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Saunieren: Sogar bei Bluthochdruck hilft Ihnen das regelmäßige Schwitzen

von Inga-Maria Richberg, Chefredakteurin von „Natur und Gesundheit“

Langsam ist wieder Saunazeit. Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass ein bis zwei Saunabesuche pro Woche Ihre Abwehrkräfte auf Hochtouren bringen und Sie vor lästigen Erkältungen schützen. Sogar leichter Bluthochdruck sowie Bronchialasthma und Gelenkprobleme lassen sich durch Saunabesuche erheblich bessern. Doch das richtige Schwitzen will gelernt sein. Wir zeigen Ihnen, warum Sie z. B. vorher erst ein warmes Fußbad nehmen sollten.

Schon jeder vierte Bundesbürger schätzt die Sauna

Nach Zahlen des Deutschen Saunabundes saunieren rund 20 Millionen Bundesbürger regelmäßig, um sich zu entspannen und fit zu halten.

Diese Wirkungen hat das Saunieren auf Ihren Körper:

  • Die Körperkerntemperatur steigt um 1 bis 3 °C. Das aktiviert Ihre Abwehrzellen.
  • Die Haut erwärmt sich um 3 bis 10 °C, die Schweißdrüsen arbeiten auf Hochtouren.
  • Die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung steigt um 100 % und damit auch die Ausscheidungsfunktion der Nieren.
  • Lungenvolumen und Atemfrequenz steigen. So atmen Sie mehr Sauerstoff ein.
  • Ihre Muskeln entspannen sich.

Außerdem steigert die heiße Luft die Durchblutung der Schleimhäute und die Sekretabsonderung, was besonders Erkältungen vorbeugt. Denn Erreger werden schneller ausgeschwemmt.

Kontrolliertes Schwitzen kann sogar Ihren Blutdruck senken

Auch mittelschwerer Bluthochdruck kann durch Saunieren gesenkt werden. Das hat Dr. Hans Joachim Winterfeld von der Klinik für Herz-chirurgie der Berliner Charité im Jahr 2002 in einer Vergleichsstudie herausgefunden. Ursache für die Senkung ist die Erweiterung der Arterien durch das Schwitzen. Dadurch sinkt der Blutdruck, das Herz wird besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und der Herzmuskel entlastet. An der Studie nahmen 100 Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck teil: 50 Patienten gingen 10 Wochen lang jeweils zweimal pro Woche in eine Niedrig-Temperatur-Sauna („Sanarium“), wie es sie in großen Bädern und Reha-Einrichtungen gibt. Dabei absolvierten sie jeweils zwei Saunagänge von je 8 bis 10 Minuten bei 55 °C und 48 % Luftfeuchtigkeit. Nach 10 Wochen war der systolische Ruheblutdruck (1. Wert) der Saunagänger im Durchschnitt von 151 auf 135 mm/Hg gesunken. Der diastolische Wert (2. Wert) sank von 91 auf 81 mm/Hg. In der Kontrollgruppe, die nicht sauniert hatte, blieb der Blutdruck konstant.

Regelmäßiges Saunieren macht Ihre Abwehr topfit

Auch der Immunstatus der untersuchten Saunagänger besserte sich erheblich: So verringerte sich die Konzentration des Entzündungsmarkers Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-a) im Blut, die bei Arteriosklerose erhöht ist, um 11 %. Dagegen stieg die Konzentration des entzündungshemmenden Interleukin–10 (IL–10) um etwa ein Drittel. Außerdem gab die Studie Hinweise darauf, dass Saunieren die Cholesterinwerte senkt.

Regelmäßige Saunabesuche helfen Ihnen außerdem bei:

  • erhöhter Infektanfälligkeit
  • Akne und unreiner Haut
  • Gicht und nach Absprache mit dem Arzt auch bei Nierensteinen
  • rheumatischen Beschwerden und Wirbelsäulenproblemen
  • Muskelverspannungen
  • Verstauchungen, Prellungen
  • Durchblutungsstörungen
  • leichter Venenschwäche

Bei ausgeprägten oder sogar entzündeten Krampfadern und Venenentzündungen sollten Sie von Saunabesuchen absehen.

Hilfreich vor dem Saunieren: ein warmes Fußbad

Vor dem ersten Saunagang müssen Sie sich gründlich warm duschen und gut abtrocknen. Denn auf feuchter Haut würde sich schnell Verdunstungskälte bilden, die das Schwitzen behindert. Kräftiges Trockenbürsten mit einer Badebürste aus Naturborsten beschleunigt das Schwitzen, weil es Ihre Hautdurchblutung anregt. Denselben Effekt erzielen Sie auch mit einem heißen Fußbad. Kurz und intensiv lautet die Devise auch für Anfänger. Deshalb sollten Sie besser die mittlere Bank benutzen, als auf der untersten Bank langsam vor sich hin zu schwitzen. Denn das belastet Ihren Kreislauf viel stärker. Die beste Position ist die Rückenlage. Bei Platzmangel sollten Sie sich mit angewinkelten Beinen setzen. Bei Rückenverspannungen empfiehlt sich die Bauchlage, damit die Wärme Ihre Rückenmuskeln entspannen kann. Setzen Sie sich während des Saunierens immer mal wieder kurz auf, damit Ihr Kreislauf nicht schlapp macht.

Bei diesen Beschwerden müssen Sie auf Saunabesuche verzichten:

  • akute Erkältungen mit Gliederschmerzen
  • akute Leiden, z. B. Asthma, Rheuma und Nierenbeschwerden
  • alle akuten bzw. aktiven chronischen Entzündungen
  • koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz ab Stadium NYHA-III, nach einem Herzinfarkt
  • großflächige offene Wunden
  • Fieber
  • schwere Lungenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Grüner Star (Glaukom)
  • starker Bluthochdruck über 160/90 mmHg (starke Raucher und Diabetiker über 150/ 90 mmHg) oder starke Blutdruckschwankungen Als Diabetiker sollten Sie nur kurz saunieren, weil Ihr Blutzuckerspiegel drastisch sinken kann.

Der erste Saunagang sollte 8 bis 12 Minuten dauern. Beim zweiten Durchgang können Sie 15 Minuten in der Saunakabine bleiben. Wer einmal pro Woche in die Sauna geht, sollte 2, maximal 3 Gänge machen. Wer täglich sauniert, braucht nur einen Gang. Nicht jeder mag den Aufguss, bei dem die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 50 % steigt. Er muss auch nicht sein, denn auch ohne ihn hat das Schwitzen alle positiven Auswirkungen auf den Körper. Nach dem Saunagang gehen Sie zur Abkühlung erst einmal an die frische Luft. Bewegen Sie sich, um Ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Bevor Ihnen kalt wird, sollten Sie kühl duschen oder sich mit dem Kaltwasser-Schlauch abspritzen. Beginnen Sie stets mit den Beinen und arbeiten Sie dann herzwärts. Auch das kalte Tauchbecken ist keine Pflicht, gerade wenn Sie Herz- oder Kreislaufpatient sind. Anschließend sollten Sie mindestens 15 Minuten ruhen, bevor Sie eventuell den zweiten Saunagang antreten.

So saunieren Sie richtig

  • Der erste Saunagang sollte maximal 12 Minuten dauern, der zweite 15 Minuten.
  • Saunieren Sie nicht auf nüchternen Magen bzw. nach schweren Mahlzeiten.
  • Meiden Sie Temperaturen über 100 °C, denn sie schaden Haut und Haaren.
  • Lassen Sie Brille und Schmuckstücke draußen, denn sie werden zu heiß. Kontaktlinsen sind unproblematisch.
  • Trinken Sie nicht während des Saunierens, sonst unterbrechen Sie das Schwitzen. Gleichen Sie Ihren Flüssigkeitsverlust von 1 bis 2 l erst am Schluss mit stillem Mineralwasser aus.
  • Bleiben Sie nur so lange in der Sauna, wie Sie sich wirklich wohl fühlen. Verlassen Sie die Sauna, wenn das nicht mehr der Fall ist – auch wenn die Zeit, die Sie sich vorgenommen haben, noch nicht um ist

Unser Rat zum Schluss: Duschen Sie nach dem letzten Saunagang nicht mehr, denn Ihre Haut ist jetzt absolut sauber. Eine weitere Dusche würde Ihre Haut nur austrocknen. Cremen Sie sich stattdessen mit einer fettreichen Creme gut ein.

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