Musiktherapie lindert Ohrensausen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 9. September 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Musik wirkt bei der Behandlung eines chronischen Tinnitus positiv - selbst wenn sie nur durch ein Rauschen wahrgenommen wird. Das berichten Forscher vom Deutschen Zentrum für Musiktherapie in Heidelberg. Sie überprüften eine Behandlungsmethode, die sich bei bereits bei einem leichten Tinnitus als wirksam erwiesen hatte, auch bei Betroffenen, die ein starkes Rauschen quält. "In einer fünftägigen Kompakttherapie brachte die Musiktherapie auch hier eine Verbesserung, die auch noch ein halbes Jahr nach der Behandlung anhielt", berichtet die Forscherin Dorothea Weber.
Tinnitus ist eines der häufigsten Leiden der Ohren. Es soll bis zu 40 Prozent aller Menschen im Lauf des Lebens mindestens einmal heimsuchen. Experten schätzen, dass sich derzeit etwa drei Millionen Deutsche damit herumplagen - also sicherlich auch eine ganze Hand voll von Ihnen. Sie hören dann entweder Geräusche wie Pfeifen, Klingeln, Summen und Zirpen, oder Rauschen, Brummen, Surren, Knacksen, Knistern und Rumpeln als Dauerton. Ihre Umgebung nimmt diese Geräusche nicht wahr. Klingen die Symptome nicht nach einigen Tagen ab, spricht die Medizin von einem chronischem Tinnitus. Das Leiden ist recht schwierig zu behandeln. Meist wird versucht, mental oder mit „Gegengeräuschen" die störenden Töne „wegzudrücken".
An der Pilotstudie nahmen 23 Versuchspersonen teil, die seit über ein halben Jahr unter Tinnitus-Rauschen litten. Fünf Tage lang erhielten sie jeweils zwei 50-minütige Einheiten Musiktherapie. Zu Beginn setzten sie sich aktiv mit dem gehörten Geräusch auseinander - etwa mit Hilfe von Instrumenten oder der eigenen Stimme. „Das ist genau das Gegenteil vom Wegdenken oder Weghören, mit dem man diesem Geräusch sonst begegnet", erklärt die Heidelberger Wissenschaftlerin. Die Musik helfe dabei, Tinnitus und Stressreaktionen voneinander zu entkoppeln und sorge so für Entspannung. Diese Übungen ermöglichten dem Patienten auch im Alltag eine aktive Unterdrückung der störenden Geräusche. 21 der 23 Teilnehmer berichteten noch sechs Monate nach der Behandlung von Verbesserungen bei der Geräuschbewältigung.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rosemarie Giataki (09.09. 2009 16:04 Uhr):
Als mich vor Jahren ein komisches Geraeusch im Ohr nervte und ich deswegen nicht einschlafen konnte, legte ich eine CD mit schoener Musik auf, stellte sie auf sehr leise, damit ich mich anstrengen musste,um zu hoeren und siehe da, ich wachte ausgeschlafen um 7 Uhr morgens auf. Seitdem ist mir das zur Gewohnheit geworden, und ich habe weder Ohrengeraeusche noch Einschlafprobleme! !
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