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Glück im Unglück: Zufriedensein trotz Krankheit?

Wie ich Ihnen schon berichtete, war ich eine ganze Weile lang ernsthaft krank und musste im Krankenhaus liegen. Während dieser vielen Stunden, die man dort allein und angeschlagen im Bett liegt, kommt man doch ins Grübeln. Läuft etwas schief im Leben? Hat man sich vielleicht zu viel zugemutet, sich nicht ausreichend dem gesunden Leben gewidmet oder sonst eine „Sünde“ auf sich geladen? Zudem bekommt man ja auch jede Menge wohlmeinende Ratschläge. Auf viele davon kann man wirklich verzichten. Denn sie sagen mehr über denjenigen aus, der sie Ihnen mit auf den Weg gibt als über Sie selbst. Etliche Menschen benutzen Sie in einem solchen Moment nur als Projektionsfläche, um Ihnen endlich mal sagen zu können, was Sie alles falsch machen – weil diese natürlich alles besser machen…

Ehrlichen Zuspruch bekommen Sie am ehesten von Menschen, die selbst krank sind. Erstaunlicherweise sind gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen oft von einer ansteckenden Lebensbejahung beseelt. Eine Bekannte, die im Rollstuhl sitzt und mich trotzdem netterweise besuchte, verriet mir, wie sie wieder zu Gelassenheit und einem befriedigenden Leben fand: „Du darfst dich nicht zu sehr mit deiner Krankheit und deinen Schmerzen beschäftigen. Hör irgendwann auf, zu viel über deine Erkrankung wissen zu wollen. Lenke dich – so gut es geht – mit anderen Dingen ab. Räume den Tätigkeiten, die dir Spaß machen und die dich dein Leiden vergessen lassen, mehr Raum ein als vor der Krankheit! Liebe deine echten Freunde und lass dich nicht von deinen negativen Gedanken beherrschen.“

Das klingt gar nicht mal so schwer, ist aber nicht leicht umzusetzen. Wie sehen Sie das? Wie sind Ihre Erfahrungen? Bitte schreiben Sie mir!

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Alte Kommentare
  • Bettina schrieb am 04.09.2009, 16:30 Uhr

    Hallo Frau Schneider, die Einstellung ihrer Bekannten ist genau richtig. Ich selbst leide seit 20 Jahren an einer chronischen Darmentzündung, Hervorgerufen nach dem Tod meines einzigen Kindes. Diese Erkrankung ist in meinem Fall psychosomatisch. Genau wie ihre Bekannte habe ich die Erfahrung gemacht, das, wenn ich mich ablenke, Dinge tue die mir Spaß machen wie im Garten arbeiten, mit meinem Hund viel unternehme, lese, selber Bücher schreibe usw., diese Dinge ersetzen mir eine Selbsthilfegruppe. Dort würde ich doch jedesmal wieder an meine Krankheit erinnert. Dies aber kommt von ganz allein, wenn sich wieder neue Krankheitsschübe anmelden. Fazit: im Kopf fängt es an, seinen Körper zu überzeugen, das es ihm doch eigentlich ganz gut geht. Die wesentlichen Dinge des Lebens werden bei einer Krankheit wieder erkannt und jeder Tag der von Schmerzen her erträglich ist, ist ein glücklicher Tag. Aber: ich muß es wollen und an mir arbeiten. Die einfachsten Dinge des Lebens, Dinge die nichts kosten, sind das schönste Geschenk. Wenn ich die Augen dafür offne, erkenne ich den wahren Wert des Lebens und... bin glücklich. Ich freue mich über jede Pflanze, jedes Tier, über Menschen die ehrlich sind und danke Gott dafür, das ich dies alles sehen und erkennen darf. Mit herzlichen Grüßen Bettina Kerper

  • Pia Huster schrieb am 07.09.2009, 07:56 Uhr

    Das ist wohl wahr, was Ihre Bekannte schreibt. Wie heißt es so schön: "Das, was du denkst, das wird sein". Denken wir dass die Welt schlecht ist, empfinden wir die Welt auch als schlecht. Denken wir dass die Welt wunderschön ist, wird sie uns schön und voller Wunder erscheinen. Wir wissen, dass jeder Gedanke eine biochemische Reaktion auf jede einzelne Zelle im Körper auslöst. Also ist es wichtig sie mit guten und schönen Informationen zu füttern, damit sie sich gut und schön fühlen. Einfach oder ? Die Wahrheit ist immer einfach. Liebe Grüße und gute Besserung