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So leben Sie glücklich – selbst wenn Sie krank sind

So leben Sie glücklich – selbst wenn Sie krank sind

Einer von drei Deutschen leidet unter einer chronischen Erkrankung oder chronischen Schmerzen. Obwohl die Betroffenen oft in ärztlicher Behandlung sind und Medikamente einnehmen, bestimmen Rückenschmerzen, rheumatische Beschwerden, dauernde Müdigkeit, Ohrgeräusche oder Kopfschmerzen ihren Alltag und lassen den Schmerz zum Normalzustand werden. Doch weshalb werden manche von ihren Leiden regelrecht niedergeschmettert, während andere mit  vergleichbaren Beschwerden weiterhin ein erfülltes und befriedigendes Leben führen? Gewiss, es ist nie einfach, mit einem chronischen Leiden klarzukommen, doch das Ausmaß, wie sehr es Ihr Leben beeinflusst, liegt weitgehend in Ihrer Hand! Prof. Arthur J. Barsky, Buchautor und Psychiater in Boston, zeigt Wege auf, wie Sie trotz Schmerzen Ihr Leben glücklich und unbeschwert genießen können.

Ändern Sie Ihre Sichtweise

In verschiedenen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen: Je mehr man sich auf seine Schmerzen konzentriert, desto schlimmer werden sie empfunden. Wenn Sie ein chronisches Gesundheitsproblem haben, tragen Sie stets ein kleines Notizbuch mit sich und notieren jedes Mal, wenn Sie an Ihre Krankheitssymptome denken, die Uhrzeit, ferner, woran genau Sie gedacht haben und was Sie währenddessen getan haben. Nach sieben Tagen werten Sie Ihre Notizen aus: Was haben Sie typischerweise getan, während Sie an Ihre Erkrankung gedacht haben? Bei welcher Betätigung kamen die Gedanken besonders häufig hoch, bei welcher Beschäftigung besonders selten oder nie?

Ziel der Übung ist es, in Zukunft mehr Zeit mit solchen Dingen zu verbringen, die Ihre Gedanken davon abhalten, sich mit Ihrer Erkrankung oder Ihren Schmerzen zu beschäftigen. Denken Sie z.B. seltener an Ihre Krankheit, wenn Sie mit Freunden zusammen sind, in Ihrem Garten arbeiten oder Musik hören, sollten Sie diesen Tätigkeiten mehr Zeit in Ihrem Leben einräumen.

Lassen Sie sich nicht von negativen Gedanken beherrschen

Welchen Einfluss Schmerzen auf Ihren Alltag nehmen, ist oft stark davon abhängig, wie Sie über Ihre Krankheit denken. Das Leiden wird oft weniger von der Erkrankung selbst verursacht als vielmehr von den Sorgen, die Sie sich darüber machen, und den Ängsten, die daraus entstehen. Beispiel: Wenn jemand unter chronischen Kopfschmerzen leidet und nun plötzlich auch noch ein unangenehmes Ohrgeräusch wahrnimmt, ist er schnell geneigt zu glauben, dass er an einem Gehirntumor leidet. Solche Gedanken werden schnell übermächtig, sie beschleunigen den Herzschlag, verflachen einerseits die Atmung, erhöhen andererseits die Atemfrequenz und die Muskelspannung – massive körperliche Reaktionen also, die den Schmerz verstärken und das Unwohlsein intensivieren.

Mein Tipp: Motivieren Sie sich in einer solchen Situation beispielsweise mit dem Gedanken: „Ich fühle mich heute zwar nicht besonders gut, aber so was habe ich schon öfter erlebt. Ich kann immer noch meine Aufgaben verrichten, trotz Kopfschmerzen und morgen werde ich mich bestimmt sehr viel besser fühlen!“

Gewöhnen Sie sich schlechte Angewohnheiten ganz schnell wieder ab

An einer Geschwulst oder einer Wunde ständig herumzufingern, macht diese eher schlimmer als besser. Ähnlich ergeht es Ihnen, wenn Sie mehrmals am Tag Ihren Puls kontrollieren oder sich alle fünf Minuten auf Ihre Ohrgeräusche konzentrieren.

Mein Tipp: Fragen Sie Ihren Arzt, wie oft Sie sich am Tag selbst untersuchen sollen, und halten Sie sich daran. Ebenso wenig zielführend ist es, sich von morgens bis abends mit seiner Krankheit zu beschäftigen, indem Sie z.B. Fachbuch um Fachbuch verschlingen oder Stunden im Internet recherchieren. Das bindet nicht nur Zeit, die Sie besser mit ablenkenden Tätigkeiten verbringen sollten, sondern steigert meist die innere Unruhe und die Angst. Reservieren Sie sich pro Tag maximal eine Stunde, in der Sie sich mit der Lektüre von Büchern und Fachartikeln über Ihr Leiden beschäftigen. Stellen Sie sich einen Wecker und hören Sie konsequent mit dem Studium auf, wenn er klingelt. Mit der Zeit verkürzen Sie die Recherchedauer auf eine halbe, dann auf eine viertel Stunde und lassen es schließlich ganz. Ein oft begangener Fehler ist es auch, aufgrund der Krankheit lieb gewonnene Sportarten, Hobbys oder soziale Kontakte aufzugeben.

Mein Fazit: Gesundheitliche Probleme machen es im Extremfall schwierig, dem Leben positive Seiten abzugewinnen, doch diese Hindernisse können – wie wir gesehen haben – mit Erfolg überwunden werden!

 

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