Ethnomedizin: Zeremonie erspürt Krankheitsursache
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In der ganzheitlichen Sichtweise der Indianer wird die moderne westliche Medizin nicht abgelehnt, sondern ihr Wert in der Behandlung von Symptomen durchaus anerkannt. Die eigentliche Ursache einer Krankheit kann aber nach indianischer Auffassung nur durch eine anschließende Heilungszeremonie angegangen werden. Diese Zeremonien und Rituale, an denen meist die ganze Familie und oft auch einige Dorfbewohner und Verwandte teilnehmen, unterscheiden sich in den Details von Stamm zu Stamm.
Gemeinsam ist ihnen die zugrunde liegende Intension: Die Heilenden treten mit den Geistwesen in Kontakt und bitten um Unterstützung in der Therapie. Auf Seiten des Patienten wird dabei nicht nur auf psychischer Ebene Einfluss genommen, sondern auch dessen Selbstheilungskräfte werden mobilisiert und das Immunsystem seines Körpers wird gestärkt. Wichtig für den Gesundungsprozess ist aber auch die Hoffnung des Patienten auf Heilung, sein Vertrauen in die Kunst des Arztes oder Heilers. Von zentraler Bedeutung ist die Bereitschaft des Patienten, an sich zu arbeiten und sein Verhalten zu ändern. Somit wird der Patient zum Handelnden und Mitverantwortlichen des Heilungsgeschehens. Bei manchen Stämmen sind Sandgemälde ein Bestandteil der Heilzeremonien. Ihre Aufgabe ist es, den Heilungsvorgang zu unterstützen. Es werden Verbindungen zu Mythen aus der Vorzeit hergestellt, die dem Kranken helfen, einen Sinn in seiner Krankheit zu erfahren. Dies verhilft ihm dann zu einer Art innerem Frieden gegenüber seinen Beschwerden. Unmittelbar nach seinem zeremoniellen Einsatz wird das Sandgemälde zerstört, denn es ist nach indianischer Auffassung verboten, diese Bilder zu konservieren, damit sie im Laufe der Zeit nicht beschmutzt oder beschädigt werden.
Auch das Schwitzbad gehört zu den typischen indianischen Zeremonien. Es dient nicht nur der körperlichen Reinigung und Ertüchtigung oder der Behandlung bestimmter Krankheiten, sondern es ist auch ein religiöser und sozialer Akt. Ein Schwitzbad ist häufig die Einleitung zu einem Ritual, dient also auch einer geistigen und seelischen Reinigung und soll den Menschen zur Übereinstimmung mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit den kosmischen Kräften führen. Dabei werden im Sinne einer Aromatherapie bestimmte Heilpflanzen, die flüchtige ätherische Öle enthalten (Lebensbaum, Balsamtanne, Wacholder-Arten, Beifuß-Arten und andere), auf glühende Steine gestreut und mit heißem Wasser übergossen.
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