Meine Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen zur Akupunktur
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Akupunktur
vom 19.09.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
das wollten Sie von mir wissen:
Wann hilft mir die Akupunktur?
Nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung bei jeder akuten und chronischen funktionellen Erkrankung, bei Schmerzen jeglicher Art, bei Störungen des Nerven- und Blutsystem und bei Beschwerden der Atmungs-, Kreislauf- und Verdauungsorgane. Das Gute an der Akupunktur ist, dass sie in den Händen eines guten Therapeuten auch die seelische Behandlung miteinschließt. Sie kann zudem eine schulmedizinische oder eine psychotherapeutische Behandlung wirksam unterstützen.
Akupunktur ist bei vielen Beschwerden erfolgreich
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Akupunktur zur Behandlung von über 40 Krankheitsbildern, zum Beispiel
- chronische Schmerzen wie Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen
- Erkrankungen der Atemwege
- Allergien
- Sehschwächen
- funktionelle Bauchschmerzen und Magen-und Darm-Beschwerden (Beschwerden, die nicht durch Organschäden verursacht werden)
- Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen wie wiederkehrende Mittelohrentzündung oder Schwindel
- HWS-Syndrom wie steifer Nacken, muskuläre Verspannungen und Schleudertrauma
- Schlafstörungen
- Hautkrankheiten wie Akne und chronische Ekzeme
- Konzentrationsstörungen und Nervosität
- Blasenkrankheiten wie Inkontinenz und wiederkehrende Blasenentzündungen (sofern organische Ursachen ausgeschlossen wurden)
Ist die Akupuktur für mich geeignet?
Im Prinzip ist Akupunktur für jeden geeignet, vom Säugling bis zum Erwachsenen. Nicht akupunktieren lassen sollten Sie sich, wenn Sie eine akute Krankheit haben, gerade operiert worden sind, nach Verbrennungen, Verletzungen, bei frischen Wunden oder psychischen Verwirrtheitszuständen. Relative Einschränkungen gelten für die Schwangerschaft oder bei erhöhter Blutungsneigung (Bluterkrankheit, Macumar-Therapie).
Wie läuft eine Akupunkturbehandlung ab?
Als Erstes macht der Therapeut eine gründliche Diagnose nach den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin, zu deren verschiedenen Heilweisen die Akupunktur ja gehört. Wenn er sich ein Bild erarbeitet hat, geht es los. Normalerweise werden je nach Beschwerdebild 10 bis 20 Nadeln gestochen, manchmal auch mehr. Dabei liegen Sie entspannt auf einer Liege - solange bis die Nadeln wieder entfernt werden. Das dauert je nach Erkrankung 15 bis 45 Minuten. Solange sollten Sie sich möglichst nicht bewegen. In dieser Zeit kann der Therapeut durch leichtes Nadeldrehen die Wirkung optimieren. Nach der Nadelliegezeit erfolgt noch eine kleine Ruhezeit.
Die Behandlung sollte grundsätzlich im Liegen durchgeführt werden. Bei vegetativ oder psychisch Angeschlagenen kann ist vor allem in sitzender Haltung gelegentlich zu einer Ohnmachtsneigung, Übelkeit oder Erbrechen kommen.
Was kostet eine Akupunkturbehandlung?
Eine solche Sitzung kostet etwa zwischen 25 und 35 Euro. Dazu gehört das Setzen der Nadeln, die Nadelliegezeit und die Nachruhezeit. Je nach Beschwerdebild werden 10 bis 15 solcher Behandlungen empfohlen. So lange dauert es, bis der Körper seinen Selbstheilungsmechanismus „angeschoben“ hat. Bei manchen Indikationen wird die Akupunktur auch von der Krankenkasse bezahlt. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse danach.