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Kombucha –Alles über den gesundheitsstärkenden Pilz

Haben Sie auch schon einmal im Supermarkt oder im Reformhaus Flaschen mit der Aufschrift „Kombucha“ entdeckt und fragen sich, was da schon wieder dahintersteckt? Kombucha wird gefeiert als Fitnessgetränk der Extraklasse, als asiatische Wundermedizin, natürliches Schönheitselixier und sanfte Entschlackungshilfe.

Kombucha © Adobe Stock – GreenArt Photography

In Asien hat Kombucha eine lange Tradition als Volks- und Naturheilmittel. Der Legende nach soll ein koreanischer Wunderheiler namens Kombu den japanischen Kaiser Inkyo um 400 nach Christus von seinem permanenten Magenweh befreit haben. Daraufhin war er so begeistert, dass er dem Getränk den Namen Kombucha gab.

Eine andere Entstehungsversion besagt, dass der Name von der Kombualge stammt. Nach anderen Quellen – so die Kombucha-Expertin Anita Heßmann-Kosaris – braute sich die russische Bevölkerung schon vor mehr als tausend Jahren ihren „Kwass“ aus dem japanischen Pilz.

Vor nicht allzu langer Zeit war Kombucha in Deutschland noch nahezu unbekannt. Inzwischen erobert das Fertiggetränk nicht nur Reformhäuser und Bioläden, sondern sogar schon Feinschmeckerlokale. Auch in Lebensmittelgeschäften ist er bereits erhältlich.

Es wird kräftig geworben mit Slogans wie „reinigt Körper und Seele“, und die Volksheilkunde spricht ihm sogar antibiotische Wirkungen zu. Das ist sicher etwas dick aufgetragen, aber dass er bei Rheuma, Gicht, Bluthochdruck und Magen-Darm-Beschwerden helfen kann, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Palette reicht von der harmlosesten Unpässlichkeit bis zu der schwersten Erkrankung.

In der Volksheilkunde wird es angewendet bei fast allen Krankheiten, als Diuretikum bei Ödemen, besonders gegen Arteriosklerose, Gicht, Darmträgheit und Steinleiden. Als Erfrischungsgetränk dient es ebenso wie nach längerer Einwirkung als Speiseessig.

Versorgen Sie Ihren Körper mit notwendigen Vitaminen

Es liegen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über Kombucha vor. Sie sprechen von einer therapeutischen Wirk- samkeit durch die Bestandteile Gluconund Glucuronsäure, Milchsäure, Essigsäure sowie der lebenswichtigen Vitamine C und der B-Gruppe.

Wie vor allem russische Forschungen beweisen, haben viele der Inhaltsstoffe antibiotische und entgiftende Eigenschaften und spielen bei den biochemischen Abläufen im menschlichen Körper entscheidende Rollen.

Im Gegensatz zu vielen Pharmaka mit ihren unangenehmen Nebenwirkungen richten sich die Wirkstoffe der Kombucha auf das Körpersystem als Ganzes und können durch die stoffwechselfreundlichen Eigenschaften den normalen Zustand in den Zellmembranen ohne Nebenwirkungen wieder herstellen und so das Wohlbefinden fördern.

Dies ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig, in der wir so vielen schädlichen Einflüssen aus der Umwelt, der Nahrung, dem Trinkwasser ausgesetzt sind.

Kombucha: Wirkung

  • Sie reguliert die Verdauung
  • wirkt insgesamt anregend auf die gesamte Darmtätigkeit
  • harmonisiert die Darmflora
  • wirkt gegen Viren und Bakterien
  • stärkt das Abwehrsystem
  • fördert die Entgiftung
  • beugt Gicht vor
  • senkt die Blutfette
  • harmonisiert das Säure-Basen-Verhältnis
  • regt den Stoffwechsel an
  • erleichtert die Aufnahme von Mineralien
  • beeinflusst die Blutzuckerwerte günstig
  • verbessert die Sauerstoffverwertung in den Zellen
  • steigert ganz allgemein das Wohlbefinden

Kein Wundermittel, doch eine sanfte Heilkraft

Das Geheimnis der Kombucha ist ihr hoher Anteil an lebenden Hefen, gesundheitsfördernden Bakterien, Enzymen und organischen Säuren, die zunächst einmal vor allem die Darmflora intakt halten.

Kombucha hat entgiftende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. Forscher von der Medizinischen Hochschule Hannover fanden anhand von Blutproben heraus, dass der Trank die Entstehung von Abwehrzellen fördert. Er eignet sich damit als zusätzliche Unterstützung für das Abwehrsystem. Auch andere Wissenschaftler versuchen, den günstigen Wirkungen des Teepilzes wissenschaftlich auf die Schliche zu kommen – unter anderem Professor Karl-Heinz Schmidt, Leiter der Präventivmedizin an der Universität Tübingen.

 Woher bekommen Sie einen Pilz?

Kombucha hat das rege Interesse auch aus einem anderen Grund wirklich verdient. Das Getränk hat ein fruchtiges, mild-säuerliches Aroma und schmeckt einfach sehr gut. Leider verlangen die Vertreiber der Fertiggetränke einen sehr hohen Preis. Viel Geld lässt sich da natürlich sparen, wenn Sie Kombucha zu Hause selbst herstellen. Wenn Sie Ihren eigenen Kombucha ansetzen möchten, benötigen Sie zunächst einmal einen Kombuchapilz.

Wenn Sie niemanden kennen, von dem Sie einen Kombuchapilz übernehmen können, erhalten Sie ihn auch in Reformhäusern oder Bioläden. Diese stammen dann in der Regel aus Labors, die sich auf die Pilzherstellung spezialisiert haben. Hier wird für den Pilznachwuchs zunächst aus schwarzem und grünem Tee sowie Hibiskusblüten und Hagebutten ein riesiger Kessel Tee zubereitet.

Diese leicht säuerliche Teemischung mag der junge Kombucha besonders gern. Für die notwendige Energie sorgt normaler Haushaltszucker. Zu Beginn seines langen Lebens ist der Kombuchapilz noch flüssig, es handelt sich um eine Ansatz- oder Impfflüssigkeit, die mindestens drei verschiedene Hefepilzarten und vier verschiedene Bakterienstämme, die hauptsächlich zu den Essigsäurebildnern zählen, enthält. Wie bei allen Naturprodukten schwankt auch hier die genaue Zusammensetzung, je nach Temperatur und Lagerung.

Diese Mikroorganismen vernetzen sich und bilden gemeinsam den gallertartigen Pilzkörper. Jeder Jungpilz braucht nun für seine Entwicklung Zeit. Nach 10 Tagen sieht der Kombucha in seiner Schale wie ein Pudding aus.

Er bildet jetzt eine feste Schicht und erinnert an einen Pfannkuchen, allerdings ist er viel fester, geradezu zäh. Aber gutes Aussehen alleine reicht nicht aus. Nur aktive Pilze erzeugen den notwendigen Säuregrad. Gut ist ein pH-Wert von 3, das ist fast so sauer wie Speiseessig.

Die fertigen Pilze werden in einem Edelstahlsieb gewaschen, diese Metall-Legierung schadet dem Kombucha übrigens nicht. In Plastikfolie und Karton eingepackt hält sich der Kombuchapilz mehrere Wochen, im Kühlschrank sind es sogar drei Monate. So kommen die Kombuchapilze in den Handel oder per Versand direkt zum Verbraucher.

Probieren Sie einmal feinen Kombucha-Essig aus

Sie können sich mit Kombucha auch feine Essige mit besonderen Geschmacksnoten mischen. Die Kombucha-Flüssigkeit sollte dafür stark vergoren sein – das heißt, Sie sollten sie mindestens zwei bis drei Monate stehen lassen.

So bekommen Sie einen Essig, denn die Hefen und Bakterien bilden in dieser Zeit so viel Säure, dass die Flüssigkeit als reines Getränk nicht mehr genießbar ist. Nun können Sie den Essig, der milder ist als Obstessig, noch mit anderen Zutaten mischen.

Für diesen Gewürzessig brauchen Sie:

  •  1 Tasse Kombucha-Essig
  •  2 Knoblauchzehen oder
  • 3 EL Zwiebeln
  • frische Kräuter nach Geschmack

Ziehen Sie den Knoblauch ab und schneiden Sie ihn in Scheiben. Zwiebeln pellen und klein hacken, Kräuter ebenfalls klein hacken und alles mit dem Kombucha-Essig mischen, in eine Flasche füllen und eine Woche ziehen lassen, dann in eine andere Flasche abseihen und noch ein hübsches Kräuterzweiglein hinzugeben. Kühl lagern.

Wenn Sie gleich mehr Essig ansetzen wollen, sollten Sie entsprechend mehr Zutaten nehmen. Der Kombucha-Essig sollte jedoch zügig verbraucht werden, da er nicht so viel Säure enthält wie normaler Essig.

Diese Zutaten passen zum Kombucha-Essig: Basilikum, Chili, Estragon, Gewürznelke, Knoblauch, Lorbeerblätter, Majoran, Oregano, Pfeffer, Rosmarin, Senfkörner, Hibiskus, Holunder, Kapuzinerkresse, Lavendel, Melisse, Minze, Rosenblätter, Zitrusfrüchte.

Rezepte: Anita Heßmann-Kosaris „Natürlich gesund mit Kombucha“, Midena Verlag, Augsburg

Kombucha-Torte

Das brauchen Sie:

  • 150 g Löffelbiskuit
  • 125 g Butter
  • 600 g Frischkäse
  • 200 g Joghurt
  • 100 ml Kombucha
  • 1 Päckchen klarer Tortenguss

So geht’s:

Zerbröseln Sie den Biskuit, vermischen ihn mit heißer Butter und drücken ihn auf den Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform. Frischkäse, Joghurt und Kombucha mit dem Handmixer aufrühren, den Tortenguss nach Packungsanleitung zubereiten und unter die Masse ziehen. In die Springform geben und im Kühlschrank ordentlich durchkühlen lassen. Dazu passen frische Früchte.