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Heilpraktiker: Sind sie Quacksalber oder doch die besseren Ärzte?

Die Meinungen über Heilpraktiker sind sehr zwiespältig: Für die einen sind sie die „besseren Ärzte“, andere halten sie schlicht für Scharlatane. Manche Menschen gehen auch nur aus purer Verzweiflung zum Heilpraktiker und erwarten von ihm das fast unmögliche Wunder, weil ihnen die Schulmedizin nicht mehr helfen kann. Wie immer liegt auch hier die Wahrheit in der Mitte: Wie bei den Ärzten gibt es auch bei den Heilpraktikern fähige Heilkundige und schwarze Schafe.

Wenn es um alternative Behandlungen wie Homöopathie, Osteopathie oder Ausleitungsverfahren geht, sind Sie bei einem Heilpraktiker oft besser aufgehoben als bei einem Arzt. Gerade Heilpraktiker spezialisieren sich häufig auf eine Behandlungsmethode und sind daher in diesem Verfahren besonders erfahren und versiert.

Was bedeutet die Bezeichnung „Heilpraktiker“ eigentlich?

Bis zum Jahr 1939 durfte in Deutschland jeder, der Menschen heilen wollte, dies auch tun. Eine Ausbildung musste er dazu nicht nachweisen. Um diesen damals sehr beliebten, mit der Erfahrungsmedizin der Volkheilkunde arbeitenden Heilern das Handwerk zu legen, wurde am 17. Februar 1939 das Heilpraktikergesetz erlassen, das auch heute noch in Kraft ist. Hier wurde festgelegt, dass jeder, der den Heilberuf ausüben möchte, überprüft werden muss und eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde benötigt.

Das Gesetz verfehlte jedoch seinen Zweck, denn es schreckte nicht ab und der Beruf des Heilpraktikers erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Zurzeit gibt es bei uns etwa 25.000 Heilpraktiker. Eine Ausbildung ist zwar bis heute noch nicht gesetzlich vorgeschrieben, jedoch muss jeder Heilpraktiker-Anwärter eine Überprüfung vor dem Gesundheitsamt bestehen. Die Zulassungsbedingungen zu dieser Prüfung verlangen keinerlei medizinische Vorbildung. Zwar gibt es zahlreiche private Heilpraktikerschulen, der Besuch ist jedoch freiwillig.

Scharlatan vs. seriöser Heiler

Das Ziel der Prüfung vor dem Gesundheitsamt ist immer noch dasselbe wie im Jahr 1939: Es soll sichergestellt werden, dass der Prüfling keine Gefahr für die Volksgesundheit“ darstellt. Hier liegt natürlich der größte Kritikpunkt der Heilpraktikergegner: Bei der Überprüfung vor dem Amtsarzt wird nicht nach Kenntnissen in naturheilkundlichen Behandlungsmethoden gefragt. Geprüft wird vor allem, ob der zukünftige Heilpraktiker weiß, was er nicht behandeln darf und wie er sich in Notfällen verhalten muss. Allerdings gelten die Prüfungen als sehr streng und die Durchfallquote liegt bei etwa 80 Prozent.

Die Kenntnisse und Fertigkeiten seiner Therapieverfahren muss sich jeder Heilpraktiker eigeninitiativ in speziellen Kursen aneignen. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Einige absolvieren beispielsweise im Bereich der Homöopathie, Akupunktur oder Osteopathie bis zu dreijährige Ausbildungen, andere besuchen lediglich einen Wochenendkursus. Es ist also durchaus legitim, wenn Sie einen Heilpraktiker nach seiner Qualifikation fragen, ehe Sie eine Behandlung bei ihm beginnen.

Woran erkennen Sie einen guten Heilpraktiker?

Es gibt einige Kriterien, an denen Sie einen gut ausgebildeten und fähigen Heilpraktiker erkennen. Ein guter Heilpraktiker sollte:

  • Mitglied in einem Berufsverband sein
  • die Schulmedizin nicht kategorisch ablehnen und auch mit Ihrem Arzt zusammenarbeiten
  • vom Arzt verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen
  • qualifizierte Ausbildungen in den von ihm angewendeten Verfahren haben
  • keine Heilungsversprechen abgeben
  • sich regelmäßig weiterbilden
  • Ihnen eine detaillierte Rechnung nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GeBüH) ausstellen

Ein seriöser Heilpraktiker kennt auch seine Grenzen und verweist Sie an einen Arzt, wenn er Ihnen mit seinen Methoden nicht wirklich helfen kann.

Die Vorteile der heilpraktischen Behandlungen

In einem Punkt sind die Heilpraktiker den Ärzten überlegen: Sie nehmen sich viel Zeit für das Untersuchungsgespräch (Anamnese) und die Behandlung. So kann ein Erstgespräch für eine homöopathische Behandlung durchaus zwei Stunden dauern. Dies ist ein Zeitaufwand, der in einer normalen Arztpraxis kaum möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist der ganzheitliche Behandlungsansatz. Gute Heilpraktiker sehen den Zusammenhang von Körper und Seele und versuchen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, statt einzelne Organe zu behandeln.

Ein gut ausgebildeter Heilpraktiker kann also mit ganzheitlichen Therapiemethoden oft mehr bewirken als die „Fünf-Minuten-Medizin“ beim Arzt. Die Kosten für die Behandlungen werden allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Wenn Sie sich regelmäßig von einem Heilpraktiker behandeln lassen möchten, lohnt sich daher eine Zusatzversicherung, die Sie schon für 10 Euro im Monat abschließen können.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Astrid Faigle schrieb am 08.11.2012, 09:24 Uhr

    Liebe Frau Rossbach, gerne lese ich Ihre Beiträge. In diesen Beitrag hat sich allerdings ein Fehler eingeschlichen. Natürlich ist der Beruf des Heilpraktikers gesetzlich geregelt. Er ist vielleicht nicht so anerkannt, wie wir HPs das gerne hätten, aber um HP zu werden, muss man einige gesetzliche Hürden nehmen. Mit freundlichen Grüßen, Astrid Faigle (Heilpraktikerin)

  • Evelin Hausmann schrieb am 08.11.2012, 11:24 Uhr

    Das Wichtigste haben Sie vergessen, ein guter Heilpraktiker und Arzt, verschont den Patienten mit schwerwiegenden Diagnosen verbal herunterzuziehen und er betet für seinen Patienten und ist sich bewusst, dass der behandelnde nur kuriert, Gott jedoch die Heilung schenkt, genauso wichtig ist, dass der Patient dem Arzt Vertrauen schenkt und Gott bittet, dass Er dem Arzt oder Heilpraktiker die richtigen Gedanken schickt, denn das Wissen des Menschen ist begrenzt und zu einer richtigen Diagnose gehört Einfühlungsvermögen und dass der Arzt, bzw, der Heilpraktiker sich die nötige Zeit nimmt, sich auf den Patienten einzustellen und ihm zuzuhören. Was bei den Schulmedizinern noch erlernt werden muss, dass der Edle erst an die Pflicht des Helfens denkt und der Niedrigdenkende an den Gewinn. Solange der Patient das Gefühl hat, dass er als Nummer und zur Lebenserhaltung und Ernährung des Arztes dient, ist es unmöglich. Der Behandelnde, sowie der Patient sollten eine Einheit im Guten darstellen. Denn jede Erkrankung hat ihre Ursache in der Seele. Erst wenn die Seele von Leid, Kummer und Sorgen überläuft, beginnt der Satan mit Wonne an die Zersetzung des Körpers zu gehen. Die Handlanger dessen ist die Pharmazie. Zurück zur Natur und wenn ein Arzt ein Gewissen im Leibe hat und sich auch noch daran erinnert, dass auch er sein Leben von Gott geschenkt bekam, dann solle er den Anstand und die innere Größe haben auch auf das Geistige Heilen der Lehre Bruno Gröninglehre zu verweisen. Eitelkeit und Hochmut sind die Eigenschaften des Satans. Demut und Vertrauen in den Schöpfer, dass Er der größte Arzt ist, dass es bei Gott kein > unheilbar <gibt, dass sollte jedem vordringlichst bewusst werden, bevor er den Patienten die ganze Giftpalette ausprobieren lässt. Auch Ärzte können krank werden, wenn sie nicht nach den Gesetzen Gottes leben, warum haben denn kranke Ärzte und medizinisches Personal so viel Misstrauen sich einem Kollegen anzuvertrauen? Doch nur, weil sie die Begrenztheit des Wissens der einzelnen Mediziner kennen. Doch auch da hilft beten und keine Diagnose geistig annehmen, denn alle Erkrankungen sind in erster Linie Projektionen des Satans um den Menschen handlungsunfähig und leidend zu halten Wie oft hörte ich schon dass Patienten sagten, man könne gerade den Eindruck bekommen, die Ärzte und Apotheken befürchten nichts so sehr, als dass der Patient gesund werden könne und auch bleiben würde. Doch lernen wir gut zu denken. Drehen wir alles um. Man soll die Anweisungen des Behandelnden befolgen, solange uns unser Gefühl nichts Gegenteiliges sagt. Ein typisches Beispiel darf ich Ihnen nennen: Kürzlich hatte ich auf meinen Körper auch nicht achtgegeben und mich einer Situation ausgesetzt, die mir einen Infekt einbrockte, weil ich nicht mehr genügend der göttlichen Energie zuvor aufnahm und so angreifbar geworden war. Als ich in der Phase kurz vorm Erwachen war, sndete mir die geistige Quelle des Satans sofort das Wort Epedemie in meinen Gedanken, Gott sei Dank sagte ich sofort nein, mein lieber mit mir nicht, das nehme ich nicht an, meine Seele gehört Gott, das ist lächerlich und bat weiter um den göttlichen Schutz und so ging es mir in kurzer zeit wieder gut, ich hielt meine Reinigung durch und stellte mich mehr als einmal auf den Heilstrom ein und spürte wie sich mein Körper zunehmend erholte und wieder fit wurde. Und genauso sendet dieser Unhold den Patienten, die eine fiese, Diagnose vom Arzt gesagt bekommen, denen malt er schon in Gedanken aus wie Ihre Bestattung ausfalllen wird und wie dreckig es ihm die nächste Zeit geht. Das gilt es zu verhindern. Was Sie annehmen, das haben Sie, würden Sie immer nur das Gute annehmen und das Ungute beiseite stellen , so haben sie immer das Gute. Einen wunderschönen und glücklichen Tag wünsche ich allen Lesern. Ps. Lassen Sie niemals Angst und Panik in Ihnen aufkommen!!! Wer so etwas mit Ihnen versucht zu machen, um den machen Sie bitte im ureigensten Interesse einen großen Bogen. Stimmungsmache im negativen Sinne kann kein Mensch gebrauchen!!!

    • Karola Bady antwortete am 08.11.2012, 16:34 Uhr

      Zu diesem Thema ließe sich ein ganzes Buch schreiben, aber ich will mich kurz fassen: gerade gestern war in Stern TV wieder eine dieser unsäglichen Debatten zwischen zwei Schulmedizinern und Homöopathen, die mich beinahe wütend gemacht hat. Ich habe dann umgeschaltet. Wie die Homöopathie noch immer von Medizinern angezweifelt wird, ist schändlich, schließlich sollte alle an der Wiederherstellung der Gesundheit arbeiten, Missgunst und Neid auf die Heilung der Fälle, die schulmedizinisch als ausgereizt galten, bestimmen aber immer noch solche Debatten, in denen der Patient wie auch der Therapeut und die Methode gern lächerlich gemacht werden. Wer heilt hat Recht! Leider hat der Schulmediziner weniger Zeit als je zuvor, eine Betreuung seiner Klientel über das bloße Rezepte schreiben zu gewährleisten, wo der Heilpraktiker und Homöopath sich Zeit nehmen und alles abfragen, was nötig ist, um das passende Mittel zu finden. Dabei ist z. B. Homöopathie nicht die Vorstufe einer Therapie, die dann im "Ernstfall" der Mediziner vornimmt, sondern eher umgekehrt, so meine Erfahrung. Habe ich die Wahl, mich alternativ behandeln zu lassen, nicht auf Termine in vielen Wochen warten zu müssen und viel Zeit in Wartezimmern verbringen zu müssen, in denen ich mir vielleicht noch Keime und Viren einfange, ist für mich die Entscheidung leicht. Ich kann selbst mengenweise an mir nachweisen, dass Homöopathie wirkt, aber das wollen Mediziner nicht wirklich hören. Sie sitzen auf einem ziemlich hohen Ross und werden diesen Sitzplatz bei der heutigen Entwicklung im Gesundheits- und Kassenwesen noch teuer bezahlen. Zum Glück kann jeder den Arzt frei wählen und sich einen suchen, der ihn/sie ernst nimmt und Zeit hat, wird aber in den Punkten meistens nur bei Alternativmedizinern und Heilpraktikern fündig werden, so ist meine Erfahrung. Erst, wenn die Wartezimmer leer sind, die Praxis als rein ökonomischer Betrieb geoutet ist, wird sich endlich etwas ändern.

    • Traudl Eckert antwortete am 10.11.2012, 17:14 Uhr

      Liebe Frau Hausmann. Ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen und stimme Ihnen voll und ganz zu. Es ist nicht so hufig,d ass das Wort Gott und Heilung in den Mund genommen wird. Danke für Ihren Mut.

  • Axel Tausch schrieb am 13.11.2012, 18:04 Uhr

    Grüß Gott den Lesern hier! Eine seriöse Adresse: Vereinigung christlicher Heilpraktiker, ggfs. auch: CiG beides können sie "googeln", liebe Grüße atausch