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Wie ticken Sie? So erkennen Sie Ihren eigenen Biorhythmus

Sind Sie eine Eule oder eine Lerche? Keine Angst, es geht nicht um Vogelwissen – eher um Nachtmenschen (Eulen) und Frühaufsteher (Lerchen). Tatsächlich lassen sich viele Menschen in diese zwei Kategorien einordnen. Das kann eine echte Hilfe für Sie sein, wenn Sie wissen, was auf Sie zutrifft, und dementsprechend Ihren Tagesablauf planen. Denn so können Sie schwere Aufgaben in die Zeit legen, in der Sie wirklich leistungsfähig sind. Doch wie erkennen Sie, was für ein Typ Sie sind? Ich gebe Ihnen dazu einige Anhaltspunkte.

Eule_Wecker© Eric Isselée - Fotolia

Jeder Mensch hat einen bestimmten Rhythmus. Manche sind am Morgen fit und bereit, auch die schwersten Arbeiten zu erledigen. Andere brauchen ihre Zeit – am liebsten würden sie alles um einige Stunden nach hinten verschieben. Und dann gibt es sogar regelrechte Nachtmenschen, die erst in den Abendstunden wirklich leistungsfähig sind.Leider kann nicht jeder von uns seinen Rhythmus so ausleben, wie er gerne möchte. Vormittags bis halb zwölf schlafen, dafür abends um halb neun eine Besprechung abhalten – das funktioniert nur in den wenigsten Fällen. Und bei Schichtarbeitern bestimmt dann noch der äußere Faktor Arbeit den Rhythmus von Schlafen und Wachen.

Arbeiten Sie nicht gegen Ihren Körper

Normalerweise ist es durchaus möglich, sich auf seinen natürlichen Rhythmus zumindest in großen Teilen einzustellen. Leider tun das die wenigsten Menschen; die meis­ten muten ihrem Körper täglich zu, sich gegen seinen ­eigentlichen Rhythmus neu einzustellen und so wahre Höchstleistungen zu erbringen. Dabei wäre es viel einfacher, auf die körperlichen Signale zu hören und die äußeren Gegebenheiten – so weit wie möglich – hieran anzupassen.

Wie Sie Ihren Bio­rhythmus besser kennenlernen

Das ist Ihnen aber nur möglich, wenn Sie wissen, nach welchem Rhythmus Ihr Körper leben möchte. Beobachten Sie sich daher ganz genau:

  • Wie viel Schlaf benötigen Sie? Überprüfen Sie kritisch Ihr Schlafbedürfnis. Nach wie vielen Stunden fühlen Sie sich wirklich ausgeschlafen? Generell werden bei Erwachsenen 7,5 Stunden als üblich angesehen. Doch das ist nur ein Durchschnittswert. Es kann genauso gut sein, dass Sie neun Stunden Schlaf benötigen, um wieder fit zu sein.
  • Was ist Ihre Schlafenszeit? Viele Menschen haben einen eingefahrenen Zu-Bett-Geh-Rhythmus – ohne ihn zu hinterfragen. Da geht man halt um 23 Uhr ins Bett, liegt dann noch wach und schläft schließlich ein. Ob es nicht günstiger wäre, die Schlafenszeit zu verschieben, bis man wirklich müde ist? Daher sollten Sie einmal kritisch Ihre Schlafgewohnheiten überdenken. Sind Sie eher ein Morgen- oder ein Abendtyp? Beobachten Sie, ob Sie sich besser fühlen und ausgeruhter sind, wenn Sie eher schlafen gehen und eher aufstehen – oder ob Sie die Schlafens- und Aufstehzeit nach hinten verschieben.Probieren Sie zudem aus, ob Sie leistungsfähiger sind, wenn Sie einen kurzen Mittagsschlaf einschieben. Leider hat sich dieses Nickerchen in unserer Gesellschaft immer noch nicht durchgesetzt. Dabei weiß man, dass viele Menschen davon profitieren, wenn sie mittags eine halbe Stunde ruhen. Danach sind sie geistig und körperlich deutlich leistungsfähiger.
  • Wie viel Zeit brauchen Sie morgens? Es gibt Menschen, bei denen klingelt kaum der Wecker, und sie springen ebenso fröhlich wie gut gelaunt aus dem Bett. Andere dagegen brauchen ihre Zeit, bis sie wirklich wach sind und aufstehen können. Zu welcher Gruppe gehören Sie? Planen Sie dementsprechend Zeit ein, damit Sie morgens wirklich in Ruhe wach werden können. Gönnen Sie Ihrem Körper lieber fünf Minuten mehr, um auf Touren zu kommen.
  • Erkennen Sie Ihre persönliche Leistungskurve. Normalerweise verläuft der Tagesrhythmus in einer auf- und absteigenden Kurve. Die erste Hochphase ist am Vormittag, sie hat gegen 11 Uhr ihren Höhepunkt erreicht und fällt dann wieder stark ab. Nach dem Mittagessen sackt die Leistungskurve in den Keller, das berühmt-berüchtigte Mittagstief ist da . Das bekommen Sie am besten in den Griff, wenn Sie etwas ruhen und sich danach mit leichter Bewegung noch einmal in Schwung bringen. Gegen 15 Uhr beginnt dann die zweite Hochleistungsphase. Allerdings sind das nur Richtwerte – die Kurve kann bei Ihnen auch um ein bis drei Stunden verschoben sein. Beobachten Sie sich selbst: Wann können Sie am Morgen bzw. am Nachmittag schnell, konzentriert und gut arbeiten? Wann haben Sie dagegen Ihre Tiefphasen, in denen Sie eher müde und unkonzentriert sind?
  • Machen Sie mal Pause. Auch in den Hochleistungsphasen sind wir Menschen keine Roboter. Wir können uns in der Regel eine gewisse Zeit konzentrieren, danach brauchen wir eine kleine Pause, um konzentriert weiterarbeiten zu können. Normalerweise reicht die geistige Leistungsfähigkeit für eine Arbeitszeit von 60 bis 90 Minuten ohne Pause. Beobachten Sie, wann Sie unkonzentriert werden. Dann lehnen Sie sich zurück, schließen die Augen, entspannen sich für einige Minuten, bevor Sie wieder weitermachen.

So passen Sie sich Ihrem Biorhythmus an

Die oben genannten Punkte, also Schlafbedürfnis, Leistungsfähigkeit und Pausenrhythmus, sollten Sie nach und nach überprüfen. Verändern Sie dann Ihre Gewohnheiten, insofern sie nicht zu Ihrem natürlichen Rhythmus passen.

Grundsätzlich sollten Sie damit anfangen, was Sie am einfachsten ändern können. Meist ist das der Schlafrhythmus. In der Regel ist es relativ einfach, unpassende Schlafenszeiten etwas hin- und herzuschieben. Am besten fangen Sie mit der Einschlafzeit an und versuchen dann, Ihre Schlafdauer herauszufinden.

Wenn Sie auf diese Weise einen Anfang gemacht haben, befassen Sie sich mit den Themen, in denen es nicht ganz so einfach ist, etwas zu ändern, weil Sie auch von anderen Menschen abhängig sind. Versuchen Sie, Ihren Tagesablauf so zu strukturieren, dass er sich Ihrer Leistungsfähigkeit anpasst.

Sie sollten möglichst wichtige Aufgaben oder Arbeiten, für deren Erledigung Sie konzentriert bei der Sache sein müssen, in Ihre geistigen Hochleistungsphasen legen. Nutzen Sie, soweit möglich, die Zeiten, in denen Sie ein Tief haben, eher für Routinearbeiten. Sie können in dieser Zeit zum Beispiel Telefonate erledigen, E-Mails kontrollieren, Papiere sortieren …

Vergessen Sie die Pausen nicht

Planen Sie entsprechend Ihrem Tagesrhythmus auch Ihre Pausen ein. Je nachdem, wie lange Sie bei der Sache bleiben können, entspannen Sie nach 60 bis 90 Minuten für eine kurze Zeit. Sie können alternativ auch aufstehen und sich einen Kaffee holen, den Sie in Ruhe trinken.

Morgens können Sie diese Pausen ruhig auf fünf Minuten beschränken. Denn Ihre Hochleistungsphase am Morgen ist in der Regel ausgeprägter als die am Nachmittag. Daher sollten Sie die Pausen am Nachmittag etwas länger gestalten. Alternativ können Sie auch etwas häufiger eine kürzere Unterbrechung der Arbeit einschieben.

Mein Tipp

Ein Biorhythmus hat keine Pause – und er kennt auch kein Wochenende. Daher sollten Sie ihn auch an Ihren freien Tagen beibehalten und zum Beispiel auf Ihren Schlafrhythmus achten. Sie riskieren sonst, dass Sie Ihren körpereigenen Rhythmus wieder völlig durcheinanderbringen und müde in die neue Woche starten. Das wäre kein guter Beginn!

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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