Naturheilkunde
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Sylvia Schneider
GNL5138
Wissenschaftlich gesicherte Belege dafür, dass Naturheilverfahren (beispielsweise Homöopathie, Phytotherapie, Ernährungstherapie und andere) wirksam sind, häufen sich in jüngster Zeit. Aus diesem Grund haben Naturheilverfahren auch in vielen schulmedizinischen Praxen Einzug gehalten, in denen früher von den „alternativen Verfahren“ nicht viel gehalten wurde. Und so sind Patienten meist nicht erstaunt, wenn ihnen ihr Arzt plötzlich Anwendungen anbietet, die von den Krankenkassen (noch) nicht akzeptiert und bezahlt werden.
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Das Vertrauen in die Naturheilkunde wird allerdings manchmal als Einnahmequelle missbraucht
Die gestiegene Akzeptanz der Naturheilverfahren wird leider auch von cleveren Geschäftemachern ausgenutzt. „Management Selbstzahler“ heißt die neue Zauberformel, die in Zeiten allgemeiner Sparzwänge Ärzten ein besseres Einkommen sichern soll, heißt es in einem Bericht der Ärzte Zeitung. Unter diesem Stichwort werden in Hessen regelmäßig Seminare durchgeführt, in denen niedergelassene Ärzte lernen sollen, den neuen Trend gezielt für die Steigerung des Umsatzes der eigenen Praxis zu nutzen.
Gerade Naturheilverfahren eigneten sich besonders gut für den „Verkauf“ von Leistungen, da die Kosten für diese Anwendungen von den Krankenkassen oft nicht übernommen werden. Der Patient sei deshalb nicht verwundert, wenn er selbst zur Kasse gebeten wird.
Ein Rechtsanwalt aus Wiesbaden sowie Ärzte, die den neuen Trend bereits mit Erfolg geschäftlich nutzen, verraten den Seminarteilnehmern Tipps und Tricks, wie möglichst viele Patienten dazu bewegt werden können, Behandlungen zu akzeptieren, die der Arzt sofort bar abrechnen kann.
Patienten seien im Allgemeinen argwöhnisch, wenn es darum ginge, sich für unbekannte medizinische Anwendungen zu entscheiden. Deshalb, so rät der in Sachen Werbepsychologie erfahrene Rechtsanwalt, sollten sie innerhalb weniger Wochen mindestens fünfmal von dem Verfahren, das zum Angebot des Praxisinhabers zählt, hören. Dann fassten sie Vertrauen und wären bereit, Geld auch aus eigener Tasche dafür zu zahlen. Bei jedem Praxisbesuch, bei jeder Infusion, bei jeder noch so kleinen Wartezeit im Praxisbereich solle der Patient deshalb mit fachlichen Informationen über jenes Behandlungsverfahren „berieselt“ werden.
Wichtige Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten:
- Warum ist gerade dieses Therapieverfahren für Sie richtig?
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Ihren Beschwerden wirksam ist? (Für jedes bewährte Verfahren liegen entsprechende Statistiken vor.)
- Bei welchen Krankheiten oder Beschwerden wird das angebotene Verfahren sonst – und mit welchem Erfolg – angewendet?
- Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten? (Es stimmt nicht, dass Naturheilverfahren grundsätzlich keine unerwünschten Nebenwirkungen haben.)
- Wo hat Ihr Arzt dieses Verfahren erlernt? Handelte es sich dabei um eine solide Ausbildung (über mehrere Wochen oder Monate) oder um einen Wochenend-Schnellkurs?
Einige „Therapeuten“ kommen schon mit einer Therapie gut aus
Günstig sei es, wenn die angebotene Leistung bereits einen allgemein bekannten Namen habe. „Von Eigenblutbehandlung hat jeder schon gehört“, zitiert die Ärzte Zeitung eine Ärztin aus Mandelbachtal bei Saarbrücken, die beim jüngsten Seminar ihren Kollegen ihr persönliches Erfolgsrezept vorstellte. Diese Leistung ließe sich deshalb besonders gut verkaufen.
Natürlich nehme sie sich viel Zeit für ihre Patienten, da seien 45 Minuten dauernde Gespräche durchaus üblich. Der Patient solle den Eindruck bekommen, „Die meint es gut mit mir“, zitiert die Ärzte Zeitung weiter.
Eine Allgemeinärztin aus Mainz kommt eigenen Angaben zufolge mit nur einem Therapieangebot aus der Naturheilkunde – der Thymustherapie – finanziell sehr gut aus. Damit der Patient die Therapie akzeptiere, sei es günstiger, von einer Kur und nicht von Spritzen zu sprechen. Die Patienten werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Krankenkasse diese Leistung nicht übernimmt. Das Argument „Die Gesundheit wird Ihnen wohl 100 € wert sein“ käme meist gut an. Die Kur aus zehn Spritzen müsse immer im Voraus bezahlt werden. „Ich kann nicht so lange warten, ich mußte mit 5.000 € in Vorleistung treten, weil ich so viele Patienten habe“, sei ihre Antwort auf die Bitte, die Kur erst im Nachhinein bezahlen zu dürfen. Bei diesem Argument würden dann auch Rentner einige hundert Mark bar auf den Tisch legen, verrät die tüchtige Ärztin den Seminarteilnehmern.
So erkennen Sie einen guten Arzt für Naturheilverfahren
Bei solchem Vorgehen werden der gute Ruf der Naturheilkunde sowie die Vertrauenswürdigkeit seriöser Ärzte für Naturheilkunde aufs Spiel gesetzt. Sich von den bewährten, gut verträglichen Naturheilverfahren abzuwenden, wäre der falsche Weg. Doch wie können Sie entscheiden – insbesondere, wenn Sie bei einem Ihnen noch unbekannten Arzt in Behandlung sind -, ob Sie wirklich seriös behandelt werden?
Wenn Ihr Arzt Ihnen ein bestimmtes Naturheilverfahren vorschlägt: Bitten Sie Ihn darum, dass er Ihnen ausführlich erläutert, was dieses Verfahren in Ihrem Organismus bewirkt und warum es für Sie persönlich wichtig ist. Schließlich müssen Sie die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen und haben, wie bei jeder anderen „gekauften“ Leistung, ein Recht darauf, zu erfahren, was Sie für Ihr Geld erhalten. Ärzte, die ein Verfahren nur zur Steigerung ihres Einkommens anbieten, haben oft Probleme, dessen Wirkungsweise zu begründen.
Ärzte, die in einem bestimmten Heilverfahren eine umfassende Ausbildung absolviert haben, sind in der Regel in der entsprechenden Gesellschaft organisiert. Sie können sich bei diesen Gesellschaften informieren, ob Ihr behandelnder Arzt dort Mitglied ist. Auch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung (Telefon-Nr. im Branchenbuch) kann meistens entsprechende Auskunft erteilen.
Einige wichtige Gesellschaften für Naturheilverfahren sind:
- Deutsche Ärtzegesellschaft für Akupunktur e. V. (DÄGfA), München
- Internationale Gesellschaft für chinesische Medizin, München
- Gesellschaft für Frischzellentherapie, München
- Internationale Gesellschaft für Biologische Medizin e. V. , BadenBaden
- Internationale Gesellschaft für Thymologie und Immuntherapie e. V. , Bad Harzburg
- Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren, Freudenstadt
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Kommentare
- von absencen (19.10. 2009 17:59 Uhr):
was kann man dagegen tun
Antworten - von Zimmermann Fritz (17.12. 2009 09:43 Uhr):
Nehme täglich 15-20 gr Ingwer,bin unsicher durch Aussagen zur Blutverdünnung.Habe gute Erfahrung mit Gelenkschmerzen.Mache ich da was falsch ?
Antworten
