MenüMenü

Meerespilze als Heilmittel

Liefern Meerespilze bald neue Waffen gegen Krebs?

Stellen Sie sich einmal vor, eine neue Ära der Medizin wäre angebrochen, in der die vielen Seuchen und unheilbaren Krankheiten des vergangenen Jahrhunderts – AIDS, Krebs, Autoimmunkrankheiten und viele mehr – längst der Vergangenheit angehören! Ein unerfüllbarer Traum? Nein, denn vielleicht hat die Natur auch gegen diese Geißeln der Menschheit schon wirksame Mittel bereitgestellt, die einfach noch nicht entdeckt wurden.

Unwahrscheinlich ist das keinesfalls: Meeresbiologen schätzen zum Beispiel, daß in den Meeren weltweit bis zu 100.000 verschiedene Pilzarten leben, von denen über 95 Prozent bisher unerforscht sind, berichtet die Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren. Noch nicht einmal die etwa 50 bereits bekannten Arten wurden hinreichend auch auf ihre pharmakologisch nutzbaren Eigenschaften untersucht.,

Soviel ist jedoch schon bekannt: Meerespilze produzieren zum Teil völlig neue, bislang unbekannte Wirkstoffe. Auf dem Meeresgrund müssen sich die Pilze im Konkurrenzkampf mit anderen Lebewesen um den gleichen Lebensraum behaupten.

Hochwirksame, gegen andere Kleinstlebewesen gerichtete Substanzen schaffen den Pilzen Überlebensvorteile, die auch in der Medizin genutzt werden könnten. Und so stellt die große Zahl der Meerespilze ein nahezu unerschöpfliches Potential an pharmakologisch interessanten Wirkstoffen dar.

Mit einem Wirkstoff gleichzeitig zwei verschiedene Krankheitserreger bekämpfen

So produziert zum Beispiel der Meerespilz Anguillospora longissima einen Wirkstoff, der gleichzeitig Bakterien (Staphylokokken) und Pilze (Candida) bekämpft. Bisher werden Staphylokokken-Infektionen mit Antibiotika bekämpft, doch das Bakterium ist dagegen immer häufiger resistent (unempfindlich).

Außerdem beeinträchtigt eine Behandlung mit Antibiotika stets die gesunde Darmflora (mikrobielle Besiedlung des Darms). Dadurch wird es dem krankmachenden Pilz Candida ermöglicht, sich auszubreiten, so daß eine Antibiotikatherapie häufig eine Pilzerkrankung (Kandidose) nach sich zieht. Der Wirkstoff des Meerespilzes Anguillospora longissima könnte breiten Einsatz bei der Behandlung von Infektions-und Pilzerkrankungen finden.

Daneben werden auch andere antibakteriell wirksame Substanzen aus Meerespilzen getestet – mit vielversprechendem Erfolg.

Bisher aus marinen Pilzen isolierte Substanzen wirken:

  • antibakteriell (gegen Bakterien)
  • zytostatisch (krebshemmend)
  • antifungal (gegen andere Pilze)
  • entzündungshemmend
  • immunstimulierend

Aus Meerespilzen könnten auch verträglichere Medikamente gegen Krebs gewonnen werden

Unter den zum Teil bereits erforschten Meerespilzen befindet sich ein Schimmelpilz, der mit dem bei der Käseherstellung verwendeten Aspergillus niger verwandt ist.

Eines seiner Produkte, das Alkaloid Halimid, wurde auf seine krebshemmenden Wirkungen getestet. Es stellte sich heraus, daß das Pilzprodukt den Aufbau des Stützapparats (Zytoskeletts) der Krebszellen verhindert, wodurch das Tumorwachstum gebremst wird.

Vielleicht wird Halimid eines Tages mit Erfolg bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden?

Gratis PDF

Die besten
7 Rezepte
mit Ingwer