Naikan – der buddhistische Weg zur Selbstbesinnung
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 8. Februar 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
Auf diese Aufmerksamkeitsübung wies mich ein Leser im Zusammenhang mit unseren Selbstbesinnungsübungen während der Fastentage hin und bat mich, Ihnen diese weiter zu reichen: Einen bewährten Weg, sich selbst zu besinnen und Dankbarkeit zu empfinden, die sich aus der Gewissheit nährt, dass das Leben und das, was uns von den anderen fortwährend gegeben wird, außerordentliche Geschenke sind, eröffnet die Methode des Naikan. Der Begriff stammt aus dem japanischen und bedeutet „nach innen schauen".
Die Selbstüberprüfung des Naikan basiert vor allem auf drei Fragen:
- Was habe ich (von den Menschen in meinem Leben) bekommen?
- Was habe ich gegeben?
- Welche Probleme und Schwierigkeiten habe ich bereitet.
Mit der ehrlichen Beantwortung dieser drei Fragen können Sie alle Dinge Ihres Lebens prüfen, bestimmte Zeitabschnitte, Ihr eigenes Verhalten oder Beziehungen unter die Lupe nehmen, Tage oder einzelne Ereignisse analysieren. Sie bekommen eine realistisches Sicht Ihres eigenen Verhaltens sowie Ihr Verhältnis zum Geben und Nehmen. Es ist nicht angenehm, wenn Sie erkennen müssen, an welchen Punkten Sie selbst anderen Unrecht getan haben, wo Sie vielleicht ganz und gar undankbar waren. Doch nur die schonungslose Selbstüberprüfung lehrt uns die Wertschätzung des Lebens. Sie macht aus uns mit Glück zufriedene Menschen.