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Schüßler-Salze – Wie Sie mit Mineralstoffen Übersäuerung und ihre Begleiterscheinungen lindern

Natrium phosphoricum – vielleicht haben Sie schon von diesem Mittel gehört. Es handelt sich dabei um ein Schüßler-Salz, das bei Übersäuerung empfohlen wird. Dabei sollten Sie auch die anderen Salze nicht außer Acht lassen, denn je nach Beschwerden, die bei Ihnen durch die Übersäuerung hervorgerufen werden, können Sie auch die einsetzen. Welches Salz Ihnen wobei hilft und was Schüßler-Salze überhaupt sind, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Schüssler-Salze© Sonja Birkelbach - Fotolia

Schüßler-Salze wurden vor fast 140 Jahren von dem deutschen Arzt Dr. Wilhelm Schüßler entdeckt. Er war Anhänger der so genannten Virchowschen Zelltheorie, benannt nach dem Berliner Professor Rudolf Virchow. Dieser ging davon aus, dass jedes körperliche Leiden auf einer Störung in den Körperzellen beruht und man nur diese Störung beheben müsse, um auch das Leiden wieder zu heilen. Aufgrund dieser Theorie begann Schüßler zu forschen – auf eine Art, die uns recht makaber erscheinen mag. Er verbrannte nämlich Organe von Menschen, die an unterschiedlichen Krankheiten gestorben waren. Die Asche der Organe untersuchte er dann, um zu überprüfen, wie hoch ihr Salz- und Mineraliengehalt war. Diesen Mangel verglich er mit der Todesursache des Verstorbenen.

So führt Mineralstoff­mangel zu Erkrankungen

Aufgrund seiner Forschungen konnte Schüßler einen Zusammenhang zwischen dem Mangel bestimmter Salze, wie er die Mineralstoffe nannte, und den Erkrankungen der Menschen feststellen. Dementsprechend stellte er die Theorie auf, dass wir Menschen nur gesund bleiben, wenn wir ausreichend mit Mineralstoffen versorgt sind. Kommt es zu einem Mangel, folgt schnell eine Erkrankung. Diese kann vom Körper selbst geheilt werden, wenn die fehlenden Mineralstoffe wieder zugeführt werden. Insgesamt fand Schüßler aufgrund dieser Theorie zwölf Mineralstoffe, die nach ihm benannten Schüßler-Salze, die die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder anregen sollen.

Handelt es sich um reine Mineralstoffe?

Schüßler-Salze sind keine reinen Salze. Vielmehr werden sie, genau wie homöopathische Mittel, stark verdünnt: Es wird eine so genannte Potenz hergestellt. Dazu wird ein Teil des Wirkstoffs genommen und mit 10 oder 100 Teilen Verdünnungsmittel verschüttelt. Hierbei handelt es sich unter anderem um Wasser, Ethanol oder auch Milchzucker. Diese Verdünnung wird einige Male wiederholt – bei Potenzen, die mit „D6“ bezeichnet werden, sechsmal, bei Potenzen der Stufe „D12“ zwölfmal. Allerdings unterscheidet sich die Begründung, die Schüßler für die Potenzierung gibt, deutlich von der homöopathischen Begründung für die Herstellung einer Potenz. In der Homöopathie geht man davon aus, dass ein Wirkstoff umso stärker wird und besser wirkt, je mehr er potenziert wird.

Warum werden potenzierte Salze besser aufgenommen?

Schüßler dagegen ging davon aus, dass die Mineralsalze, die er einsetzen wollte, durch den Verdauungsprozess im Körper in ihrer chemischen Struktur verändert werden. Das, so Schüßler, sei der Grund dafür, dass es, obwohl genügend Mineralstoffe aufgenommen werden, zu einem Mangel kommt. Aus diesem Grund potenzierte Schüßler seine Mineralstoffe, um die Moleküle zu isolieren und einzeln mit Verdünnungsmittel zu umgeben – er ging davon aus, dass sie dadurch direkt über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf und so in die Zellen gelangen. Wir wissen heute, dass diese Aufspaltung bis hin zum Molekül nicht möglich ist. Mit der Potenzierung wird lediglich erreicht, dass die Mineralsalze in winzig kleinen Mengen vorliegen. So können sie tatsächlich besser aufgenommen und in die Zellen eingebaut werden.

So lindert Natrium phosphori­cum Ihre Übersäuerung

Wenn Sie übersäuert sind, ist Natrium phosphoricum D6 das Schüßler-Salz erster Wahl für Sie. Es hilft bei Verdauungsstörungen, Stoffwechselproblemen und nach zu fettem oder zu scharfem Essen. Zudem ist es in der Lage, im Körper die Balance zwischen basisch und sauer wieder herzustellen und so eine Übersäuerung auszugleichen.

Schüßler-Salze helfen bei übersäuerungsbedingten Krankheitsbeschwerden

Übersäuerung beschränkt sich aber nicht nur auf einen gestörten ph-Wert. Vielmehr kann sie Ursache aller Zivilisationskrankheiten sein und zu den unterschiedlichsten Beschwerden führen. Sie sollten daher auch die anderen Schüßler-Salze nicht außer Acht lassen und sie entsprechend Ihrer Beschwerden einsetzen.

  • Nr. 1: Calcium fluoratum D12. Dieses Salz wird bei Hautproblemen wie Warzen oder Hautverhärtungen angewandt, es wirkt also auch bei starker Narbenbildung. Zudem kann es Ihnen bei Problemen mit den Venen helfen, aber auch bei einem schwachen Bindegewebe.
  • Nr. 2: Calcium phosphoricum D6. Das Salz, das besonders für Ihre Knochenbildung wichtig ist und so Osteoporose vorbeugen kann. Zudem fördert es die Heilung von Wunden und löst Krämpfe. Achtung: Ihre Beschwerden können sich zu Beginn der Therapie in Ruhestellung verschlimmern!
  • Nr. 3: Ferrum phosphoricum D12. Regt die Durchblutung an und stärkt Ihr Immunsystem. Außerdem hilft es, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Wundheilung haben.
  • Nr. 4: Kalium chloratum D6. Setzen Sie es bei Blasen- und Harnwegsinfekten ein. Es hilft auch bei Entzündungen, die im Hals- und Rachenbereich auftreten, sowie bei Schnupfen und ähnlichen Infekten. Achtung: Wenn Sie dieses Schüßler-Salz einnehmen, sollten Sie auf Sport verzichten!
  • Nr. 5: Kalium phosphoricum D6. Hilfreich hat sich dieses Salz bei Nervosität, aber auch bei Gesundheitsproblemen erwiesen, die durch Stress ausgelöst werden. Hierzu gehören zum Beispiel Verdauungsschwierigkeiten.
  • Nr. 6: Kalium sulfuricum D6. Ein wichtiges Salz, das eine große Rolle bei der Erneuerung von Zellen spielt. Zudem wird es oft bei chronischen Entzündungen eingesetzt und sorgt für eine gute Wundheilung.
  • Nr. 7: Magnesium phosphoricum D6. Wenn Sie unter Krämpfen, aber auch unter ziehenden Kopfschmerzen leiden, kann Ihnen dieses Salz helfen. Außerdem beruhigt es Ihre Nerven.
  • Nr. 8: Natrium chloratum D6. Verwenden Sie es, wenn Ihre Schleimhäute durch eine Erkältung angeschwollen sind. Es hilft aber auch bei Gelenkschwellungen. Darüber hinaus  gleicht es Ihren Flüssigkeitshaushalt aus.
  • Nr. 10: Natrium sulfuricum D6. Es lindert Durchfälle und hilft, Giftstoffe aus Ihrem Körper auszuscheiden. Zudem hilft es bei Entzündungen, Hautausschlägen und Schwellungen an den Gelenken.
  • Nr. 11: Silicea D 12. Bekannt auch unter dem Namen Kieselsäure, wird es bei Problemen mit Knochen und Knorpeln eingesetzt. Darüber hinaus hilft es bei einem schwachen Bindegewebe und bremst die Bildung von Falten.
  • Nr. 12: Calcium sulfuricum D6. Dieses Salz regt die Knorpelbildung an. Es lindert Entzündungen in den Gelenken und verbessert den Gallenfluss – damit werden Schadstoffe deutlich schneller aus dem Körper ausgeschieden.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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