Mittelohrentzündung: Schmerzmittel wichtiger als Antibiotikum

Dr. Andrea Schmelz in Täglich Gesund zum Thema Mittelohrentzündung
vom


Nach einer deutschen Studie sind auch wiederholte Mittelohrentzündungen kein Grund zur Sorge. Die meisten heilen ganz ohne Antibiotikum von selbst aus. Viel wichtiger ist eine ausreichende Schmerzbehandlung.


Kinderärzte analysierten die Daten der LISA-Studie (LISA = Lifestyle-Immune-System-Allergy), für die 3.097 Neugeborene aus verschiedenen Regionen Deutschlands aufgenommen und sechs Jahre lang beobachtet wurden. Die Eltern hatten dabei regelmäßig über die Krankheiten ihrer Kinder berichtet. Durchschnittlich machte jedes Kind in den ersten beiden Lebensjahren zweimal eine Mittelohrentzündung durch. Bis zum Alter von sechs Jahren hatten zwei Drittel der Kinder mindestens eine Mittelohrentzündung gehabt.

Privatdozent Johannes Liese vom Dr. von Haunerschen Kinderspital in München betont, dass nur Babys unter sechs Monaten sofort ein Antibiotikum benötigen. Bei älteren Kindern genüge es, zwei Tage abzuwarten und es nur dann antibiotisch zu behandeln, wenn weiterhin Beschwerden bestehen. Dadurch könne 90 Prozent der Kinder das Antibiotikum erspart werden. Wichtiger sei eine ausreichende Schmerztherapie mit Ibuprofen oder Paracetamol drei- bis viermal am Tag. Auch häufige Mittelohrentzündungen seien zunächst kein Grund zur Sorge. Ein Besuch beim HNO-Arzt ist erst bei sechs und mehr Mittelohrentzündungen pro Jahr dringlich.

Mein Tipp: Zusätzlich zur Gabe eines Schmerzmittels (bei beginnenden oder geringen Beschwerden auch stattdessen) haben sich Otovowen® Tropfen bewährt (rezeptfrei in der Apotheke, 30 Milliliter kosten 12,95 Euro). Kinder von einem bis sechs Jahren erhalten halbstündlich bis stündlich vier bis sieben Tropfen, maximal zwölf Gaben täglich. Auch Babys dürfen nach Rücksprache mit dem Arzt behandelt werden.

 


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Kommentar von Anne Altmann

meine Tochter hatte früher auch öfter Mittelohrentzündungen, die wir aber dank unseres Hausarztes sehr gut mit Ferrum Phosphoricum und wenn fiebrig zusätzlich mit Belladonna oder Aconitum, je nach Art des Fiebers, sehr gut in den Griff bekommen haben, ohne gleich Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt zu haben. MfG Anne Altmann

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