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Natürliche Helfer gegen Schmerzen & Co. – 7 Naturheilmittel, die Sie immer im Haus haben sollten

Jahrhundertelang vertrauten die Menschen auf die Kraft der Natur, wenn sie unter Schmerzen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden litten. Dann wurden chemische Medikamente entwickelt, und die natürlichen Alternativen gerieten ins Hintertreffen. Leider: Denn sie sind nicht nur ähnlich wirksam wie die chemischen Varianten, sondern haben in der Regel nicht deren starke Nebenwirkungen. Daher empfehle ich Ihnen: zurück zur Natur! Welche Naturheilmittel Sie grundsätzlich immer zur Hand haben sollten, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Naturheilkunde© goldbany - Fotolia

Kopfschmerzen, eine depressive Verstimmung oder eine Erkältung: Schnell sind viele Menschen heute bei diesen Beschwerden in der Apotheke und lassen sich Medikamente empfehlen, die die großen Pharmaunternehmen herstellen. Rund 4,6 Milliarden Euro gaben

die Deutschen im Jahr 2011 für 625 Millionen Packungen frei verkäufliche Medikamente – ohne ­Naturheilmittel – aus. Hierzu gehö­ren zum Beispiel Mittel gegen ­Infekte, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen.

Warum eine Selbst­medi­kation große Nachteile mit sich bringen kann

Zwar ist eine solche Selbstmedikation praktisch – immerhin müssen Sie nicht zum Arzt, sondern können bei kleinen „Wehwehchen“ selbst schnell handeln. Dafür aber ist sie auch nicht ungefährlich. Denn es drohen nicht nur Nebenwirkungen, sondern auch Wechselwirkungen der einzelnen frei verkäuflichen Medikamente untereinander, die Sie als Laie nicht einschätzen können.

Dabei gibt es Alternativen. Denn die Natur hält Mittel bereit, die längst nicht die gefährlichen Neben- oder Wechselwirkungen der chemischen Medikamente aufweisen, aber dennoch hoch wirksam sind sowie gegen Schmerzen und andere gesundheitliche Beschwerden effektiv helfen können.

Diese 7 Naturheilmittel sollten in Ihrer Haus­apotheke nicht fehlen

  • Aloe vera. Der Wüstenlilie werden vielfältige Wirkungen zugeschrieben. Sie soll beispielsweise gegen Durchfälle helfen, aber auch bei Verbrennungen lindernd wirken.

Was Sie wissen sollten: Wissenschaftlich nachgewiesen ist bisher Letzteres. Gerade Sonnenbrand-Folgen lassen sich mit Aloe-vera-Gel mildern. Außerdem wirkt das Gel bzw. der Saft der Pflanze keimhemmend. Die anderen Wirkungen, die der Aloe nachgesagt werden, konnten bisher nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt werden.

So wenden Sie sie an: Den Saft der Pflanze können Sie direkt auf die betroffenen Stellen träufeln. Besitzen Sie eine Aloe-vera-Pflanze, nehmen Sie ein Blatt von ihr, schneiden es auf und tropfen seinen Saft auf die entsprechende Wunde. Alternativ können Sie den Saft auch im Reformhaus oder Bioladen kaufen. 500 ml kosten je nach Hersteller zwischen 10 und 15 Euro.

  • Baldrian. Schon seit Jahrhunderten wird er als effektives Mittel gegen Schlafstörungen eingesetzt.

Was Sie wissen sollten: Baldrian enthält Lignane. Diese können an bestimmte Rezeptoren im menschlichen Körper andocken und hier ähnlich wirken wie das körpereigene Adenosin, ein Molekül, das müde macht. Die Lignane beeinflussen so die Erregungsleitung im Gehirn und sorgen für die erwünschte Müdigkeit – ab 3 Wochen Einnahmezeit.

So wenden Sie ihn an: Sie können einfach Baldriantee trinken, den Sie zum Beispiel im Reformhaus erhalten. Allerdings hat er einen sehr eigenen Geruch, den nicht alle Menschen mögen. Daher empfehle ich Ihnen, alternativ zu Baldrian­extrakt zu greifen. Geben Sie hiervon eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen einen halben Teelöffel in ein Glas Wasser und die gleiche Dosis noch einmal direkt vor dem Schlafengehen. 100 ml des Baldrianextrakts kosten rund 5 Euro; Sie erhalten ihn in Reformhäusern und Drogeriemärkten.

  • Echinacea. Immer wieder wird Echinacea, der Sonnenhut, zur Vorbeugung, aber auch zur Linderung von Erkältungskrankheiten empfohlen.

Was Sie wissen sollten: Es gibt widersprüchliche Studien zur Wirksamkeit von Echinacea. Neueste Untersuchungen der Universität von Connecticut/USA zeigen aber, dass der Sonnenhut sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Heilung von Erkältungen durchaus hilfreich ist. Die Forscher fanden heraus, dass die regelmäßige Einnahme von Echinacea-Extrakt eine Infektionsgefahr mit Erkältungserregern um 60 Prozent verringern kann. Zudem kann sie bei einer bereits bestehenden Erkältung die Heilung um 1,5 Tage beschleunigen. Grund dafür ist, das Echinacea weiße Blutkörperchen und Killerzellen stimuliert, die wichtige Bestandteile des Immunsystems sind.

So wenden Sie Echinacea an: Geben Sie schon bei den ersten Erkältungsanzeichen einen Teelöffel Echinacea-Tinktur in ein halbes Glas Wasser. Dieses trinken Sie stündlich, bis die Erkältungsbeschwerden verschwinden. Sie können das Tinktur-Wasser-Gemisch auch zweimal täglich (morgens und abends) zur Vorbeugung einnehmen. 50 ml der Tinktur kosten in der Apotheke rund 5 Euro.

  • Eukalyptus. Er ist ein wirksamer Helfer bei Erkältungen und Nasennebenhöhlenentzündungen.

Was Sie wissen sollten: Bekannt ist Eukalyptus durch seine abschwellende Wirkung. Das Eukalyptusöl ist in der Lage, in die Schleimhäute einzudringen. Hier bewirkt es, dass diese abschwellen und Sie wieder besser atmen können. Darüber hinaus kann es Bakterien und Viren abwehren, da es Keime hemmt.

So wenden Sie Eukalyptus an: Auf keinen Fall sollten Sie das Öl pur nutzen. Geben Sie sofort zu Beginn einer Erkältung fünf bis zehn Tropfen Eukalyptusöl in eine mittelgroße Schüssel, und übergießen Sie die Tropfen mit zwei Tassen heißem Wasser. Das Wasser muss auf jeden Fall dampfen. Beugen Sie sich über die Schüssel, legen Sie sich ein Handtuch über den Kopf und atmen Sie den Eukalyptus-Wasserdampf zehn Minuten lang ein. Täglich mindestens einmal durchführen. Eukalyptusöl bekommen Sie in der Apotheke, im Reformhaus oder im Naturladen; 5 ml kosten rund 5 Euro. Aber Vorsicht: Eukalyptus hat eine stark allergene Komponente.

  • Johanniskraut. Es ist bekannt als Stimmungsaufheller und wirkt sowohl bei Depressionen als auch bei der so genannten saisonal-affektiven Störung (SAD), die auch als Winterdepression bezeichnet wird.

Was Sie wissen sollten: Die Wirkung von Johanniskraut ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Forscher gehen davon aus, dass sie darauf beruht, dass das Hypericin, ein Johanniskraut-Inhaltsstoff, den Serotoninabbau im Gehirn verhindert. Serotonin ist das Chefhormon, das uns kreativ und glücklich macht. Studien haben ergeben, wie heilsam Johanniskraut ist: Es wirkt bei leichten bis mittleren Depressionen genauso gut wie Antidepressiva. Aber Vorsicht: Johanniskraut kann die Wirkung der Anti-Baby-Pille aufheben und macht Sie zudem sehr sonnenempfindlich.

So wenden Sie es an: Standardmäßig wird empfohlen, dreimal täglich 300 mg Johanniskrautextrakt einzunehmen. Dennoch sollten Sie Ihren Arzt fragen, welche Dosierung bei Ihnen angebracht ist und wie lange Sie den Extrakt einnehmen sollten. Johanniskrautextrakt erhalten Sie als Kapseln; 100 Stück kos­ten in Apotheken oder Drogerien rund 10 Euro.

  • Kurkuma. Die Heilpflanze, die Sie wahrscheinlich eher als Currybestandteil kennen, hat sich als stark entzündungshemmend erwiesen.

Was Sie wissen sollten: Kurkuma ist in der Lage, bei Schmerzen genauso gut zu wirken wie ASS oder Ibuprofen. Allerdings bringt es längst nicht solche Nebenwirkungen mit sich wie seine chemischen Verwandten. Neueste Erkenntnisse weisen aber darauf hin, dass Kurkumin noch mehr kann. Denn in Laborversuchen hat sich gezeigt, dass der Stoff sogar in der Lage ist, Krebszellen zu vernichten. Hierzu werden im Moment klinische Studien durchgeführt. In ihnen wird untersucht, wie Kurkumin bei Bauchspeicheldrüsen- und Knochenmarkkrebs helfen kann. Zudem forschen Wissenschaftler daran, wie der Stoff bei Alzheimer wirkt und ob er hier ebenfalls zum Einsatz kommen kann.

So wenden Sie es an: Sie können, um Ihre Gesundheit allgemein zu stärken, Ihre Speisen mit Kurkuma oder Curry würzen. Die Wirkung von Kurkuma können Sie zudem verstärken, wenn Sie gleichzeitig schwarzen Pfeffer verwenden. Bei akuten Schmerzen sollten Sie zu Kurkumin-Kapseln greifen, die Sie unter diesem Namen in der Apotheke oder im Reformhaus bekommen. 90 Stück kosten rund

17 Euro.

  • Weidenrindenextrakt. Er hat sich als hilfreich erwiesen, wenn Sie unter Kopfschmerzen leiden, unter Beschwerden, die durch Arthritis hervorgerufen werden, sowie unter Rückenbeschwerden.

Was Sie wissen sollten: Weidenrinde enthält einen Wirkstoff, den man mit Fug und Recht als natürliche Acetylsalicylsäure bezeichnen kann. Er entspricht damit dem chemisch hergestellten Aspirin. Sein Vorteil: Er hat längst nicht die gravierenden Nebenwirkungen wie sein chemisches Pendant. Aber ­Achtung: Auch Weidenrindenextrakt wirkt – ebenso wie ASS – blutverdünnend.

Wie Sie ihn anwenden: Leiden Sie unter Kopf- oder Rückenschmerzen bzw. unter Beschwerden, die durch Arthritis hervorgerufen werden? Dann nehmen Sie zweimal täglich zu den Mahlzeiten 200 mg Weidenrindenextrakt ein. Sie erhalten ihn in der Apotheke (50 Kapseln kosten rund 20 Euro). Sprechen Sie die Einnahme aber auf jeden Fall mit Ihrem Arzt ab, wenn Sie Blutverdünner einnehmen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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