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Ethnomedizin die Medizin der Naturvölker

Traditionelle Medizinsysteme betrachten den Menschen ganzheitlich. Entgegen der modernen westlichen Medizin, die sich nur für Körper und Symptome interessiert, widmen sie sich Körper, Geist und Seele. Die Heilkunst der Indianer ist ein außerordentlich gutes Beispiel dafür.

Das Interesse an traditionellen und bewährten Therapieformen hat in jüngster Zeit deutlich zugenommen. Man scheint sich bewusst zu werden, dass die traditionellen Medizinsysteme etwas zu bieten haben, was die moderne westliche Medizin vermissen lässt, nämlich die ganzheitliche Betrachtung des Menschen. Die indianische Heilkunde ist dafür ein gutes Beispiel. Für viele Naturvölker ist es eine Selbstverständlichkeit, in größeren Zusammen-hängen zu denken und den Menschen als Ganzes, bestehend aus Körper, Geist und Seele, zu betrachten. So wird auch in der traditionellen Heilkunde der nordamerikanischen Indianer die enge Verbundenheit der Menschen mit den Pflanzen, Tieren, Gesteinen und Himmelskörpern, also dem ganzen Kosmos, deutlich. Dies erklärt den stark ausgeprägten Respekt der Indianer vor allen Lebewesen und ihrer Umwelt.

Alles was existiert ist von göttlicher Kraft geprägt

Darüber hinaus ist das Medizinalsystem und damit auch die Lebensphilosophie der traditionellen nordamerikanischen Indianer von der Einsicht geprägt, dass alle Teile des Universums von einer göttlichen Kraft beseelt sind. Diese Betrachtungsweise zeigt aber auch, dass Medizin, Kultur und Religion für die Indianer eng miteinander verbunden sind. So fließen religiös anmutende Heilungszeremonien und medizinisches Heilen ineinander.

Pflanzen dienten den Ureinwohnern als Medizin

Man geht heutzutage davon aus, dass die Ureinwohner Nordamerikas ca. 3.000 Pflanzenarten zu medizinischen Zwecken verwendeten. Daneben wurden weitere Tausende von Pflanzenarten als Nahrungsmittel, als Farbstoffe und zur Fasergewinnung genutzt. Neben dem Wissen um die Wirkungsweise der einzelnen Pflanzenzubereitungen wussten die Indianer sehr gut Bescheid über den optimalen Erntezeitpunkt, die Lagerbedingungen oder darüber, dass bei Lagerung der Wirkstoffgehalt mancher Pflanzen abnimmt.

Buch-Tipps:

H. J. Stammel

Die Apotheke Mannitous

Rowohlt-Verlag

Rudolf Kaiser

Indianische Heilkunst

Herder-Verlag

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