Meine 5 besten Tipps, wie Sie erfolgreich zur Ruhe kommen

in FITcoach Wessinghage zum Thema Stress
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  1. Machen Sie so oft es geht Pause: Gönnen Sie sich mehr Zeiten, in denen Sie gar nichts tun. Plagen Sie sich deswegen nicht mit schlechtem Gewissen herum, schalten Sie wirklich ab und bringen Sie Ihren „inneren Antreiber" mal für eine Zeit zum Schweigen. Sie sind nachher umso fitter und erledigen Ihre Arbeit umso schneller. Vor allem Ihre Seele möchte in einem natürlichen Rhythmus pendeln. Lassen Sie ihr Zeit, mit Ihnen Schritt zu halten und Erlebnisse zu verarbeiten. Beobachten Sie die Wolken, den Regen, den Tanz der Blätter im Wind. Schauen Sie sich ruhende, sich wohlig räkelnde Tiere an und machen Sie sich deren genüsslichen Müßiggang ebenfalls zu Eigen.


  • Analysieren Sie, in welchen Lebensbereichen Sie sich besonders unter Druck fühlen: Sie haben sich zuviel vorgenommen? Lässt sich da etwas umfunktionieren, etwas ändern oder delegieren? Versuchen Sie den Moment festzuhalten, in dem Ihnen bewusst wird, dass Sie mit Ihrer Zeit nicht pfleglich umgegangen sind. Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken, warum Sie Dinge zugesagt haben, die Ihnen eigentlich zu viel sind. Immer und überall perfekt sein zu wollen, ist ein unmenschlicher Anspruch. Sie dürfen ruhig auch mal faul, unpünktlich oder unordentlich sein. Sehen Sie sich das nach!

    Wenn Sie etwas ändern oder reduzieren, stopfen Sie die Zeit, die Sie gewinnen, nicht mit neuen Aufgaben voll. Machen Sie abends keine Termine mehr, wenn Sie müde sind und lieber zu Hause ausruhen möchten. Sagen Sie auch mal private Termine einfach ab, wenn es Ihnen zu viel wird.

  • Ergründen Sie, welcher Rhythmus Ihnen am besten liegt und verändern Sie Ihren Tagesablauf entsprechen: Versuchen Sie, Ihren Tagesablauf - sofern möglich - so eng wie möglich an den natürlichen Tagesablauf anzupassen - das heißt tagsüber wach sein und nachts schlafen. Arbeiten Sie morgens die wichtigen Dinge ab, wenn Kopf und Körper in Hochform sind.

    Achten Sie im Laufe des Tages darauf, wo Sie Höhen und Tiefen spüren, wann Sie sich entspannt fühlen, wann Sie müde werden, wann Sie besonders munter sind und ob Sie sich in den verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich fühlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend schlafen. Gehen Sie auf jeden Fall vor 24 Uhr ins Bett.

    Um Ihre Rhythmen besser zu spüren, sollten Sie Ihre Ernährung jahreszeitlich ausrichten - versuchen Sie, so oft wie möglich das auf den Tisch zu bringen, was gerade Saison hat. So können Sie sich wieder auf die ersten frischen heimischen Erdbeeren freuen, auf den ersten Nachtfrost-Grünkohl oder die ersten neuen Kartoffeln. Schon solche kleinen Maßnahmen binden Sie wieder ein in die Rhythmen der Natur, die Ihnen im Blut liegen.

    Geben Sie Ihrem Tag Orientierungsmarken, indem Sie bestimmte Rituale schaffen. Läuten Sie beispielsweise bewusst den Feierabend ein, indem Sie sich zunächst richtig von Ihrer Arbeit verabschieden. Dann gehen Sie vielleicht ein wenig spazieren, trinken einen Tee, genehmigen sich eine ruhige Lesestunde oder nehmen sich Zeit für die Familie. Nehmen Sie sich Zeit über den Tag nachzudenken. Vielleicht mögen Sie ein Tagebuch führen, indem Sie Ihren Tagesablauf und Ihre Gedanken dazu notieren.

  • Zeitplan entrümpeln: Wenn Sie einen Berg von Arbeit vor sich haben - was sich ja auch nicht immer vermeiden lässt - zerteilen Sie ihn in kleine Häppchen. Machen Sie sich eine Liste und haken Sie ab, was Sie geschafft haben. Das verschafft Ihnen kleine Erfolgserlebnisse.

    Notieren Sie sich für ein paar Tage lang alles, was Sie tun - auch wann Sie was im Fernsehen gesehen haben, wann Sie was gelesen haben und wann Sie mit wem telefoniert haben. Dann streichen Sie, was Sie im Nachhinein für überflüssig halten - das kommt nun zukünftig auf Ihre „Abschussliste".

    Lernen Sie Zeitlöcher zwischen zwei Aktivitäten zu erkennen und sie bewusst für sich zu nutzen. Es gibt mehr Zeitlöcher als Sie denken: Wenn Sie an der Ampel stehen, wenn Sie beim Frisör sitzen, wenn Sie am Kopierer stehen oder mit der Bahn fahren, können Sie Ihre Gedanken auf die Reise schicken. Halten Sie bewusst inne. Lassen Sie Ihre freie Zeit unverplant.

  • Tun Sie ungewöhnliche Dinge: Halten Sie Ausschau nach Möglichkeiten, bei denen Sie warten müssen und vor sich hin träumen können. Stellen Sie sich beispielsweise nicht in die kürzeste, sondern in die längste Schlange vor einer Kasse. Gehen Sie viel zu früh auf den Bahnhof, seien Sie beim Fliegen überpünktlich. Wirkliche Zeit ist nutzlos, sinnlos ist sie indes nicht. Wenn es Ihr Problem ist, dass Sie immer zu spät kommen, stellen Sie sich alle Uhren zehn bis fünfzehn Minuten früher. Beobachten Sie mal, was Sie in den Minuten machen, die dafür verantwortlich sind, dass Sie zu spät kommen. Sind diese Tätigkeiten wirklich unverzichtbar? Nicht aufschiebbar? Richten Sie sich innerlich darauf ein, dass Sie eine halbe Stunde vor dem Termin da sein wollen. Genießen Sie das Gefühl, mal nicht gehetzt zu sein. Und machen Sie sich klar: Zu früh oder wenigstens rechtzeitig zu kommen, ist nicht spießig. Die echten Spießer sind die, die glauben, es sei cool, unpünktlich zu sein.

    Lassen Sie so oft wie möglich, Ihre technischen Geräte ausgeschaltet. Machen Sie mit den Leuten, mit denen Sie sprechen müssen, bestimmte Zeiten aus, zu denen Sie erreichbar sind. Abends sollten Sie sich Ruhestunden gönnen. Jedes unerwartete Klingeln lässt nämlich Stresshormone ins Blut schießen. Das ist Ihrer Gesundheit und Lebensqualität abträglich.


  • von
    Helmut Erb

    Erfahren Sie hier mehr über Helmut Erb - unserem Sportexperten und Chefredakteur von Fit in 8 Minuten.

     
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    Kommentar von Karin Ney

    Dies ist ein s e h r wichtiger Beitrag. Danke ! - Da ich 20 Jahre freiberuflich gearbeitet hab, deneben Familie und Haushalt - und nach dem Eintritt ins Rentenalter ( aus ökonomischen Gründen ) weiter gearbeitet habe, bin ich mit Ende 60 in einer depressiven Situation gelandet, in einem plötzlichen burn-out. Obwohl ich seit Jahrzehnten mit meinem Körper gut kommuniziere, weiß, daß ich Innehalten muß, daß ich Erlebnisse, Reisen usw. auspendeln lassen muß - bzw mit großer Vorfreude vorbereiten. Trotzdem, immer wieder in Drucksitutione und dann dder Zusammenbruch. Nach Klinikaufenthalt und Kur war mir bewußt: Du mußt allen Druck rauslassen, unbedingt, weil die Konsequenz der vorherigen Lebensform dann auch Bluthochdruck war. - Das ist jetzt drei Jahre her. Ich habe mich, wie Sie vorschlagen, dem inneren Rhythmus des Körpers und des Tagesablaufs überlassen ( ohne Uhr ) Bin schon seit vielen Jahren mehr und mehr zu einem "Morgenmensch" geworden, erledige die schwierigsten, unangenehmsten Aufgaben morgens, mit frischem Kopf. Der Tagesablauf ist durch zwei längere Spaziergänge mit meinem Hund strukturiert, und einer mittäglichen Siesta von etwa 45 Minuten. - Und ab 17 Uhr etwa vermeide ich komplizierte Telefonate und ähnlich anstrengende Aktivitäten. Das heißt nicht, daß ich mich ab und zu auch abends zu einem langen Telefonat mit Freundinnen verabrede, die nicht in der Nähe wohnen. - Ich schlafe gut und bin glücklich, daß ich nach der persönlichen Krise 2009 die richtigen Schlussfolgerungen umsetzten konnte. - Also: Jeden Hinweis in Ihrem Beitrag hab ich nachvollziehen können. - Doch mitunter ist es ein weiter Weg bis zu Erkenntnis und praktischer Umsetzung. Und, vor allem für Voll-Berufstätige ( Frauen ) nicht ganz leicht. - Doch Ihre Vorschläge sind gut. Sie machen nachdenklich. Das ist der erste Schritt !

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