Blutegel: Nur einmalige Verwendung
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Blutegel besitzen keine Verdauungsenzyme und halten das aufgesaugte Blut mit Hilfe ihres Speichelsekrets Hiruduin monatelang flüssig. Damit sind beste Voraussetzungen für das Überleben von Erregertypen gegeben, die mit dem Saugakt aufgenommen werden und so übertragbar wären.
So behalten nicht nur zahlreiche Bakteriengattungen, sondern auch Viren vom Typ HIV im Blutegel ihre Infektiösität.
Voraussetzung für Krankheitsübertragungen ist der Kontakt von verseuchtem Blut aus dem Darm des Egels mit dem des Menschen, das bei einem früheren Saugakt gespeichert worden ist. Dazu kommt es, wenn der vollgesaugte Blutegel beim Ablösen von der Ansatzstelle gequetscht wird oder erbricht und auf diese Weise Erreger in die Saugwunde geraten. Allerdings besteht keinerlei Infektionsgefahr, wenn die Apotheken Blutegel aus speziellen Zuchtbetrieben beziehen und bestimmte Grundregeln im Umgang mit den Tieren beachtet werden. Dazu gehört auch, dass jeder Blutegel, der einmal am Menschen verwendet wurde, getötet werden muss. Eine zweimalige Verwendung ist strengstens verboten.
Schönes Ende im „Rentnerteich“
Es empfiehlt sich daher entweder ein schnelles Abtöten der Blutegel, zum Beispiel mit 70 % Ethanol, die Egel in kochendes Wasser zu geben oder in Essig einzulegen. Die zuletzt genannte Möglichkeit ist aber für den Blutegel eher qualvoller. Manche Egelfarmen, die die Tiere für die Medizin züchten, bieten aber auch an, die Egel zurückzunehmen. Sie kommen dann dort in einen strikt abgeschotteten so genannten „Rentnerteich“, wo sie weitergefüttert werden und ihr normales Leben fortsetzen.
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