Mit der Biosubstanz Glutathion schaffen Sie Schwermetalle und Gifte aus dem Körper
Täglich Gesund
vom 16.03.2004 16:00 Uhr
GNL5356
Bereits der griechische Gelehrte Hippokrates machte Schadstoffe aus "Luft, Wasser und Landschaften" für Erkrankungen verantwortlich. Heute sind wir neben den "natürlichen" Schadstoffen (z. B. Schimmelpilzgifte) mit einem ganzen Arsenal an gesundheitsgefährdenden Substanzen konfrontiert: Schwermetalle, Industrie- und Autoabgase, Zigarettenrauch oder toxische Pflanzenschutzmittel in Gemüse und Getreide.
Angesichts dieser Situation ist es wichtig, dass Sie die Entgiftungsfunktion des Organismus unterstützen. Die Biosubstanz Glutathion kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Welche Funktionen Glutathion bei der Eliminierung von Schadstoffen erfüllt und wie Sie seine Konzentration im Körper erhöhen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Glutathion ist eine lebenswichtige Verbindung, die sowohl mit der Nahrung zugeführt als auch vom Körper selbst produziert werden kann. Sie besteht aus drei Aminosäuren, darunter als wichtigstem Bestandteil das schwefelhaltige Cystein.
Das sind die Aufgaben von Glutathion im Körper:
- Schutz vor freien Radikalen
- Synthese von Gewebshormonen (Prostaglandinen)
- Steigerung der Immunabwehr
- Entgiftung von Schadstoffen
Aggressive Sauerstoffmoleküle (freie Radikale) können mit Hilfe eines glutathionabhängigen Enzyms, der Glutathionperoxidase, abgebaut werden. Dieser Mechanismus funktioniert jedoch nur, wenn ausreichende Mengen an Glutathion im Körper vorhanden sind. Darüber hinaus besitzt Glutathion eine besondere Bedeutung bei der Entgiftung von Schwermetallen. Blei, Cadmium und Quecksilber gelangen als industrielle Abfälle in die Umwelt und reichern sich in der Nahrungskette an. Besonders Fisch und Innereien sind oft hochgradig belastet. Für den menschlichen Organismus ist es äußerst schwierig, die Schwermetalle loszuwerden. Mit Glutathion steht eine Substanz zur Verfügung, die dies wirkungsvoll bewerkstelligt. Es wirkt wie ein "Schwamm", der Schwermetalle an sich bindet und diese über die Gallenflüssigkeit und den Darm aus dem Körper transportiert.
Die Leber ist die zentrale "Abfalldeponie" des Organismus: Praktisch alle Giftstoffe werden hier gesammelt entgiftet und eliminiert. Zunächst muss der Organismus die schlecht wasserlöslichen Giftstoffe in aus-scheidungsfähige Formen überführen. Dazu werden sie an einen gut löslichen Trägerstoff gebunden. Neben verschiedenen Aminosäuren eignet sich hier auch Glutathion.
Besonders bedeutsam ist Glutathion für die Entgiftung von Schimmelpilzgiften (z. B. Aflatoxin). Sie zählen zu den stärksten krebserzeugenden Substanzen der Natur und greifen die Leber an. Hohe Konzentrationen finden sich u. a. in Getreide und Nüssen. Auch verschiedene schädliche Abbauprodukte von Medikamenten können auf diese Weise aus dem Organismus entfernt werden.
In diesen Situationen kann Ihr Glutathion-Bedarf erhöht sein:
- regelmäßiger Medikamentenkonsum (z. B. Paracetamol, Psychopharmaka, Bluthochdruckmittel, Chemotherapeutika)
- Belastung mit Schimmelpilzgiften
- hohe Schwermetallbelastung
- Alkoholmissbrauch
- Rauchen
Die Schadwirkung potenziert sich, wenn mehrere dieser Faktoren gemeinsam auftreten. Als besonders schädlich hat sich die Kombination von Alkohol und Paracetamol erwiesen. Mit der Nahrung nehmen Sie täglich etwa 100 bis 150 mg Glutathion auf. Bei erhöhter Umweltbelastung raten manche Experten jedoch, täglich bis zu 250 mg Glutathion in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen. Es ist noch nicht ganz sicher, ob das Nahrungs-Glutathion überhaupt in intakter Form ins Blut gelangt und nicht vielmehr schon im Magen-Darm-Trakt in seine "Einzelteile" zerlegt wird. Dennoch bieten inzwischen vor allem Versandfirmen glutathionhaltige Präparate an (Tagestherapiekosten etwa 0,50 bis 1 €). Allerdings liegen für diese Produkte bisher keine Studien darüber vor, ob sie wirklich zur Entgiftung des Körpers beitragen. Hier ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten.
Sie können als Alternative auch auf verschiedene Substanzen setzen, die die eigene Glutathionsynthese im Körper ankurbeln. Gut untersucht ist beispielsweise die Substanz, Acetylcystein, die normalerweise als Hustenmittel anwendet wird. Nach Acetylcystein-Aufnahme, so das Ergebnis verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen, bildet der Körper nicht nur verstärkt Glutathion. Empfohlen werden in der Regel etwa 600 mg Acetylcystein täglich (erhältlich über Apotheken oder den Versandhandel). Die Tagestherapiekosten liegen dann etwa bei 0,35 € und damit deutlich unter den Kosten für Glutathion-Präparate. Dass der Griff zur Tablette jedoch nicht unbedingt nötig ist, zeigen Untersuchungen der Universität von Texas (USA) aus dem Jahr 1996. Besonders Knoblauch mit seinen schwefelhaltigen sekundären Pflanzenstoffen aktiviert die Glutathion-S-Transferase.
Auch die so genannten Glukosinolate aus Kohlgewächsen erhöhen die Menge dieses wichtigen Entgiftungsenzyms, wie Wissenschaftler der John Hopkins Universität bereits 1992 feststellen konnten. An dieser Stelle bewahrheitet sich also erneut die Erkenntnis des Hippokrates von Kos: "Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel sein."
So steigern Sie die Entgiftungs-Aktivität von Glutathion
- Glutathion ist eine wichtige Biosubstanz zur Entgiftung in der Leber.
- Es wird von Enzymen, die Schadstoffe abbauen, benötigt.
- Ihr Körper kann Glutathion selbst produzieren. Es gibt jedoch Möglichkeiten, seine Aktivität zu steigern.
- Vor allem Zwiebel- und Kohlgewächse (z. B. Brokkoli, Rosenkohl etc.) enthalten Pflanzenstoffe, die die Glutathion-Enzyme aktivieren.
- Um die Glutathion-Wirkung durch Nahrungsergänzungsmittel zu steigern, eignet sich nach heutigem Wissensstand weniger das Glutathion selbst, sondern eher das Acetylcystein (rezeptfrei in der Apotheke, z. B. ACC akut 600® oder Acetabs® 600).
- Als Nebenwirkungen von Acetylcystein werden u. a. Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall beschrieben. Wenn diese Beschwerden bei Ihnen auftreten, reduzieren Sie bitte die Dosis oder setzen Sie – wenn die Beschwerden fortbestehen – das Mittel ab. Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch hier: