Meditation: So können Sie sich der inneren Versenkung nähern
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 06.11.2007 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leser,
auf dem Meditationsmarkt tummeln sich viele unterschiedliche Anbieter, die verschiedene Formen von Yoga, Meditationsmethoden, Tai-Chi oder Qi-Gong anbieten – manchmal unter Phantasienamen. Die häufigsten Anleihen stammen dabei aus dem Zen-Buddhismus, in dessen Zentrum die oft stundenlange spirituelle Meditation (Zazen) steht. Es befinden sich unter den Anbietern durchaus seriöse Lehrer, aber auch etliche Scharlatane. Es ist nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Die Meditation asiatischer Herkunft ist keine Geheimwissenschaft mehr, die nur von Mund zu Mund über die Jahrhunderte weitergegeben wird. Sie ist auch nicht wirklich an die buddhistische Glaubensrichtung gebunden. Sie wurde vielfach abgeschliffen, so dass sie auch in unser westliches Leben passt. Allein das Wort „spirituell“ zieht heute viele Menschen in der Hoffnung auf geistige Orientierung an. Das gilt auch für diejenigen, die sich den Kirchen nicht unbedingt nahe fühlen.
Dennoch stehen viele Menschen der Kunst der geistigen Versenkung skeptisch gegenüber. Andere schwören auf die asiatischen Methoden, zur tiefen inneren Ruhe zu gelangen. Immer mehr Ärzte empfehlen sie als Königsweg zur ganzheitlichen Heilung, andere halten sie für Humbug. Doch sie wirkt – das belegen neueste Ergebnisse der Hirnforschung.
Meditation ist eine Form der tiefen Entspannung
Hier soll sich der Geist in feinere Bewusstseinsebene aufmachen und sich gewissermaßen vom Körper trennen. Das Gefühl, aus dem Körper „herauszutreten“, scheint real empfunden zu werden. Die Wissenschaft konnte nachweisen, was im Gehirn passiert, wenn Geist und Körper gemeinsam innehalten, Raum und Zeit in den Hintergrund treten – also der Zustand eintritt, den Meditationsexperten Bewusstseinserweiterung oder Erleuchtung nennen.
Jede Kultur hat eigene Methoden entwickelt, außer Schlafen, Wachen und Träumen in andere Bewusstseinszustände zu gelangen, die das „Heraustreten aus sich selbst“, also den tieferen Blick nach innen, ermöglichen. In den asiatischen Kulturen gehört Meditation zum Alltag. Sie ist eine wesentliche Säule der buddhistischen Glaubens- und Heilslehren. Ihr verwandt sind Trance und Hypnose, wie sie beispielsweise die indianischen Schamanen betreiben.
In den USA ist Meditation inzwischen zum Kult geworden, dem sich immer mehr Prominente anschließen
Zu den bekanntesten Vertretern gehören Richard Gere und Madonna. Sie bekennen sich ebenfalls zum Buddhismus. Doch auch immer mehr Ärzte empfehlen die Meditation als Vorbeugung von Stressleiden oder Linderung von chronischen Schmerzen sowie zur seelischen Stabilisierung bei Herz- und Kreislaufleiden, Krebs und Aids. Auch bei Depressionen, Hyperaktivität und dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom wird die Meditation heute eingesetzt. Einer der Gründe für ihre wachsende Beliebtheit in der Medizin ist die ebenfalls steigende Anzahl der ernst zu nehmenden Forschungsergebnisse über die positiven Auswirkungen der Meditation.
Immer mehr mischt sich die fernöstliche spirituelle Tradition mit der westlichen Wissenschaft. Das ist insbesondere dem Dalai Lama zu verdanken, der sich in den USA sehr für die wissenschaftliche Erforschung der Meditation einsetzt.
Kaum ein Tag vergeht, an dem die Forschung nicht eine gute neue Nachricht über das Meditieren zu verkünden hat. Grund genug, dieses auch in das eigene Leben zu integrieren!
Ihr
Helmut Erb