Mit meinen Vorsichtsmaßnahmen schützen Sie selbst vor Zecken
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 20.09.2007 05:00 Uhr
GNL5356
Gestern berichtete ich Ihnen über die feindliche Übernahme der Zecken bei allen Outdoor-Aktivitäten und ihre Folgen. Es ist jedoch vergleichsweise einfach, die blutrünstigen Beißer davon abzuhalten, sich auf Ihrer Haut häuslich niederzulassen. Versuchen Sie es mit meinen Tricks:
- Sprühen, cremen oder reiben Sie sich rechtzeitig mit einem Repellent zur Zecken-Abwehr ein. Insekten abwehrende Mittel schützen zuverlässig vor Bissen und Stichen, wenn sie rechtzeitig auf die Haut aufgetragen werden (laut Stiftung Warentest bis zu sechs Stunden wirksam: Zanzarin Bio-Hautschutz Lotion und Nexa Lotte Natur Hautschutz-Milch). An warmen, dünnhäutigen Stellen wie Haaransatz, Kniekehlen oder Achselhöhlen beißen Zecken besonders gern zu.
- Sprühen Sie die Ränder der Kleidungsstücke ebenfalls mit den Mitteln gut ein (Ärmelrand, Kragen, Hosenbund, Hosenbeinrand) und schaffen Sie so eine Barriere. Die lästigen Tierchen krabbeln oft eine Weile herum, bis sie eine geeignete „Tankstelle“ finden.
- Wenn Sie noch ein Sonnenschutzmittel auftragen, geben Sie dieses als Erstes auf die Haut. Das Anti-Zecken-Mittel sollte immer zum Schluss angewendet werden. Je nach Mittel sind Sie vier bis sechs Stunden geschützt.
- Neu auf dem Markt sind Anti-Zeckentüchlein (von Autan), die in der Hosentasche Platz finden, und es ermöglichen, unterwegs für Zeckenschutz zu sorgen – etwa wenn Sie länger unterwegs sind und den Schutz „nachlegen“ müssen.
- Tragen Sie das Zeckenabwehrmittel auch unter dünnen Stoffen auf.
- Wenn Sie stark schwitzen oder gebadet haben, sollten Sie nicht vergessen, den Zeckenschutz „nachzulegen“.
- Tragen Sie helle, lange, nicht zu weite Kleidung. Gehen Sie nie ohne lange Ärmel und Hosenbeine auf Wanderschaft.
- Festes, geschlossenes Schuhwerk und Strümpfe erschweren der Zecke den Zugriff auf Ihre Haut. Verzichten Sie unbedingt darauf, mit nackten Füßen in Sandalen zu gehen. Wenn Sie beim Beerenpflücken, Pilzesuchen oder bei der Gartenarbeit tiefer ins Unterholz gehen, ziehen Sie sich die Strümpfe über die Hosenbeine.
- Setzen Sie sich eine Kopfbedeckung auf.
- Bleiben Sie beim Joggen, Mountainbiking, Wandern oder Spazierengehen am besten auf festen Wegen. Fahren und laufen Sie nicht durch das Gebüsch.
- Suchen Sie Ihre Haut gründlich nach Zecken ab, wenn Sie von Ihren Outdoor-Aktivitäten kommen. Schauen Sie vor allem an den Beinen, unter den Armen, an Arm- und Kniebeugen, an der Gürtellinie, der Leistengegend und an Kopf, Hals und Ohren nach. Die Zecke gibt den Erreger der Borreliose erst nach einer gewissen Zeit in die Bisswunde ab, sodass die rechtzeitige Entfernung des Tieres Ihr Infektionsrisiko deutlich mindert.
- Wenn Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange. Dabei packen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Haut und ziehen sie mit einer Aufwärtsbewegung heraus. Sie sollten darauf achten, die Zecke dabei nicht zu quetschen, damit die erregerhaltige Flüssigkeit aus dem Zeckenleib nicht direkt in die Stichstelle gedrückt wird. Haben Sie keine Pinzette oder Zeckenzange zur Hand nehmen Sie das Tier zwischen Daumen und Zeigefinger. Von dem Köpfchen, das in der Einstichstelle verbleibt, geht keine Gefahr aus, da sich die Speicheldrüsen und der Darm im Hinterleib der Zecke befinden.
Ein falscher Tipp, der sich hartnäckig hält
Auf eine Betäubung des Tieres mit Nagellack, Klebstoff oder Öl sollten Sie unbedingt verzichten. Der dadurch gestresste Blutsauger spritzt nur noch mehr verseuchtes Sekret in Ihren Körper.