Medikamente nach Herzinfarkt können neues Infarktrisiko erhöhen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Herzinfarkt
vom 2. Februar 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
Clopidogrel und Protonenpumpenhemmer werden nach einem Herzinfarkt gerne von Ärzten in Kombination verschrieben. Das Clopidogrel dient dazu, dass sich der Stent, wenn er denn nach einem Herzinfarkt gesetzt wird, nicht zusetzt. Allerdings kann dieses Medikament zusammen mit der häufig eingenommenen Acetylsalicylsäure den Magen reizen. Als Schutz davor dienen dann die Protonenpumpenhemmer.
Forscher des Sunnybrook Health Sciences Centre in Kanada haben nun herausgefunden, dass sich diese Medikamente nicht vertragen und das Risiko eines neuen Herzinfarktes erhöhen.
Sie hatten über 13.000 ehemalige Herzinfarktpatienten 6 Jahre lang untersucht. Dabei fiel ihnen auf, dass die Kombination aus Clopidogrel und Protonenpumpenhemmern zu vielen neuen Herzinfarkten kam.
Von diesen Studienergebnissen sind viele Menschen betroffen - obwohl es eine Alternative gibt. Werden nämlich statt Protonenpumpenhemmern H2-Rezeptoren-Antagonisten verwendet, steigt das Risiko nicht. Dennoch dürfen Sie nun auf keinen Fall Ihre Protonenpumpenhemmer absetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, in wie weit Sie auf ein anderes Magenschutzmittel umsteigen können.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner