dem jeweiligen behandelnen Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden.

Einnahmeschema:

  • 1. bis 3. Tag: dreimal je 30 Tropfen Phönix Silybum spag. täglich zur Anregung von Leber und Darm
  • 4. bis 6. Tag: dreimal je 30 Tropfen Phönix Solidago spag. täglich zur Anregung der Nieren
  • 7. bis 9. Tag: dreimal je 30 Tropfen Phönix Urtica-Arsenicum spag. täglich zur Lösung von Toxinen aus dem Gewebe

Am zehnten Tag beginnen Sie wieder von vorne und wiederholen den Einnahmezyklus insgesamt fünfmal (45 Tage). Zusätzlich nehmen Sie dreimal täglich je 30 Tropfen Phönix Thuja-Lachesis spag. zusammen mit dem jeweiligen Tagesmittel zur Anregung Ihres Lymphflusses. Die Kosten für diese Entgiftungskur betragen ca. 60 €, wenn Sie 100-ml-Flaschen kaufen. Tipp: Geben Sie Ihre gesamte Tagesdosis morgens in 1,5 Liter stilles Wasser bzw. Früchtetee und trinken Sie die Menge im Tagesverlauf aus. Verwenden Sie keine Löffel oder Flaschen aus Metall, da Metall die heilenden Schwingungen der spagyrischen Mittel stören kann.