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Neu entdeckt: Die uralte Heilkunst der Schamanen

Ein bisschen klingt es schon nach Magie und Zauberei, doch die uralte Heilkunst der Schamanen wird gerade unter anderem von Deutschlands Heilpraktikern wiederentdeckt. Aber ist das, was hier praktiziert wird, wirklich Schamanismus oder sind es bestenfalls nur Showeffekte, die Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen?

Was ist Schamanismus?

Schamanismus ist das älteste Heilsystem und die erste spirituelle Ausrichtung der Menschengeschichte. Archäologen schätzen, dass der Schamanismus mindestens 40.000 Jahre alt ist. Praktiziert wurde er weltweit von allen Naturvölkern wie beispielsweise Indianern, australischen Aborigines oder nordischen Inuits. Alle schamanischen Heiler arbeiten nach demselben Grundprinzip: Sie gehen davon aus, dass die gesamte Natur vom Menschen über alle Tiere bis hin zum Blatt oder Stein beseelt ist, und dass alles mit allem verbunden ist und untereinander kommuniziert.

Aus Sicht der Schamanen werden Menschen krank, wenn sie nicht mehr im ausgeglichenen Verhältnis mit allen lebenden Dingen stehen und die Harmonie von Körper, Seele und Geist gestört ist. Der Schamane versucht dann mit seinen Techniken, dem Patienten die Verbindung zu seinen Wurzeln, zur Natur und zu seinem Geist wiederzugeben.

Die schamanische Behandlung

Seit dem Jahr 1980 ist diese schamanische Medizin zur Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gleichberechtigt mit der westlichen Medizin anerkannt. Praktiken, mit denen Schamanen arbeiten, sind unter anderem:

  • Zeitlinienreisen
  • Reinigungen wie Räuchern oder Schwitzhütten
  • Arbeit mit dem Medizinrad
  • Zuführung des persönlichen Krafttiers
  • Trance-Tänze
  • Seelenrückführungen

Bei der Zeitlinienreise begegnen Sie sich selbst in einer geführten Entspannung in früheren Jahren und in der Zukunft. Bei dieser Arbeit können Seelenanteile befreit, zurückgeholt oder wieder integriert werden. Bei allen Reinigungsprozessen sollen negative Energien entfernt und dadurch die Heilung eingeleitet werden.

Krafttiere haben im Schamanismus dieselbe Rolle wie Schutzengel im Christentum. Sie sollen ihren Schützling gesund erhalten, ihn schützen und warnen. In geführten Meditationen können Sie Ihr Krafttier kennenlernen, das Sie dann anrufen können, wenn Sie krank sind oder Energie benötigen. Außer mit dem Krafttier arbeiten Schamanen auch mit dem Medizinrad, um durch die Wiederherstellung der Harmonie zwischen Mensch und Natur Heilung herbeizuführen. Ein solches Medizinrad besteht in er Regel aus 36 zu einem inneren und einem äußeren Kreis gelegten Steinen, wobei die beiden Kreise durch vier Speichen verbunden sind. Jeder einzelne Stein hat seine ganz besondere Bedeutung, sodass das spirituell angelegte Medizinrad zu einem Ort der gebündelten Kraft und Energie wird.

Schamanismus kann man nicht lernen

Schamanische Heilkunst kann man nicht lernen wie den westlichen Arztberuf. Vielmehr wird der Schamane berufen und durchläuft eine schmerzhafte Zeit, in der sich sein Seelenzustand ändert. Dieser Prozess kann einer Schizophrenie ähneln, weshalb man Schamanen früher für geisteskrank hielt. Tatsächlich kann sich ein Schamane mit Hilfe bestimmter Techniken wie Trommeln, Räuchern oder Tanzen in eine Trance versetzen, in der er mit übernatürlichen Kräften in Verbindung tritt. In diesem Bewusstseinszustand begegnet er zum Beispiel seinen Krafttieren, Pflanzengeistern und anderen Vermittlern höheren Wissens. So wird ein Schamane zum Wirkkanal für Helfer aus der geistigen Welt, die den Weg zur Heilung aufweisen.

Für eine Behandlung beim Schamanen müssen Sie daher leider weit reisen. Der ursprüngliche Schamanismus der Urvölker ist inzwischen durch die westliche Kolonisation nahezu ausgerottet. Die schamanische Heilkunst hat jedoch überlebt und wird vor allem in Asien und Südamerika praktiziert. Der Experte für Schamanismus des Dachverbands für Geistiges Heilen, K. Bertram Bittner, warnt vor dem unachtsamen Umgang mit schamanischen Techniken: „In Deutschland gibt es keine Schamanen.“ Zwar gibt es Heilkundige, die mit schamanischen Techniken arbeiten, echte Schamanen finden Sie jedoch nur noch in Tibet oder bei indianischen Kulturen. Lassen Sie keine „Seelenbehandlungen“ von selbsternannten Heilern vornehmen. Lassen Sie sich genau sagen, welche Ausbildung ein Therapeut genossen hat, ehe Sie beispielsweise eine Seelenrückführung oder Arbeit mit dem Krafttier vornehmen lassen. Unsachgemäß durchgeführt könnten Sie sonst in unerwünschte psychische Zustände geraten.

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