Mit diesen Tipps schützen Sie sich vor Stürzen

Dr. Regina Kalkert in Täglich Gesund
vom


Viele Stürze im Haushalt ereignen sich durch Leichtsinn und Unachtsamkeit. Oft geschehen sie aber auch deshalb, weil mit zunehmendem Alter die Bewegungskoordination und die Reaktionsfähigkeit nachlassen. Schwindelgefühle treten auf, Unebenheiten im Boden können schlechter ausgeglichen werden, ein eingeschränktes Sehvermögen spielt ebenfalls eine Rolle. Selbst einfache Positionswechsel, wie schnelles Aufstehen oder Umdrehen, kann der Körper plötzlich nicht mehr ausgleichen.


Knochenbrüche sind gefährliche Folgen von Stürzen

Es wird geschätzt, dass in Deutschland ca. 30 Prozent der Menschen über 65 Jahre mindestens einmal im Jahr stürzen. Dabei besteht ein hohes Risiko eines Knochenbruches. Denn oft besteht schon eine Osteoporose, und die Knochenstabilität ist vermindert. Besonders häufig ereignet sich ein Bruch des Oberschenkelknochens nahe dem Hüftgelenk, ein sogenannter Oberschenkelhalsbruch. Häufig ist dieser Bruch für einen älteren Menschen der Beginn einer Einschränkung seiner Beweglichkeit, die er nie wieder in seinem Leben ausgleichen kann. Auch Kopfverletzungen spielen eine große Rolle. Hier kann es zu schweren Schädigungen, teilweise mit tödlichem Ausgang, kommen. Lassen Sie es nicht so weit kommen!

Wer einmal stürzt ...

Neben den direkten Folgen, z. B. Knochenbruch, sind auch die psychischen Beeinträchtigungen eines Sturzes nicht zu unterschätzen. Denn es beginnt ein Teufelskreis: Wer gestürzt ist, der hat Angst vor dem nächsten Fallen. Er wird immer unsicherer beim Gehen und bewegt sich noch weniger als vorher. Dadurch lässt die Muskelkraft immer mehr nach, und die Unsicherheit wird folglich immer größer. Das Risiko eines erneuten Sturzereignisses steigt!

So können Sie vorbeugen

Älter werden wir alle, die Kraft lässt irgendwann einmal nach. Die Unsicherheit beim Gehen und Bewegen wird dann größer. Aber: Fallen müssen Sie trotzdem nicht. Es gibt einfache Maßnahmen der Vorbeugung.

1. Beseitigen Sie Gefahren und minimieren Sie Risiken, indem Sie ...

  • die Rutschgefahr von Teppichen oder Läufern durch Fixierung mit Klebeband verringern,
  • verschüttete Flüssigkeiten immer sofort aufwischen und nicht auf frisch geputzten, noch nassen Böden herumlaufen,
  • defekte Beleuchtungen direkt reparieren (lassen) und außerdem auf blendfreie Lichtquellen achten,
  • nachts ein kleines Licht brennen lassen, damit Sie den Weg zum WC nicht im Dunkeln zurücklegen müssen,
  • keine losen Kabel oder Schwellen quer durch Zimmer oder Flure laufen lassen,
  • an der Treppe auf beiden Seiten einen Handlauf anbringen sowie die Stufen mit Antirutschkanten versehen und farbig markieren,
  • Handläufe und Wandgriffe im ganzen Haus oder in der Wohnung regelmäßig auf ihre Festigkeit kontrollieren,
  • Toilettenstuhl, Gehwagen oder Rollstuhl immer mit festgestellten Bremsen neben Bett oder Sessel stehen lassen, so dass sie beim Aufstehen und Abstützen nicht wegrollen,
  • das Bad und das WC mit Haltegriffen zum Festhalten und Hochziehen ausstatten,
  • Ihre Betthöhe an Ihre individuelle „Aufsteh"-Höhe anpassen (weder ein zu niedriges noch ein zu hohes Bett ist sinnvoll),
  • keine beweglichen Gerätschaften wie z. B. einen Teewagen o. Ä. im Flurbereich stehen lassen (Sie könnten sich versehentlich darauf abstützen),
  • festes, sicheres und passendes Schuhwerk auch im Haus sowie keine ausgelatschten Pantoffeln tragen.

2. Trainieren Sie Ihr Gleichgewicht und Ihre Kraft durch ...

  • gezieltes Bewegungstraining (z. B. in einer Seniorensportgruppe),
  • regelmäßiges moderates Krafttraining zum Aufbau von Muskulatur mit Hanteln, mit Kleingeräten oder elastischen Bändern in einer Gymnastikgruppe,
  • Teilnahme an einer Musik- oder Tanztherapiegruppe, denn hier wird auch die Koordination optimal gefördert,
  • regelmäßige Spaziergänge, denn jeder Weg zählt.

Achtung: Durch regelmäßiges Training reduziert sich die Sturzgefahr um die Hälfte und die Knochenbruchwahrscheinlichkeit bei einem Sturz um ein Drittel! Bevor Sie mit Sport starten, besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt!

Auch Medikamente können die Sturzgefahr erhöhen

Hier sind insbesondere Psychopharmaka, Blutdruck- und Kreislaufmittel sowie Beruhigungsmittel zu nennen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob sich unter Ihren Arzneimitteln eines befindet, das solche Unsicherheitsgefühle verstärken könnte. Eventuell muss dann die Dosis angepasst oder sogar die Therapie umgestellt werden.

Hilfsmittel nur vom Fachhandel

Tragen Sie Prothesen oder orthopädische Stütz-/Halteapparate, sollten diese von einem Fachmann angepasst werden. Lassen Sie den korrekten Sitz auch regelmäßig kontrollieren. Hilfsmittel müssen auf Ihre Größe angepasst sein: Gehwagen, Gehstock und Ähnliches nicht beim Billiganbieter in Einheitsgröße, sondern im Fachhandel individuell angepasst erwerben.

 


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