MenüMenü

Sauna 2

Die Sauna ist ein Schwitzbad mit anschließender Abkühlung an der frischen Luft oder im kalten Wasser. Der Wechsel zwischen den beiden Reizen ist extrem: von nahezu 100 Grad Celsius an der Kabinendecke zu zehn oder fünfzehn Grad oder noch kälter im Wasser. Wenn Sie jetzt glauben, die Sauna sei nur etwas für stahlharte Naturburschen, dann irren Sie. Saunieren ist eine unglaublich wohltuende und entspannende Angelegenheit, die Sie genießen und in deren Anschluss Sie sich pudelwohl und wie neugeboren fühlen werden.

Für Anfänger: Besser Sauna als Dampfbad

Das charakteristische an der Sauna ist die trockene Luft – ansonsten könnten Sie die extreme Hitze gar nicht aushalten. Grob gesprochen ist ein Dampfbad tropischem Regenwaldklima gleichzusetzen, die Sauna jedoch Wüstenklima. In der Wüste lässt sich die Hitze wesentlich besser aushalten, denn durch Verdunstung kühlt der Körper ab. Tropisches, feuchtigkeitsgeschwängertes Klima dagegen belastet wesentlich mehr, denn hier ist die Verdunstung erschwert – die bereits feuchte Umgebungsluft kann kaum Feuchtigkeit von der Haut aufnehmen.

Schwitzen Sie wie die Finnen

Der Hitzereiz stammt von der heißen Luft und außerdem von der Wärmestrahlung, die von Decken und Bänken auf den Körper einwirkt. Mittlerweile gibt es einige Versuche, die klassische finnische Sauna zu modernisieren. Ergebnisse sind zum Beispiel die „Bio-Sauna“ oder das Sanarium (höhere Luftfeuchtigkeit, niedrigere Temperatur) oder eine Infrarot-Sauna. Im Helarium werden Sie von Farben bestimmter Spektren bestrahlt, was Ihre Laune zusätzlich heben kann. Andere Schwitzbäder bieten gleichzeitig Magnetimpulse an. Aber nur die originale Sauna ist Sauna und die Abwandlungen durch technische Neuerungen wurden wohl eher erfunden, um den Markt zu beleben.

Saunagänge reinigen von außen und von innen

Sind die extremen Temperaturunterschiede nicht enorm belastend für den Körper? Keinesfalls.

Die Sauna bewirkt eine intensive Reinigung von außen und von innen. Zwar ist die äußere Reinigung bei heutigen hygienischen Standards nicht mehr so wichtig – dennoch steigert sie das Wohlbefinden. Wichtiger aber ist der Umstand, dass Sie sich in der Sauna umfassend erholen – in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht.

Durch das starke Ansprechen der körpereigenen Regulation wird die Belastbarkeit gegenüber Reizen der unterschiedlichsten Art erhöht. So beugt das Saunieren Gesundheitsstörungen vor, macht widerstandsfähiger und unterstützt zugleich die Heilung verschiedenster Krankheiten. Regelmäßiges Saunieren stärkt Ihre Abwehrkräfte Sie trainieren Ihre Selbstheilungskräfte umso besser, je öfter Sie saunieren.

Kälte tut Ihnen gut und ist notwendig

Die Wärmeleitung von Luft ist 25-mal schlechter als die von Wasser. So können Sie sich in einem Raum mit 20 Grad Celsius recht lange reglos aufhalten, in 20 Grad „kaltem“ Wasser kaum. Um gleiche Wärmemengen zu befördern, brauchen Sie 300-mal soviel Luft wie Wasser. Um eine Abkühlung in einem vergleichbaren Zeitraum wie das Aufwärmen zu erreichen, ist Wasser daher ideal.

Wenn Sie die Saunakabine angenehm erhitzt verlassen, sehnen Sie sich in aller Regel nach einer Abkühlung (sonst stimmt irgend etwas nicht). Als erstes empfiehlt sich das Luftbad. Hier können Ihre Atemwege rasch abkühlen, die keine haftende Isolationsschicht wie die Haut haben, da die Luft in den Atemwegen ständig bewegt wird. Zudem kommt im Freiluftbad Ihre Sauerstoffversorgung wieder in Schwung. Bewegen Sie sich an der frischen Luft, bleiben Sie nicht stehen, denn das könnte den Kreislauf übermäßig strapazieren; das Blut versackt in den Beinen, Ihnen könnte schwindlig werden.

Von der Haut strahlt ebenfalls Wärme ab – wie viel, ist von der Außentemperatur abhängig. Kühlen Sie deshalb am besten im Freien ab, der Vorreinigungsraum ist dafür zu warm und von den Duschen her zu feucht.

Bevor Sie zu frösteln beginnen, kühlen Sie sich durch kaltes Wasser ab. Bitte nicht sofort ins Tauchbecken, denn zuerst muss der Schweiß abgespült werden. Mit einem Gießschlauch haben Sie zudem die Möglichkeit, erst einmal harmlos an den Beinen anzufangen. Da an Armen und Beinen viel weniger Rezeptoren (Kältefühler) verteilt sind als am Rumpf, können Sie so anfangs besser temperieren. Aber: Ebenso wie das Schwitzen übt sich auch das Abkühlen.

Wenn Sie schon mehr Übung und keinen hohen Blutdruck haben, steigen Sie nun ins Tauchbad. Zehn Sekunden reichen. Beginnen Sie erst einmal damit, Hals und Gesicht zu benetzen. Machen Sie einige Kniebeugen, um ganz einzutauchen. Befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Schwimmbad, können Sie auch dieses benutzen. Ein kurzer, sehr kalter Reiz ist jedoch gesünder als ein längerer, eher lauer Reiz. Zudem empfiehlt es sich nicht, zwischen den Saunagängen größere Muskelarbeit zu leisten. In einem zu warmen Schwimmbecken gehen Sie sogar das Risiko eines Kreislaufkollapses ein.

Ihr Stoffwechsel läuft nach dem Kaltbad auf Hochtouren

Der Körper reagiert sofort auf die Kälte: Die Blutgefäße verengen sich reflektorisch, um den Körper vor einer Auskühlung zu schützen. Da aber die Durchblutung durch die Hitze intensiv gesteigert worden ist, laufen die Stoffwechselvorgänge in der Haut immer noch auf Hochtouren. Auf die Gefäßverengung folgt wieder eine reflektorische Durchblutungssteigerung, die auch sinnvoll ist. Es muss ja immer noch Wärme aus dem Körperkern nach außen abgegeben werden. Sie können diese Vorgänge unterstützen und die Zeit der verminderten Wärmeabgabe abkürzen, indem Sie ein warmes Fußbad nehmen (knöchelhoch mit zirka 40 Grad Celsius).

Wie lange sollte ein Saunagang dauern?

Nicht alle Menschen schwitzen gleich schnell und viel. Auch wenn Sie wenig schwitzen: Bleiben Sie nicht länger in der Sauna, nur um zu warten, bis der große Schweißausbruch kommt. Sie können das Schwitzen fördern, indem Sie sich vor dem Saunagang gründlich trockenbürsten. Denken Sie auch daran, sich nach der Reinigungsdusche ordentlich abzutrocknen, denn verbliebene Feuchtigkeit verhindert das Schwitzen, es ist „Ersatz-Schweiß“, so dass der Körper sich die eigene Produktion spart.<

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten