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Die Pflanzen der Indianer

Die Indianer bereiteten aus ihren Blättern einen Tee, um den Urinfluss zu fördern, die Blasen- und Nierenfunktion anzuregen und zu stärken, die Nerven zu beruhigen, das Einsetzen der Wehen zu beschleunigen und die Wehen zu regulieren. Mit einem speziell zubereiteten Tee wurden auch Nierenentzündungen geheilt und Blasen- und Nierensteine aufgelöst. Die Bärentraube ist auch in Europa eine gut erforschte Heilpflanze, sie wird in der Ethnomedizin aber nur bei akuten Entzündungen der Harnblase eingesetzt.

Die Indianer verwendeten Beinwellwurzelbrei als Auflage zur Wundheilung bei Verletzungen aller Art, Knochenbrüchen,Verrenkungen,Verstauchungen, oberflächlichen Blutergüssen, Schwellungen, Rheumatismus und Gicht.

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi), Bearberr, Beinwell (Symphytum officinale) und Comfrey

Teezubereitungen aus den Wurzeln und Blättern wurden bei allen Arten von Husten, Erkältungen und Mandelentzündungen und teilweise auch gegen Blutungen (beispielsweise bei Hämorrhoiden) eingesetzt. Milde Warmaufgüsse von Blättern wurden bei Gallenblasen-Entzündungen und Gallensteinbildung, Magenschleimhautentzündungen, Blutarmut, Weißfluss, Nieren- und Nierenbecken-Entzündungen verwendet. In Europa wird der Beinwell in langer Tradition bei Wunden, Geschwüren und Brüchen eingesetzt.

Birke (Betula-Arten), Birch

Das Birkenholz wurde auf glühend heiße Steine gelegt. Der sich dabei entwickelnde Rauch wurde als Vorbeugungsund Heilmittel gegen Erkrankungen der Atemwege eingeatmet.Wurde dazu noch ein konzentrierter Kaltauszug aus Birkenrinde getrunken, sollte dies Lungentuberkulose und Bronchitis heilen. Um Räume zu desinfizieren, räucherten die Indianer Birkenrinde. Gekochte Birkenrinde wurde auf entzündlich geschwollene äußere Verletzungen und Schnitte aufgelegt, um Schmerzen zu lindern, Schwellungen abklingen zu lassen und Vereiterungen zu verhindern. Getrocknete Rinde und Blätter, aufgegossen mit heißem Wasser, galt als Mittel gegen Blähungen, als harntreibend, blutreinigend, desinfizierend und als Wurmmittel. In Europa wird dagegen nur ein Tee aus den Blättern der Birke als harntreibendes Mittel verwendet.

Blütenpollen (Bee Pollen)

Die Indianer Nordamerikas nahmen regelmäßig Blütenpollen als Zusatznahrung zu sich, und zwar ganz allgemein zur Abwehrsteigerung, zur Kräftigung, zur Leistungssteigerung und zur Hemmung des Alterungsprozesses. Bei uns gibt es verschiedene Blütenpollen-Präparate, darunter auch eines, welches erfolgreich bei Prostatabeschwerden eingesetzt wird.

Lebensbaum (Thuja occidentalis), Yellow Cedar

Der Absud der Thujablätter wurde bei den Indianern gegen Erkältungskrankheiten, als schweißtreibendes Mittel, zur Beseitigung von Menstruations-Störungen, zur Abtreibung und zur Blutreinigung verwendet. Andere Zubereitungen wurden bei Herzbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne, zur Steigerung der Abwehrkräfte und zur Menstruations-Förderung eingesetzt. Bei uns werden einzelne Substanzen des Lebensbaumes in der Krebsbehandlung verwendet. In der Homöopathie hat der Lebensbaum eine Bedeutung in der Behandlung von Warzen.

Nachtkerze (Oenothera biennis), Evening Primrose

Ein Extrakt aus Blättern und Rinde wurde traditionell bei Asthma, Magenbeschwerden, Lebererkrankungen und gegen Hauterkrankungen eingesetzt, während die gekochten Wurzeln als Kraftspender gegessen wurden. Bei uns ist das Öl aus den Samen zur Regulierung des Fettstoffwechsels und der Hormonproduktion erhältlich.

Sonnenhut (Echinacea-Arten), Coneflower

Das Destillat aus dem Sonnenhut wurde zur Stärkung der Abwehrkräfte verwendet. Mit der Wurzel der Pflanze, die eine örtlich betäubende Wirkung hat, rieben sich die Indianer ein, um gegen Schmerzen unempfindlich zu werden. Der Sonnenhut wurde auch bei Verbrennungen gebraucht. In Europa ist der Sonnenhut bekannt als Mittel gegen Erkältungen und besonders als „Immunstimulans“.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), Black Cohosh

Indianer verwendeten die Traubensilberkerze bei Epilepsie und Veitstanz, zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden, zur Linderung von Geburtsschmerzen und zur Geburtsbeschleunigung, gegen Rheumatismus, Arthritis, Asthma, Schlangen- und Insektenbisse sowie bei Leber- und Nierenerkrankungen. Die Traubensilberkerze wird bei uns vor allem zur Behandlung von Wechseljahr-Beschwerden und bei Menstruationsstörungen eingesetzt.

Weißdorn (Crataegus-Arten), Whitethorn

Die Indianer verwendeten zwar andere Weißdorn-Arten als wir sie in Europa kennen, aber die Verwendung ist in beiden Kulturkreisen vergleichbar. Der Weißdorn wurde ähnlich wie bei uns heute als Tonikum und Stimulans des gesamten Kreislaufes, zur Stärkung des schwachen Herzmuskels und zur Regulation des Blutdrucks eingesetzt. Er wurde auch als Stärkungsmittel für die Verdauungsorgane, für Blase und Harnleiter sowie bei Frauenbeschwerden und äußerlich bei starken Schwellungen verwendet.

Zaubernuss (Hamamelis virginina), Witch Hazel

Aufgrund der adstringierenden Wirkung wurde die Zaubernuss zur inneren und äußeren Blutstillung verwendet. Insbesondere bei zu starker Menstruationsblutung, inneren Blutungen aller Art, Nasenblutungen, Hämorrhoiden,Verletzungen, Gicht und bei Bindehaut- und Hornhautentzündungen kam sie zur Anwendung. Bei uns wird die Zaubernuss vor allem äußerlich zur Wundheilung, bei juckenden und ekzemartigen Hauterkrankungen,Venenleiden, Hämorrhoiden und innerlich bei Durchfall eingesetzt.

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