MenüMenü

Sauna: So können Sie relaxen und gleichzeitig Ihr Immunsystem stärken

Mit dem Wellness-Trend kommt der Besuch in einem Bad wieder in Mode. Hier finden Sie eine breite Auswahl an Saunen: Rast-Plätze, an denen die Wärme seelische und körperliche Anspannung einfach wegschmelzen lässt. Damit Sie Ihren Saunabesuch gesundheitsfördernd gestalten, sollten Sie einige Regeln beachten.

Eimer mit Sauna-Zubehör© raphotography - Fotolia

In der trockenen Hitze der Sauna (60 bis 85 °C) oder in der feuchten des Dampfbads (45 bis 50 °C) steigt die Körpertemperatur um etwa 1 °C. Die Haut erwärmt sich um ca. 10 °C. Die Gefäße weiten sich, die Durchblutung wird angeregt. Nach jedem Schwitzgang kühlt ein Tauchbad oder eine kalte Dusche. In der Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Der Temperaturwechsel trainiert ihre Elastizität, stimuliert Kreislauf und Abwehrkräfte, regt den Stoffwechsel an. Untersuchungen ergaben, dass regelmäßige Schwitzbäder, also einmal pro Woche, die Zahl der Abwehrzellen im Blut erhöhen und somit das Immunsystem stärken.

Erwünschte Nebenwirkung für die Haut: Wärme löst Unreinheiten, die bessere Durchblutung lässt Sie frischer wirken. Saunagänge ersetzen kein aktives Kreislauftraining. Sportler profitieren aber davon, dass der Wechsel von Wärme und Kälte die Muskeln besser durchblutet. Das regt den Heilungsprozess bei Muskelverspannungen und -verletzungen an. Saunagänge puschen aber nicht nur den Körper positiv, sondern wirken auch entspannend auf die Psyche. Die Hitze zwingt jeden Menschen dazu, gleichmäßig zu atmen. Automatisch wird der Saunagänger ruhig und gelassen.

Schwitzen Sie so, wie Ihr Körper es verträgt

Finnische Sauna

Die finnische Sauna ist in Deutschland am verbreitetsten. Sie ist mit drei Bänken in unterschiedlicher Höhe ausgestattet und aus Holz. Die heiße Luft zirkuliert in der Sauna vom Ofen aufsteigend in Richtung Decke. Sie können zwischen drei Temperaturzonen wählen:

  • Oberhalb der dritten und damit höchstgelegenen Bank beträgt die Lufttemperatur 85 bis 90 °C.
  • Über der zweiten Bank ist es 70 bis 80 °C heiß.
  • Oberhalb der ersten Bank zwischen 60 und 70 °C.

Die Finnische Sauna heißt auch „Heißluftbad“. Die Luftfeuchtigkeit können Sie mit einem Sauna-Aufguss steigern. Sie gießen entweder mit purem Wasser auf oder versetzen es mit ätherischen Duftölen.

Römische Sauna

Das Besondere an der römischen Sauna ist, dass sie drei unterschiedlich heiße und feuchte Räume hat. Im Tepidarium beträgt die Temperatur 30 °C. Im Caldarium beträgt die Temperatur 40 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Im Lanconicum beträgt die Temperatur 50 °C bis 60 °C. Fußboden- und Hohlwandheizungen erwärmen die Luft statt der Ofensteine. Die Saunen sind mit Stufenbänken ausgestattet, die ein Entspannen in verschiedenen Temperaturzonen ermöglichen. Zum Besuch einer römischen Sauna gehört meist eine Massage. Auf den Schwitzgang folgen Wechselanwendungen im Warm- und Kaltwasserbecken. Ein Besuch wirkt reinigend und entgiftend.

Türkische Sauna

Eine türkische Sauna besteht aus einem Heißluftraum mit einer Temperatur von ca. 50 °C, einem Warmluftraum mit einer Temperatur von ca. 40 °C und mehreren kühlen Räumen. Zum Ritual zählen neben Schwitzen und Abkühlen auch Massagen. Der Besucher verweilt 20 bis 30 Minuten im Heißluftraum, um sich dann im Ruheraum auf einem vorgewärmten Marmorstein auszuruhen.

Russische Sauna

Das russische Bad ist wie in der finnischen Sauna aus Holz. Die Ofensteine werden aber nur auf maximal 50 °C aufgeheizt. Durch entsprechend viele Aufgüsse mit Wasser erzielt man eine erheblich höhere Luftfeuchtigkeit. Den Körper kühlt man danach durch kalte Außenluft,Wasser oder Schnee ab.

Modernes Dampfbad

Das moderne Dampfbad gehört wie die russische Sauna zu den „kühleren“ Saunen. Auch hier wird die Temperatur nur auf maximal 40 bis 45 °C aufgeheizt. Die Hitze entströmt einem Dampfkessel. Er erzeugt Wasserdampf, der durch Röhren in den Baderaum gelangt. Es bilden sich Nebelschwaden in der Luft. Die ideale Kombination von Wärme (45 °C) und Feuchtigkeit (100 % relative Luftfeuchtigkeit) entkrampft, entspannt, reinigt und pflegt die Haut. Insbesondere bei Atemwegserkrankungen hilft ein Gang ins Dampfbad. Durch tiefes Einatmen befeuchten Sie die Atemwege, wodurch Sie Erkältungen lindern können. Die feuchte Wärme steigert die Elastizität des Bindegewebes und verbessert die Mobilität der Muskeln und Gelenke. Nach 12 bis 15 Minuten Aufheizen kühlt man sich mit Wasser oder Schnee ab.

So sollte Ihr Saunabesuch Idealerweise ablaufen:

  • Genießen Sie Sauna und Dampfbad in Ruhe, nie unter Zeitdruck. Umso wirksamer ist der Erholungseffekt. Zwei bis drei Stunden sollten Sie für einen entspannten Saunabesuch einkalkulieren.
  • Auch wenn es in Großbritannien üblich ist, in der Sauna Badebekleidung zu tragen, sollten Sie immer nackt schwitzen. Jegliche Kleidung, auch ein um die Hüften geschlungenes Handtuch, behindert die Atmung der Haut und kann zu Hautreizungen führen. Allerdings sollten Sie für die Zeit vor und zwischen den Saunagängen einen Bademantel und Badelatschen mitbringen.
  • Duschen Sie sich und schminken Sie sich ab, bevor Sie in die Hitzekammer gehen. Frottieren Sie die Haut dann gründlich – trockene Haut schwitzt leichter. Eine trockene Bürstenmassage vor der Dusche fördert zudem die Durchblutung der Haut und löst abgestorbene Hautschüppchen.
  • Geübte führen bis zu drei Saunagänge durch. Der einzelne Saunagang kann zwischen 10 und 20 Minuten dauern.Wie lange Sie in der Sauna bleiben entscheidet sich danach, wie wohl Sie sich fühlen. Deshalb achten Sie auf die Signale Ihres Körpers, wie etwa Kreislaufschwierigkeiten, und übertreiben Sie es nicht.
  • Wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben, können Sie den Kreislauf mit einem warmen Fußbad auf die Hitze einstimmen.
  • Beginnen Sie den Saunagang sitzend oder liegend auf der oberen oder mittleren Bank.
  • Kurz bevor Sie die Schwitzzelle verlassen, sollten Sie sich aufsetzen, um den Blutdruck zu mobilisieren. Stehen Sie zu schnell auf, könnte Ihnen Ihr Kreislauf wegsacken.
  • Idealerweise gehen Sie danach kurz an die frische Luft und tanken die Lungen mit frischem Sauerstoff voll. Anschließend kühlen Sie sich ab – entweder im Tauchbecken, mit einer Schwallbrause, unter der kalten Dusche oder mit dem Schlauch.
  • Jetzt schließt sich die Ruhephase an: In einen warmen Bademantel gewickeln entspannen Sie auf einer Liege mindestens 15 Minuten. Schalten Sie einfach ab, lesen Sie oder hören Sie Musik.Wenn Sie sich wieder fit fühlen, können je nach Geschmack noch ein oder zwei Saunagänge folgen.
  • Ziehen Sie sich nach Ihrem Saunabesuch, je nach Außentemperatur, warm an. Ihr Körper wurde extremen Bedingungen ausgesetzt. Gönnen Sie ihm auch nach der Sauna noch Zeit, sich zu entspannen.

Ist marmorierte Haut gefährlich?

Mancher Saunagänger beobachtet in der Abkühlungsphase, dass seine Haut vor allem an den Oberschenkeln eine marmorierte Farbe bekommt. Das ist kein Gund zur Sorge, sondern lediglich ein Anzeichen dafür, dass sich die Blutgefäße nicht alle gleich stark ausgedehnt haben. Stark durchblutete Stellen sind hellrot, andere Stellen eher weißlich. Spätestens nach der letzten Abkühlung verschwindet diese unterschiedliche Hautfärbung wieder.

Aufgüsse sind angenehm, aber nicht für jeden geeignet

Ein Aufguss erhöht die gefühlte Temperatur in der Sauna. Rein physikalisch steigt die Temperatur nicht, der heiße Wasserdampf in der Luft wird auf der Haut jedoch als wärmer empfunden. Zirka 6 bis 7 Minuten nach Beginn eines Saunagangs verteilt man einen halben Schöpflöffel Wasser gleichmäßig auf die Steine des Ofens. Diesem Wasser können Sie ätherische Öle in sehr geringer Dosis (ca. 3 Tropfen pro Schöpfkelle) hinzufügen. Sie haben durch ihren konzentrierten Duft positive Auswirkungen auf die Atemwege und auf das vegetative Nervensystem. Aber Vorsicht! Gießen Sie zu viel Wasser auf, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit zu stark. Die gesättigte Luft kann keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Die Folge: der Schweiß kann nicht mehr verdunsten, die Haut keine Wärme mehr nach außen abgeben. Es besteht die Gefahr, dass der Körper sich überhitzt und Sie Kreislaufprobleme bekommen. Sie sollten sich auch immer erkundigen, ob Ihre Mit-Saunagänger alle einem Aufguss zustimmen.

Lehnt auch nur einer ab, lassen Sie es. Vorsicht auch bei der Zugabe von Duftölen. Einige Menschen reagieren allergisch auf die erhitzten ätherischen Öle und bekommen dann Atemnot.

Sind Sie saunafit?

Ein Gang in die Sauna ist eine Wohltat für den Körper.Allerdings sollten Sie auf einige Punkte achten, damit das Saunieren für Sie wirklich erholsam und immunstärkend ist.

  • Anstrengung: Gehen Sie nicht direkt nach körperlicher Anstrengung in die Sauna, sondern halten Sie mindestens eine Ruhepause von 15 Minuten ein. Auch nach dem Saunabad sollten Sie auf jegliche körperliche Anstrengung verzichten. So wirkt die Entspannung länger und Sie setzen sich nicht der Gefahr aus, dass Ihr Kreislauf absackt.
  • Flüssigkeit: Zwischen den Saunagängen füllen Sie die verlorene Wassermenge nicht gleich durch Trinken auf, sonst verringern Sie den gewünschten Entschlackungseffekt. Erst nach dem letzten Schwitzgang sollten Sie den Durst mit Mineralwasser stillen. Alkohol ist tabu.
  • Schwangerschaft: Generell sollten Saunabäder in der Schwangerschaft nur dann durchgeführt werden, wenn die Schwangerschaft positiv verläuft. Um mögliche Risiken zu vermeiden, ist ein vorausgehendes Gespräch mit dem Arzt sinnvoll. Die Vorstellung, dass durch das Schwitzen angestautes Wasser aus dem Gewebe ausgeschwemmt wird, stimmt allerdings nicht.
  • Erkältung: Zur Vorbeugung einer Erkältung regen Schwitzen und Abkühlen im Wechsel das Immunsystem an. Hat Sie eine Erkältung bereits erwischt, dann kann auch die Sauna den Gang der Erkältung nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil: Die Kälte- und Hitzereize bringen die bereits begonnene Infektion erst richtig zum Ausbruch. Klingt die Erkältung bereits deutlich ab, hilft die Schwitzkur jedoch, die restlichen Krankheitserreger auszuschwemmen. Aber Vorsicht: Da der Kreislauf nach einer Erkältung geschwächt ist, sollten Sie es langsam angehen lassen.
  • Verletzungen: Sie sollten auf gar keinen Fall eine Sauna oder ein Dampfbad besuchen, wenn Sie sich eine offene Wunde zugezogen haben oder unter den Schmerzen eines starken Blutergusses leiden.
  • Elektronische Geräte: Auf einen Discman oder Ähnliches sollten Sie in der Sauna verzichten. Die Geräte sind meistens nur bis zu einer Temperatur von 50 °C funktionstüchtig. Bei höheren Temperaturen besteht auch die Gefahr, dass die Batterien explodieren. Aber auch in kühleren Saunen sollten Sie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auf elektronische Geräte verzichten.

Geeignete Öle für den Aufguss

  • Neroli-Öl: Leicht süßer und euphorisierender Duft. Er beruhigt und entkrampft, entspannt und hellt die Stimmung auf.
  • Zedernholzöl:Warmer holziger Duft.Wirkt gegen Hautausschläge, unreine Haut und Wechseljahresbeschwerden.
  • Zitronenöl:Wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und erfrischend für Körper und Geist.
  • Nadelöle (Latschen-, Zirbelund Meerkiefer): Frischer, würziger Duft, der die Atemwege reinigt. Kaufen Sie diese Öle aber in der Apotheke. Dort erhalten Sie spezielle, die für den Saunaaufguss geeignet sind.

Regelmäßige Saunabesuche

  • stärken das Immunsystem und reduzieren so die Infektionsanfälligkeit
  • trainieren Herz- und Kreislauf
  • entspannen die Muskulatur
  • regen den Stoffwechsel leicht an
  • verbessern die Durchblutung der Atemwegschleimhäute
  • erweitern die Bronchien
  • steigern die allgemeine Leistungsfähigkeit
  • trainieren die Elastizität der Blutgefäße
  • wirken entspannend
  • reinigen den Körper

Schwitzen Sie gesund

In die Sauna sollten Sie immer unbekleidet gehen, da Sie sonst die Atmung der Haut behindern.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Naturheilkunde erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!