MRT der Gehirnaktivität kann eine längere Trauer nachweisen
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund
vom 2. Februar 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Wie beeinflusst der Tod eines geliebten Menschen unser Gehirn? Dieser Frage gingen Wissenschaftler nach und nutzten dabei die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT). Die Wissenschaftler verglichen die Darstellungen der Gehirnaktivitäten von „normal" trauernden Frauen mit denen von Frauen, die über einen längeren Zeitraum trauerten bzw. bei denen die Trauer besonders intensiv war.
Normalerweise betrauern wir den Tod eines geliebten Menschen über mehrere Wochen oder Monate intensiv, bevor es dann langsam besser wird. Doch wird ein kleiner Prozentsatz von Menschen durch die Trauer regelrecht gelähmt, was möglicherweise Jahre andauern kann.
Die Studie zur bildlichen Darstellung der Gehirnaktivität wurde vor Kurzem im Fachjournal „NeuroImage" vorgestellt. Untersucht wurden 11 intensiv trauernde Frauen sowie 12 Frauen mit normalen Trauersymptomen. Nachdem sich die Studienteilnehmerinnen ein Foto der verstorbenen Person angesehen hatten, konnte mittels funktioneller Magnetresonanztomografie bei beiden Teilnehmergruppen eine Aktivität im Schmerzzentrum des Gehirns festgestellt werden. Bei den intensiv trauernden Frauen zeigte sich jedoch zusätzlich eine beträchtliche Gehirnaktivität in dem Bereich des Gehirns, das mit Freude und Belohnung in Verbindung steht. Wissenschaftler vermuten, dass die Freude, die mit der Bindung an die verstorbene Person zusammenhängt, und die Schwierigkeit, deren Tod zu akzeptieren, zu dieser zusätzlichen Gehirnaktivität führt.
Die Experten der Mayo Clinic betonen: Es ist wichtig, zu erkennen, wann Trauer chronisch wird. Menschen, die nach einem Todesfall „normal" trauern, können sich eventuell an eine Selbsthilfegruppe wenden. Wenn die Trauer jedoch länger als üblich andauert und chronisch wird, ist es möglicherweise ratsam, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Eckehard Hilf (02.02. 2010 23:36 Uhr):
Eine hochinteressante Feststellung! Aber, wie heute auch zu erwarten, die Rechnung geschieht ohne den Wirt. In diesem Fall ist es der Geist, der das Gehirn bewirtet. Wenn also Freude und Belohnung die Kammer ist, wo intensiv Trauernde sich gerne aufhalten, dann ist damit auch verbunden, dass sie dem Verstorbenen dort begegnen. Das Hirn zeigt nur eine Art Spiegel-Reflex. Man könnte den intensiv Trauernden, statt des Rates zum Arzt zu gehen, sagen, dass sie mit dieser Erfahrung sehr glücklich dran sind, da ihr Angehöriger sie tatsächlich findet. Eine ständige Vertretung in der geistigen Welt ist andererseits für die Zurückgebliebene ein beglückender Wert, der sich im Alltag bemerkbar macht, zum Beispiel beim Erinnern oder Auffinden verloren geglaubter Sachen und Menschen.
Antworten - Kommentar von Günter Rösing (03.02. 2010 14:14 Uhr):
Ja, es ist wahr, wenn die Seele trauert ;Verlust eines geliebten Partners, wird auch der Körper krank. Sechs Monaten nach dem Tod meiner Frau habe ich eine schwere Lungenentzündung bekommen. Nur durch positives Denken und mitfühlende Menschen habe ich wieder Zugang zum normalen Leben gefunden.
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